Radikalismus und Konflikt

Die Diskussion um “Gemäßigte” und “Radikale” ist immer noch im Gange. Was aber fehlt, sind plausible Grenzziehungen, die diese Etikettierungen überhaupt nachvollziehbar machen. Der einzige Text, der sich theoretisch dazu positioniert, stammt von Elmar (in meiner Wahrnehmung, wohlgemerkt, außerhalb meiner Filterbubble mag es mehr davon geben). Und so duellieren sich die Fraktionen, ohne dass sie eigentlich genau wissen, was sie voneinander unterscheidet. Wenig verwunderlich ist es daher, dass die gegenseitigen Vorhaltungen allermeist auf moralischen Urteilen über das Verhalten von Personen beruhen.

Die Frage, inwieweit man mit Feministinnen reden soll und kann und ob die Einstellung dazu einen gemäßigten oder radikalen Maskulismus ausmacht, wird in den gegenwärtigen Auseinandersetzungen kaum mal gestreift. Die ultimative Klärung kann auch ich nicht herbeiführen. Aber ich möchte für mich erkunden, welche Haltung ich dazu habe.

Zunächst eine kleine Überlegung zu Konflikten.

Ich kann mit einer Person persönlich in Konflikt geraten, etwa weil sie mir unsympathisch ist oder weil ihr Umgang mit mir nicht passt. Dieser Konflikt sagt nichts über die Qualität der Argumente dieser Person aus. Ich lese in meinem Beruf jede Menge Papers und es ist nicht ausgeschlossen, dass einer der Autoren privat (etwa als Chef) ein unangenehmer Mensch ist. Für die Würdigung seiner Texte ist das aber unwichtig. Der Konflikt beträfe nur die persönliche Ebene und würde die Theorieebene nicht berühren.

Umgekehrt kann ich mit einer Person theoretisch oder ideologisch über Kreuz liegen, sie aber dennoch sympathisch finden. Aus dem eher theoretischen Dissens folgt keine unmittelbare persönliche Abneigung.

Demzufolge sind gewisse Streits nicht zwingend auch Auseinandersetzungen politisch-theoretischer Natur. Umgekehrt müssen theoretische Gefechte nicht persönliche Antipathie nach sich ziehen.

Man kann also mit Menschen reden, ohne dass dies einen theoretischen Konsens voraussetzt. Man kann mit Menschen im Streit liegen, auch wenn man sich inhaltlich einig ist. Was letztlich wirklich passiert, sollte demzufolge empirisch geklärt werden. Das gilt auch für die aktuelle Debatte.

Die Schlussfolgerung daraus ist aber auch, dass ich mit Feministinnen reden kann, auch wenn ich den Feminismus als Theorie nicht anerkenne. Mit ihnen zu reden, muss dann nicht zwangsläufig bedeuten, feministische Prämissen anzuerkennen.

Strukturelle Konflikte

Konflikte persönlicher oder theoretischer Art wirken zunächst randständig. Sie sind entweder Produkt von individuellen Befindlichkeiten oder Überzeugungen. Wer sich deshalb streitet, so der Rat, möge sich aus dem Weg gehen. Andere wiederum hoffen hier auf gute Umgangsformen und Selbstbeherrschung bzw. auf gute Argumente.

Doch nicht jeder Konflikt ist durch Rückzüge, durch Benimm oder durch Überzeugung zu lösen. Manche Konflikte sind struktureller Art. Bekannt ist der Tarif-Konflikt: Arbeitnehmervertretung und Arbeitgeber stehen einander mit gegensätzlichen Interessen gegenüber. Beide Seiten können ihre Gewinne nur auf Kosten der anderen Seite maximieren. Deshalb liegt es nahe, einander zu bekämpfen bzw. ist die Auseinandersetzung unvermeidlich allein schon deswegen, damit die eine Seite nicht von der anderen übervorteilt wird. Der Kampf wird schon deshalb ausgelöst, um die Machtbalance zu wahren. Die Konfliktparteien sind wachsam, um ihre Möglichkeiten der Interessenverwirklichung aufrecht zu erhalten.

Man kann solche Konflikte mit Kompromissen befrieden, aber das sind nur temporäre Lösungen. Es wird immer im Interesse der Konfliktparteien bleiben, die Gegenseite zu übervorteilen. Das Misstrauen, dass die jeweils Anderen dies vorhaben könnten, wird die Konfliktbereitschaft stets hoch halten. Das ist nicht einfach Psychologie, sondern elementar, da es hier um Geld, also um existenzielle Dinge geht.

Netzdebatten versus Politik

Wie lässt sich das auf die Diskussion um den Feminismus und mit ihm übertragen?

Es gibt unterschiedliche Konfliktlagen. Eine Kommentarschlacht mit Netzfeministinnen fällt eher in den Bereich individueller Vorlieben, da durch diese Debatte die Lebensbedingungen des Einzelnen nicht berührt werden. Man kann hier also entweder den “Dialog” pflegen oder einander heftig bekämpfen, es verändert nichts und schadet nichts. Anders verhält sich das jedoch in der Auseinandersetzung mit dem institutionalisierten Feminismus. Hier liegt ein struktureller Konflikt vor. Vieles, was Feministinnen als Gleichstellungsbeauftragte, als Gender-Professorin oder als Politikern tun, wirkt sich aus auf das Leben von Männern. Deren Interessen werden materiell berührt und daher müsste es an dieser Stelle auch einen Konflikt geben. Anders als Gewerkschaften jedoch sind Männer kaum organisiert, weshalb der Konflikt ausbleibt. Damit ist auch schon angesprochen, dass Konflikte voraussetzen, dass man ein Thema als konfliktiv wahrnimmt. Häufig sehen Männer nicht, dass durch feministische Politik ihre Interessen berührt werden. Darum wird dann auch kein Grund der Auseinandersetzung gesehen.

Die Folge des strukturellen (wenn auch latenten) Konflikts ist eine gewisse Radikalität: Es gibt in dieser Frage nur zeitweilige Kompromisse, aber nie eine endgültige Befriedung. Es gibt auch keinen “zwanglosen Zwang des besseren Argumentes”, weil es in solchen Auseinandersetzungen, etwa um Väterrechte, nicht um Wahrheit, sondern um Macht geht. Die Hoffnung, durch akademisch saubere Diskussion einen Konsens zu erreichen, ist in diesem Falle trügerisch und falsch. “Radikal” würde in diesem Zusammenhang bedeuten, diese strukturelle Gegnerschaft anzuerkennen.

Humanismus und Lockerheit

Auch strukturelle Konflikte erfordern nicht die Bekämpfung von Personen als solchen. Radikalität meint keineswegs, dass man ungehemmt Menschen herabwürdigt. Die Haltung zum Menschen ist zentral für eine Politik, die für sich in Anspruch nimmt, humanistisch zu sein. Humanistisch ist Politik nur dann, wenn sie in der Lage ist, jenseits von Rollen den ganzen Menschen zu erkennen anstatt ihn auf ein Feindbild zu reduzieren. Überhaupt plädiere ich für Lockerheit. Allzu oft vermischt sich die Feststellung politischer, inhaltlicher Fehler mit der Wut auf diese Person. Die eigene Theorie scheint diese Wut dann zu legitimieren. Im Zweifel legitimiert diese Theorie, dass man diese Wut in Gestalt von Angriffen auf die Person auslebt. Das kann man allezeit immer wieder beobachten. Im Straßenverkehr ist das nicht selten, dass man einander bösartig beschimpft und in Kategorien einteilt, die man legitim verachten und hassen kann. Hier finden Rechthaberei, Paragrafenreiterei und Emotion zu einer ungesunden Allianz zusammen. Im Feminismus ist das auch beobachtbar: die vermeintlich fehlgehenden Männer, die sich wenigstens irrenden, aber stets frauenunterdrückenen weißen Heterosexuellen werden zu “Mackern”, die Zielscheibe auch des Hasses von Frauen werden. Die pingelige Feststellung von Übertretungen (siehe etwa die gendergerechte Sprache und die immer komplexer werdenden Vorstellungen, was alles bereits diskriminierend sei) und die Wut sorgen für heftige Feindseligkeit.

Genau diese neurotische Fixierung müsste ein Humanismus, ein humanistischer Maskulismus vermeiden. Er muss vermeiden, ähnliche Sündenregister zu entwerfen. Und er muss gegenüber der Lebenswirklichkeit, sprich: Fehleranfälligkeit von Menschen, tolerant bleiben. Preußische Kommisshaftigkeit steht ihm nicht gut zu Gesicht.

 

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53 Responses to Radikalismus und Konflikt

  1. Professor Hasenbein says:

    …und einer der Hauptbeteiligten der Hetze “liked” direkt erstmal.

    Ja, ne, is klar,

  2. “Und so duellieren sich die Fraktionen, ohne dass sie eigentlich genau wissen, was sie voneinander unterscheidet.”

    Nö, ihr wißt nicht, was wir denke und den meisten Gemäßgten ist das auch egal.

    ” Die Frage, inwieweit man mit Feministinnen reden soll und kann und ob die Einstellung dazu einen gemäßigten oder radikalen Maskulismus ausmacht, wird in den gegenwärtigen Auseinandersetzungen kaum mal gestreift. ”

    Das liegt daran, daß das für uns Fundamentalisten nicht das Hauptproblem ist. Aber irgendwie merkt ihr das nicht.

    Vielleicht solltest du meine Bemerkung mit dem Vaterlandsverräter mal ernster nehmen? Nur weil du eine Verletzung der guten Kinderstube siehst, folgt daraus nicht, daß es an diesem Punkt nichts zu verstehen gibt.

    Aber genau das denkst du, hm?

    • suwasu says:

      “Nö, ihr wißt nicht, was wir denke und den meisten Gemäßgten ist das auch egal. ”

      Der erste Teil stimmt. Abgesehen jetzt von Deinen Artikeln, die dazu etwas sagen. Der zweite Teil… … keine Ahnung. Mir ist es nicht egal.

      “Das liegt daran, daß das für uns Fundamentalisten nicht das Hauptproblem ist.”

      Ist auch nicht meins. Aber es war ja mal kurz Thema in der Szene ^^ Kann man also schon etwas zu sagen.

      “Vielleicht solltest du meine Bemerkung mit dem Vaterlandsverräter mal ernster nehmen? Nur weil du eine Verletzung der guten Kinderstube siehst, folgt daraus nicht, daß es an diesem Punkt nichts zu verstehen gibt.”

      Ich verstehe diese ganze Passage nicht ^^ Erkläre das mal bitte.

      • Würde ich – ehrlich. Aber ich arbeite ja nebenher und ich schaff es einfach nicht, mir dir privat alle Sachen zu diskutieren, über Mathe zu forschen UND einen post zu schreiben.

        Ok, würde schon gehen … aber dann dauert das alles ewig.

        Vorschlag: Ich baue das in den fundamentalistischen Anwort-post ein.

      • suwasu says:

        Guter Plan, das mit dem post. Den braucht es ja sowieso mal, damit wir diskutieren können, auch über diesen Kommentarbereich hinaus. Wobei ich finde, es mögen andere “Gemäßigte” sich auch mal programmatisch äußern. Keine Ahnung, ob ich für diese Fraktion überhaupt repräsentativ bin.

      • Meiner Einschätzung nach hat graublau das Richtige getroffen, als er mich darauf hinwies, daß es es zwei Arten von Gemäßigtsein gibt. Du gehörst meiner Ansicht nach zu der “dünnen” Variante, wortschrank zu der “dicken”. Da muß man aufpassen.

        Aber beide Varianten sehen vermutlich keinen theoretischen Zündstoff zwischen den verschiedenen Flügeln.

      • suwasu says:

        Dafür bräuchte ich erst einmal ein Kriterium, worin sich diese Gruppen unterscheiden mögen. In Graublaus Kommentar wird nur dieser Unterschied benannt, aber nicht erklärt. Und ich glaube, alle Gemeinten haben das auch noch nie getan. Bisher hatte ich ehrlich gesagt auch noch keinen großen Bedarf, mich in eine Schublade zu betten.

      • Ich suche gerade die von dir gewünschten Unterschiede aus den Kommentaren aller posts zusammen. Ist ne nervige Arbeit.

      • suwasu says:

        Glaube ich. Das ist ordentliche Klauberei.

  3. Kai V says:

    Hallo LoMi,

    ich muss Dir ja oft zustimmen, doch nier muss ich Dir wiedersprechen, denn Du hast in meinen Augen einen Denkfehler gemacht.

    Gewerkschaften und Arbeitgeber haben normalerweise keine unterschiedlichen Interessen, zumindest nicht grundlegend. Normalerweise sollten Arbeitgeber und Gewerkschaften daran arbeiten dass die Mitarbeiter auch morgen noch in der Firma beschäftigt werden…

    Wenn das nicht klappt, dann passiert genau das, was gerade in Frankreich passiert ist. Hier gibt es zwei Reifenhersteller, die Werke liegen auf unterschiedlichen Strassenseiten, gehören zur gleichen Holding, jedoch zu unterschiedlichen Firmen. In einem Werk haben die Gewerkschaften auf Feiertagszuschläge verzichtet und Mehrarbeit angeboten, im anderen nicht. Ein Werk hat jetzt dicht gemacht, das andere produziert weiter…

    Auf der anderen Seite schreibst Du Unterschiede rausarbeiten…
    Für mich stehen die Unterschiede klar fest, wobei es nicht darum geht ob wir mit Feministinnen reden oder nicht. Es geht auch nicht darum wie radikal die Ansichten einiger sind. Die für mich relevanten Unterschiede habe ich auch diverse male herausgestellt, kann das aber gerne nochmal machen. Ich unterscheide in, ist ein zivieler Umgang möglich oder nicht, dann kann man abklopfen ob man gemeinsamme Themen hat, die man durchboxen möchte und wie man das macht, man kann auch mal gegeneinander arbeiten und trotzdem wieder zusammen finden. Das sollten Gewerkschaften und Arbeitgeber eigendlich auch hinkriegen.

    Das war jetzt devinitiv das letzte Posting von mir zu diesem Thema, denn wir drehen uns im Kreis. Eine Gruppe meint radikaler sein zu müssen, die andere pocht auf einen zivilen Umgang. Da braucht es keine Definitionen, denn der Konflikt spielt sich auf verschiedenen Ebenen ab. Mir ist egal ob ein “gemässigter”, ein “radikale”r oder sonst wer beleidigend durch die Gegend zieht., mir ist egal wer hier Konflikte, die eigentlich keine sind, durch Beleidigungen und Herabwürdigungen in seinen Blogbeiträgen produziert, dadurch entstehen die Konflikte….

    Mal ernsthaft, wie möchte ich mich hier zu häuslicher Gewalt positionieren, wenn ich zwei Blogs habe, die sich hier bis auf das Messer bekriegen. Wenn ich einen Blog habe, der jeden Pipifax in die Öffentlichkeit zieht und als grosse Enthüllung darstellt, wenn jemand auf Twitter am ersten Aprli schreibt, ich bin dann mal Feminist mit Makuhintergrund mit Ironiesmily. Wenn wir uns hier bekriegen, weil sich jemand auf seinem Blog wegen eines Tweets entschuldigt und einige meinen den Konflikt noch anheizen müssen… Sorry, dann kann ich auch gleich mit Radikalfeministinnen reden und hoffen das die ein Einsehen haben. Ich könnte meine Zeit auch damit verbraten Bäume im Wald zu zählen, das ist genau so sinnvoll…

    • Professor Hasenbein says:

      Den Ironiesmiley findest Du aber nur in Deiner eigenen Fantasie.
      Das Bild des Profils ist nach wie vor an einigen Stellen im Web OHNE Ironiesmiley zu finden.

      Du gehörst zu den “Gemäßigten”, von denen man jetzt so spricht, oder?

      Da gehört die Lüge ja zum Repertoire.

      • suwasu says:

        “Da gehört die Lüge ja zum Repertoire.”

        Das halte ich für eine Unterstellung. Und genau so etwas ist überhaupt nicht hilfreich, immer gleich das Schlimmste von allen möglichen Leuten anzunehmen, bevor man solche Urteile überprüft.

      • Professor Hasenbein says:

        Die Aussage ist doch offensichtlich eine Lüge. Kannste doch selbst überprüfen.

      • suwasu says:

        Habe es gerade versucht und nix gefunden. An einen Ironiesmilie kann ich mich persönlich auch nicht erinnern. Aber ob die Aussage, da wäre einer gewesen, immer gleich Lüge ist? Sie kann auch ein Irrtum sein. Nicht jeder speichert und dokumentiert solche Dinge oder schenkt ihnen große Aufmerksamkeit. Vorsicht mit solchen Urteilen…

      • Professor Hasenbein says:

        Okay, das mit den Lügen wird unübersichtlich.
        Fakt ist, dass es nicht mehr zu durchschauen ist.

      • Ich sehe das auch so wie suwasu. Es geht eben um die unerbittliche, eskalierende Rhetorik häufig. Man sollte seinen Punkt möglichst sachlich vertreten. Und mit der Unschuldsvermutung arbeiten, auch wenn es sogar recht wahrscheinlich sein kann, daß jemand täuscht oder beschönigt.

      • Professor Hasenbein says:

        Diese Ansichten gelten momentan aber anscheinend nur für die eine Seite.
        Na ja, mir ist es ja egal. Ich habe eine große Popcornmaschine. Die reicht auch für alle FeministInnen dieser Welt, die sich momentan dankber sehr über die ganzen Pfeifen amüsieren.

        Allerdings wurden früher als ich noch klein war, solche Dinge fairer ausgefochten.

        Das mit dem Smiley ist nach wie vor eine Lüge. Wirkt sogar wie eine systematische Lüge.

        POPCORN FÜR ALLE!!!!!

      • suwasu says:

        “Das mit dem Smiley ist nach wie vor eine Lüge. Wirkt sogar wie eine systematische Lüge.”

        Welches System soll denn dahinter stecken? Wer soll welches Ziel damit verfolgen? Ich sehe das nicht. Es mag einzelne Personen geben, die in der “Schlacht” mit Tricks arbeiten. Aber eine durch eine bestimmte Gruppe verfolgte Strategie ist doch hoch unwahrscheinlich. Keiner von uns ist so wichtig. Außerdem hieße das, dass man sich organisieren muss. Das muss man erst einmal schaffen. Es müsste zweitens wirklich etwas bringen, z.B. jemandem wie Wolle Pelz etwas anzudichten. Das müsste die Lage für die Verschwörer entscheidend verändern, dass Pelz diskreditiert ist. Aber auch das sehe ich irgendwie nicht.

      • Professor Hasenbein says:

        Nenn es, wie Du willst.

        Man kann es auch den Verlust der Psychopharmaka nennen. Eine Nachbarin einer Bekannten von mir hat jetzt wochenlang ihre Psychopharmaka nicht genommen und dadurch dann nächtelang durchgeschrien. Wirkte auch irgendwie “systematisch” – zur Nachtzeit gingen bei ihr die Lampen an und es wurde sinnlos durchgebrüllt.

        Hat Ähnlichkeit. Zumal sich einer auf den anderen bezieht und bald die ganze Straße schreit. Für die FeministIIInnen mag es wie ein wunderschöner Chor erschallen.

        Ich kann ja zum Glück mein Hörgerät ausschalten. 😀

      • Kai V says:

        Ich habe in WS tweet nachgesehen, ich bin mir fast Sicher das es am ersten April war und es einen Ironiesmily gab, wenn nicht, war die Antwort, ich glaube auf einen Tweet von Robin klar als Ironie erkennbar. Da Du aber das Bild hast, zeig her, dann sehen wir ja wer sich hier irrt…

      • Upps, falsche Stelle. Aber jetzt.

        @ Kai V

        Wer behauptet, sollte auf Nachfrage belegen nicht umgekehrt …

        Also zeig her, die klar erkennbare Ironie.

      • Es ist aus meiner Sicht recht egal, ob er einen smiley gesetzt hat. Es ist die kompromisslose Einordnung ins Lager des Feindes deswegen, die mich stört.
        Es ging dabei aus meiner Sicht eher um eine gewisse Ironie und den Gedanken, dass man als Humanist eben auch feministische (= auf Frauen bezogene) Positionen beziehen kann, wenn diese gerecht sind. In radikalen Maskulismus besteht diese lockerheit nicht, dort rechtfertigt dieses Statement die Einordnung als Feind, egal welche inhaltlichen Positionen derjenige vertritt.

      • @ Christian

        Sich als Feminist zu bezeichnen IST eine inhaltliche Position die damit bezogen wird.

      • suwasu says:

        Ich fand die Selbstbezeichnung auch recht merkwürdig. Aber welche Gründe dahinterstecken, das weiß ich nicht. Ich plädiere für Lockerheit. Nicht alles so ernst nehmen.

      • “Sich als Feminist zu bezeichnen IST eine inhaltliche Position die damit bezogen wird.”

        Warum eine so einfache Betrachtung? Wenn ich mich jetzt als Feminist bezeichnen würde, weil das ein entsprechender Test ergeben hat, was ändert das an meinen sonstigen Meinungen?
        http://allesevolution.wordpress.com/2013/02/01/der-test-bin-ich-ein-feminist/

        Und warum soll das dann Abwertungen erlauben, gerade wenn es aus meiner sicht recht deutlich ist, dass er ansonsten keine feministischen Ansichten vertreten hat?

        Das ist doch ein sehr simples Lagerdenken.

      • @ Christian

        Wenn Du Deine Meinungen auf Tests aufbaust …

        Wer sich als Feminist bezeichnet macht auch inhaltliche Aussagen, so wie ich, der ich mich als Antifeminist bezeichne. Der Feminist und ich als Antifeminist sind sicher noch viel mehr als das, keine Frage.

        Das solch eine Selbstbezeichnung Abwertungen erlauben sollte habe ich wo gesagt? Warum willst Du mich in diese Ecke drücken?

    • “Feminist mit Makuhintergrund mit Ironiesmily”

      Zumindest ist auf dem Pelzblog kein Smily zu sehen (twitter Bildschirmfoto des betreffenden Vorfalls) und der Post auf dem Pelzblog ist vom 1.Mai. Es also fraglich ist, ob 1. ein Smily und/oder 2. das Datum (1.April) auf Ironie hindeutete.

      Zumindest sind beide Behauptungen ersteinmal nur Behauptungen! Machen also diesen Teil der Argumentation wertlos oder wie man auch sagen könnte, feministisch …

      • Robin Urban says:

        OMG, ich sehe Smiley-Gate kommen… Leute, ey…

      • suwasu says:

        “Machen also diesen Teil der Argumentation wertlos oder wie man auch sagen könnte, feministisch …”

        Gut, es sind Behauptungen. Vielleicht auch Irrtümer, falsche Erinnerungen, was auch immer. Aber was zur Hölle macht daraus “Feminismus”? Das ist Freund-Feind-Denken, gepaart mit der Annahme, dass der “Gegner” irgendwie perfide Pläne verfolgt.

      • @suwasu

        Das ist kein “Freund Feind-Denken”. Man KÖNNTE deshalb feministisch sagen, weil die Behauptungen wahrscheinlich nicht stimmen, so wie es bei feministischen Argumentationen eben auch sehr oft (fast immer?) ist. Ja, feministische Äusserungen sind fast immer mit zumindest zweifelhaften Behauptungen durchsetzt

        Die Verbindung “perfide Pläne” mit feministisch oder eben dieser oben genannten Argumentation ist auf Deinem Mist gewachsen.

        Schon faszinierend, daß bei manchen die Worte auf die Goldwaage gelegt werden, während andere sagen dürfen was sie wollen. Feindbilder kannst Du eigentlich durchweg denen bescheinigen die das Wort Feminismus positiv verwenden aber kaum den Antifeministen. 🙂

      • Kai V says:

        ‘und der Post auf dem Pelzblog ist vom 1.Mai. Es also …’

        Er wurde am 1. Mai retweetet, der ersten Post war hier.
        http://www.nuklearsprengkopf.de/2014/04/aetsch-ich-hatte-recht-p/
        war der Account von WS noch offen… An Tag des obigen Tweets habe ich dann bei WS nachgesehen, was ich sonst eigentlich nicht mache. Aber das hier ein Blog sich selbst nicht zu blöde ist in seiner Schmutzkampagne einen privaten tweet zwischen WS und ich glaube Robin hochzupuschen, in dem er sich ironisch Aufgrund der Vorkomnisse als Feminist mit Maskuhintergrund hinstellt, aber dieser Blog sich immer als Hochsensiebelchen hinstellt….

        Genau so wie er andere in diesem Eintrag öffentlich als Troll hinstellt, ohne einen Beweis dafür zu liefern…

        Ach ja, das zweite Twitterbild von obigen Eintrag bezieht sich auf diesen Eintrag in den Kommentaren

        http://www.nuklearsprengkopf.de/2014/04/heuchelei/#comment-10717

        Da macht übrigens jemand das gleiche was Du andauernd machst, alles in Frage stellen, wobei er hier die Belege für einen angeblichen Vorwurf sucht;

        “Verzeih, ich habe wohl Tomaten auf den Augen, aber wo genau in diesem Zitat in deinem Beitrag über das gelbe Forum (auf gelbem Hintergrund) wird irgendjemand in eine Nazi-Ecke gerückt?”

        Nach kurzem hin und her, ohne Beleidigungen und ohne das Klarheit in diesem Punkt hergestellt wird, wird er von Wolle als Troll bezeichnet und gekickt… Um dann in seinem Forum öffentlich als Troll gebrandmarkt zu werden. Aber sonst ist der Froumsbetreiber ja sooooooo sensibel und hat selbst gewalt erlebt… Sagte ich schon das Gewalt oftmals etwas ist das sich hochschaukelt?

      • suwasu says:

        Das zeigt eben gut, dass Selbstkritik nie fehlen sollte. Mal zurücktreten aus dem Trubel, abkühlen und überlegen, worin der Eigenanteil bestehen könnte. Man muss sich ja nicht das Büßerhemd anziehen und sich zum Schuldigen erklären. Aber der Eigenanteil ist auch der Punkt, an dem man aktiv etwas drehen kann, um einen Konflikt zu befrieden.

        Ich habe das auch so erlebt, dass manche Aussagen enorm überinterpretiert worden sind. Die Aussage mit dem “Gelben Forum” ist dafür ein Beispiel. Domigs Nachfrage ist vollkommen berechtigt. Da wurde mehr zwischen die Zeilen hineingeheimnisst, als je gesagt worden ist. Aber die Empörung erfolgte dann auf der Basis dieser Fehlinterpretationen. Ganz klassische Eskalationsmuster, lehrbuchmäßig.

      • @ KaiV

        Nochmal, wo sind die genauen Belege des 1.April und des Smileys?

        Vermutungen sind nunmal keine Tatsachen. Was stört Dich daran, wenn ich nicht Deiner Meinung bin? Zumal Du Deine Aegumente mit als Tatsachen getarnten Vermutungen untermauerst.

    • @ Kai V

      Wer behauptet, sollte auf Nachfrage belegen nicht umgekehrt …

      Also zeig her, die klar erkennbare Ironie.

  4. Ich finde die Einteilung in “gemäßigt” und “radikal” zwiespältig. Sie ist eben auch stark von subjektiven Verortungen bedingt. Ich werde z.B. von Elmar als radikal eingestuft, obwohl ich eigentlich nur einen etwas unkorrekten Humor pflege.

    Diese Bezeichnungen sind stark mißbrauchsanfällig. “Radikal” ist ja eher ein Pejorativ. Dabei kann die Einstellung, Feminismus prinzipiell als blödsinnig zu betrachten, völlig legitim sein. Ich finde es z.B. völlig naiv, wenn einige Leute in der Männerbewegung meinen, man könne auch mit Feministinnen reden oder es gebe einen guten Feminismus.

    Es mag Frauen geben, die sich Feministin schelten und mit denen man reden kann. Ändert dies etwas an der Grundwahrheit, an der Perversität des Feminismus? Ich finde diese Haltung ausgesprochen absurd, ja geradezu unwürdig. Es ist einfach eine dämliche Begriffsklauberei.

    Es gibt bestimmt auch nette Kommunisten, Faschisten und Salafisten. Ich denke z.B. an den Nazi John Rabe, der vielen Chinesen, glaube ich, das Leben gerettet hat. Es gab doch x formale Nazis, die auch Gutes bewirkt haben.

    Für mich ist diese Haltung einfach unfaßbar naiv. Ein “Dialog” mit Feministinnen ist sowieso nicht nötig. Öffentlichkeit ist wichtig. Diese ganze Gemengelage ist auch der Grund, warum ich den Begriff “Maskulismus” ablehne.

    Man sollte aber trotz dieser Sachverhalte Leute in der Männerbewegung respektieren, die solch eine etwas naive Haltung zum Feminismus haben.

    Ich denke, die Einteilung in “radikal” und “gemäßigt” verzerrt die Dinge zu viel und lenkt vom Wesentlichen ab. Wir könnten vielleicht alle mehr Lockerheit und Contenance gebrauchen, damit sich solche Affären wie zuletzt nicht wiederholen. Zuletzt hatte ich den Eindruck, daß die Sache doch nicht so klar pro Wortschrank ausfällt, aber das ist halt schwierig zu beurteilen.

    • suwasu says:

      “Wir könnten vielleicht alle mehr Lockerheit und Contenance gebrauchen, damit sich solche Affären wie zuletzt nicht wiederholen.”

      Das wäre auch mein Plädoyer. Einerseits neige ich natürlich dank Akademikerhabitus dazu, Theorien zu basteln. Andererseits finde ich, dass man sich nicht zu wichtig nehmen sollte. Das ist zwiespältig. Letzten Endes halte ich Lockerheit aber für die bessere Lösung. Der lockere Mensch käme schließlich auch nicht auf so krude Ideen wie viele angespannte Feministinnen und ihre überbordenden Kataloge des Bösen. Lockere Menschen sehen augenzwinkernd über manchen Fehler hinweg und geben dem Anderen eine Chance. Lockere Menschen können eben auch mal lachen, wo Verbissene immerfort nach Strafe rufen oder einen Skandal lostreten wollen. Das wäre mir zu anstrengend. In meiner Welt gibt es auch von Politik und Weltanschauung mal Feierabend.

      • Bellator Eruditus says:

        Der Lackmus-Test zur Unterscheidung der “einen” von den “anderen” Männerrechtlern ist die Frage, ob das Test-Subjekt meint, man könne Männerrechte nur mit den Frauen oder nur gegen die Frauen erreichen.
        Ich war früher ein ganz entschiedener Verfechter der “Mit”-Fraktion aber ich bin lernfähig. Ganz offensichtlich gibt es keine nennenswerte Anzahl Frauen, die aus Einsicht und der Gerechtigkeit halber für Männerrechte eintritt. Ganz offensichtlich will eine überwältigende Mehrheit der Frauen ihre Privilegierung erhalten und ebenso offensichtlich gibt eine signifikante Minderheit, die diese Privilegien ggf. aktiv böswillig ausnutzt.
        Kurz: Ja, ich bin einer der Bösen.

        BTW: Sandman beschäftigt sich heute mit den Gemeinsamkeiten von Gebrauchtwagen- und Partnermarkt (http://www.youtube.com/watch?v=TQHr0Y7hBQA&list=UUeCV-XNeZIoHiCGfNYCLh9Q). Prädikat: Empfehlenswert.

    • “Ich werde z.B. von Elmar als radikal eingestuft, obwohl ich eigentlich nur einen etwas unkorrekten Humor pflege.”

      Dann sag mir doch der Einfachheit halber, wo du dich selbst einstufen würdest. Dann kann ich vielleicht was verbessern.

      • Okay, ich gehöre zur “Das-Lied-Listen-to-your-heart-gut-find”-Fraktion der Männerbewegung. 👿

        Ich finde diese Einteilungen irgendwie fragwürdig. Es gibt da so viele Schattierungen. Manchmal betrifft’s die inhaltlichen Positionen, dann die Art der Rhetorik etc.

        Es dient eigentlich mehr der Spaltung und Beschäftigungstherapie. Man sollte sich von Kritikwürdigem distanzieren bzw. es aussprechen und fertig. Dieses Gegeneinander wird ja auch im Gelben Forum und von Arne Hoffmann inszeniert. Ich finde Hoffmanns Islamneurose auch nicht toll, letztlich ist es aber nebensächlich.

        Die Debatte ist von einem gehörigen Maß Paranoia geprägt. Arne Hoffmann sollte einfach das Gelbe Forum ignorieren und nicht dagegen sticheln und die Leute wiederum sollten sich auch mal einkriegen mit ihren Haßtiraden.

        Das ist ja wie bei Bolschewisten und Menschewisten.

        Da fällt mir ein: Diese Fraktionitis ist ein gehöriges Problem. Als ob sich irgendwelche verfeindeten Blöcke gebildet hätten. Wir sollten uns einfach als unterschiedliche Individuen betrachten und fertig. Nur weil ich zu den Gemäßigt-Radikalen oder so gehöre, heißt das nicht, daß ich alle ähnlich Gepolten gut finde.

        Wir sollten diesen Narzißmus beenden. 🙂

      • “Nur weil ich zu den Gemäßigt-Radikalen oder so gehöre, heißt das nicht, daß ich alle ähnlich Gepolten gut finde.”

        Das weiß ich. Vielleicht mache ich eine All-Kateogie,

  5. Mirco says:

    Da war ein smiley! Nein! Doch! Nein! Vielleicht doch nicht.Lügner! Gemässigter! Radikaler!Selber!
    Merkt hier eigentlich keiner, dass diese ganze Debatte eine peinliche fruchtlose Zeitvergeudung ist ? Wenn Feministinnen Humor hätten ,würden sie sich schlapplachen.

    • suwasu says:

      Gut wäre es, wenn Maskulisten Humor hätten…

    • “Merkt hier eigentlich keiner, dass diese ganze Debatte eine peinliche fruchtlose Zeitvergeudung ist ? ”

      Deswegen beteiligst Du Dich auch mit diesem Kommentar daran, um uns dann Deine Entscheidung mitzuteilen, daß wir unsere Zeit verschwenden. Du bestimmst also was wir so mit unserer Zeit machen sollen.

      Welchen Eindruck Femis von was haben ist mir zB lange wurscht. Ich bin doch bei meiner Meinungsbildung nicht auf feministischen Applaus angewiesen.

      Das sind ähnliche Sprechverbote wie sie hier im Folgeartikel besprochen werden, denke ich.

  6. wollepelz says:

    Irgendwie kommt die Aufforderung zu schweigen immer sehr einseitig.

    Wortschrank durfte hetzen und lästern, wie er wollte. Dann wurde er heilig gesprochen, es wurden andere Leute torpediert und ein mancher gibt auch keine Ruhe, sobald sich aber die “Gebeutelten” äußern, wird zum Schweigen aufgerufen.

    Alles recht einseitig. Ich nehme mal etwas Popcorn vom Professor. Er wirkt an einigen Stellen wirr, aber ich denke, er hat Recht.

    Habe ich schon lange nicht gesagt:
    Ich – äh – liebe Euch alle, auch wenn es mittlerweile sehr schwer fällt.

    Bang that head that doesn’t bang und up the irons!

    Denkt immer an David Gold. \w/

    • suwasu says:

      Naja, ich finde vieles von Wortschrank da auch nicht produktiv und gegenseitiges “Ihr seid die Doofen”-Gepredige auch nicht.

      • wollepelz says:

        Du bist ja auch nicht so mit Sch… beschmissen worden. 😉

        Auf einmal gehört man zu den “Rabin-Mördern”. Es ist völlig absurd. Wenn es “akademisch Links und gemäßigt” ist, solche Dinge kund zu tun, frage ich mich, warum ICH mich eigentlich als links bezeichne.

        Aber es warten zum Glück einige Projekte auf mich, die ich nun mit noch mehr Energie betreiben werde.

  7. Pingback: Wer hat Angst vorm Fundamentalismus? « jungsundmaedchen

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