Böse Väter in der B.Z.

Bei Gleichmaß e.V. wird heute ein Artikel aus der “B.Z.” zitiert. Es geht um Sorgerechtsstreit und um die Möglichkeit für Väter, das Sorgerecht auch gegen die Mutter durchzusetzen. Der Autor des Artikels malt nun ein düsteres Bild: Kleinstkinder und Säuglinge werden brutal der Mutter entrissen, auf Geheiß einer kalten Bürokratie. Diese ignoriere die Mutter, höre nicht zu und sei darum das Instrument von Vätern, die rücksichtslos ihre Interessen durchsetzen würden. Auf Kosten der Kinder, natürlich.

Der Artikel ist bizarr. Einfach gruselig.

Er endet mit den Worten:

Das Gesetz muss korrigiert werden. Im Interesse der Kinder müssen wir uns wieder an dem orientieren, was die Natur vorgibt: Wenn keine Einigung möglich ist, gehören Babys und sehr kleine Kinder ganz einfach zur Mutter.

Man ahnt den konservativen Gestus. Und erst da wurde mir ein kleiner Irrtum offenbar: Es handelt sich hier nicht, wie “Gleichmaß” schreibt, um die “Berliner Zeitung”, sondern um die “B.Z.”. Letztere ist die kleine, schmutzige Schwester der BILD, ein übles Boulevard-Blatt, früher Sturmgeschütz des West-Berliner Antikommunismus. Eine solche Postille darf man nicht zu ernst nehmen. Überspitzung, Übertreibung, gar Verfälschung gehören zum Geschäft. Der Artikel zeigt ja mit seinem Schlusswort eine gewisse konservative Tendenz. Offenbar neigt der Redakteur einem herkömmlichen Rollenbild zu. Dass er das propagiert, indem er Väter pauschal abwertet, ist ziemlich daneben.

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16 Responses to Böse Väter in der B.Z.

  1. Die Gleichmaßleute habens wohl nicht so mit Worten. B.Z. klingt doch fast so wie Berliner Zeitung … Für die scheint ja auch Gleichstellung eine wünschenswerte Sache zu sein. Klingt ja auch so ähnlich wie Gleichberechtigung.

    • suwasu says:

      Ich wäre da jetzt nicht so abfällig.

      Für mich als Berliner ist die Unterscheidung halt einfacher. Vermutlich steht die Abkürzung “B.Z.” auch für Berliner Zeitung. Aber der Markenname “Berliner Zeitung” steht für eine “richtige” seriöse Zeitung.

    • Man kann sich natürlich in ewigen Diskussionen verstricken und kleinlich auf Fehler zeigen. Man kann natürlich aber auch selbst real etwas tun.

      • suwasu says:

        ” Man kann natürlich aber auch selbst real etwas tun.”

        Die Aktivitäten haben auch meinen Respekt. Das hat gewiss mehr Gewicht als die reine intellektuelle Beschäftigung mit solchen Themen.

      • @ Tomas Jungbluth

        Entschuldige meine Kritik. Aber wer Gleichstellung im Munde führt ist für mich nunmal verdächtig. Gleichstellung ist ein Gegenteil von Gleichberechtigung und das finde ich falsch.

        Ob ich real was mache kannst Du nicht wissen aber ich muss auch mit “kleinlicher” Fehlerzeigerei leben können, so what?

      • @ Tomas Jungebluth

        Die Gleichstellungspolitiker.I.nnen und Gleichstellungsbeauftragten machen auch real was, haben aber allgemein NICHT meinen Respekt, zumindest nicht in diesem Zusammenhang. Real etwas tun ist nicht an sich was Gutes …

      • Es ist auf jeden Fall wichtig, dass die Aktiven von Oberlehrern ermahnt werden. Die ihrerseits vielleicht noch nicht mal die Mühe investierten, unsere Arbeit anzuschauen. Oder irre ich? Und dass wir anderen nicht Sprache überlassen, kann man uns überlassen. Sich aber natürlich gern auch daran -statt an realen Problemen- hochziehen.

      • Kritik mögt Ihr nicht? Müsst Ihr auch nicht. Solche Leute sind mir auch ganz lieb. Also lassen wir das einfach? 😦

      • Tristan Rosenkranz says:

        Wenn sie konstruktiv ist und sich aufs Wesentliche konzentriert: immer gern.

      • Wenn sie konstruktiv ist und aufs Wesentliche zu sprechen kommt statt sich auf Nebenschauplätzen aufzuhalten – immer gern.

      • Sprache ist in diesem Zusammenhang wesentlich, zumindest aus meiner Sicht. Auch im Internet.

        Was Sprache bewirken kann eleben wir doch gerade in diesen Zeiten wiedermal, Die Änderung des GG bei der Gleichberechtigung und deren Folgen ist doch Mahnung genug. Was Gleichstellung anrichtet sollte auch klar sein. Das damit die teilweise Abschaffung der Gleichberechtigung begründet wird ist doch offensichtlich.

        Damit habe ich jetzt mehrfach begründet was ich gegen den Begriff Gleichstellung habe. Du hast bisher nicht gesagt warum Du diesen Begriff mit Zähnen und Klauen verteidigst (so mein Eindruck, was mich noch misstrauischer macht).

      • Ob Du miß- oder vertraust, ist für mich nicht wichtig. Ich weiß, wofür ich stehe und kämpfe und welche Entwicklung hinter mir liegt. Klick auf meinen Namen und Du siehst es. Ewiglange Diskussionen um Nichtigkeiten kosten Zeit und ändern nichts. Unser Ziel ist die rechtliche Gleichstellung von Eltern und männlichen Opfern häuslicher Gewalt. Projekte realisieren. Da gehört meine Energie hin. Nicht in Debatten um Worte.

      • Löblich, löblich! Warum hälst Du Dich nicht daran?

        -Rechtliche Gleichstellung- Gleichberechtigung ist aber auch ein fieses Wort, bloß nicht benutzen!

      • Schönen Abend noch…

  2. “Seriöse” Berliner Zeitung

    “Frauen verdienen 22 Prozent weniger”

    “Schnauzbart ankleben und endlich gerecht bezahlt werden – wenn es doch nur so einfach wäre.”

    (Passt auch zu den modernen Zeiten einer Frau Wurst)

    http://www.berliner-zeitung.de/wirtschaft/gehaltsluecke-in-deutschland-frauen-verdienen-22-prozent-weniger,10808230,20162614.html

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