Gedanken zur Nazikeule

Ich möchte ein paar Überlegungen anstellen, welche Bedeutung das Thema “Nazis” in gewissen Milieus haben kann.

Wolle Pelz fragte in seiner Besprechung der FES-Studie über Maskulismus, was der Feminismus wäre, wenn man ihm die Nazi-Keule als Waffe nähme. Diese Frage ist, angesichts der häufigen Vorwürfe, Maskulisten seien rechts bis rechtsextrem, durchaus berechtigt. Die Nazikeule ist freilich weit verbreitet als Totschlaginstrument. Insbesondere die Piratenpartei hatte damit schwer zu kämpfen, dass Leute jenseits der Linie des Berliner Landesverbandes schnell als “Nazis” tituliert worden sind.

Weil man dem Nazivorwurf allzuschnell begegnet, hier einige Reflektionen dazu:

Jemanden einen Nazi zu nennen, ist eine maximale Diskreditierung. Nazis gelten als abgrundtief böse. Mögen bürgerlich Konservative noch an sich ganz nette Menschen mit einer verschrobenen Weltanschauung sein, so sind Nazis nicht einmal mehr das. Sie folgen einem falschen Weltbild, aber verhalten sich ebenfalls auch moralisch verwerflich: Durch aktive Gewalt etwa. Es ist in der Tat nicht von der Hand zu weisen, dass Nazis mindestens schwierige und tatsächlich oft auch gefährliche Zeitgenossen sind. Die NSU-Mordserie hat es deutlich gemacht.

Insofern ist der Nazi-Vorwurf der härteste Vorwurf, den man jemandem auf dem Gebiet der Politik machen kann. Als Nazi wäre man das verdammungswürdigste, was man sich vorstellen kann. Damit verbunden ist freilich die Gefahr, den Menschen seiner Würde zu berauben. Der Hardcore-Nazi ist ein ziemlicher Fiesling, der keinen Respekt verdient. Es scheint sogar legitim, ihn mit Gewalt zu bekämpfen. Wenn ich dann als “Nazi” beschimpft werde, muss ich also auch befürchten, dass ich als jemand angesehen werde, gegen den Gewalt gerechtfertigt ist. Der Nazi-Vorwurf beinhaltet also eine gewisse Entpersönlichung und Entindividualisierung dessen, den er trifft.

Zugleich ist Nazismus der absolute Skandal. Wo sich Nazismus zeigt, ist man heftig alarmiert und empört. Es gibt da augenscheinlich nichts zu diskutieren: Faschismus, so ein landläufiger Slogan, sei keine Meinung, sondern ein Verbrechen. Verbrechen diskutiert man aber nicht, man verfolgt und bestraft die Verbrecher. Die tatsächlichen Greuel der Nazi-Zeit geben den Nazi-Jägern scheinbar recht: Wer angesichts von KZs und Weltkrieg immer noch Nazi ist, kann nur ein schlimmer Mensch sein. Die Bösartigkeit des Dritten Reiches berechtigt zur Empörung über jeden, der dafür noch Sympathien hegt.

Wie gesagt, Nazis sind tatsächlich ein Problem. Doch hier will ich danach fragen, wie sich dieses Thema “Nazis” in gewissen Milieus auswirkt. Einer der Effekte ist eben die Empörung. Diese Empörung ist rückhaltlos. Es gibt hier gar keinen Grund, seine Emotionen zu bändigen, weil ja der Faschismus so ungeheuer böse ist. Wer angesichts aktueller Nazis seine Empörung bezähmt, gerät da eher in den Verdacht, ein Opportunist zu sein. Die Empörung über Nazis ist dagegen ein Ausweis der eigenen moralischen Urteilsfähigkeit. Weil ich mich empöre, zeige ich, dass ich Nazismus grundfalsch finde und zwar aus tiefster Persönlichkeit heraus, auf Gefühlsebene. Deshalb ist Empörung auch ein Signal, das zeigt: Schau her, das ist meine Moral!

Diejenigen, die dazu schweigen, erscheinen dagegen als ungewollte Unterstützer der Nazis. Schon in der Weimarer Republik schwieg mancher Bürger, der nicht wirklich glauben mochte, wie bösartig die Nazis waren. Dieses Schweigen, so denkt man als aufrechter Antifaschist, dürfe sich nicht wiederholen. Deshalb ist die Empörung richtig.

Ich halte es selber freilich für richtig, Nazis zu bekämpfen, doch die direkte Auseinandersetzung mit ihnen ist hier nicht mein Thema. Es geht eher um die Binnenwirkung des Nazivorwurfes. Er setzt Emotionen frei, die nicht nur einfach zugelassen werden, sondern auch noch geadelt sind als Ausdruck des “richtigen” moralischen Empfindens. Diese Emotionalität ist aber immer eine Bedrohung der Zivilität. Wer nur noch emotional reagiert, vergisst das Nachdenken, das Abwägen des eigenen Handelns und Urteilens. Emotionen treten spontan auf und der Empörte agiert spontan, ohne lange Reflektion. Gleichzeitig fühlt er sich dazu berechtigt und angesichts der großen Gefahr fühlt er sich auch zu drastischen Aktionen berechtigt: “Thanks Bomber Harris” malte sich eine Aktivistin am Rande einer Anti-NPD-Demo auf die Brüste.

Nazi-Vorwürfe schüren also den Skandal, die Empörung und damit den emotionalen Ausnahmezustand. In der demokratischen Gesellschaft (mit all ihren Macken) ist es eher üblich, im öffentlichen Raum halbwegs sachlich miteinander umzugehen. Die Regeln des öffentlichen Umgangs miteinander wie die Regeln des Alltages in Beruf und Uni überhaupt sind mitunter etwas lästig und einengend und sie sorgen für einen langweiligen Ablauf des Immergleichen. Die als übergroß empfundene Gefahr des neuen Nazismus, die prompte Empörung und die selbst empfundene Berechtigung zu drastischen Aktionen erlauben dann den Ausstieg aus den üblichen Regeln des Umganges miteinander. Sie schaffen einen Ausnahmezustand, der auch als Entlastung von der Langweiligkeit des Alltagslebens fungieren kann. Man zieht heroisch in den Kampf, führt den Kampf mit Wucht und erzeugt damit natürlich allerlei Abenteuer, etwa durch Auseinandersetzungen mit Polizei und anderen jugendlichen Subkulturen.

Dies alles geschieht, kein Wunder bei der angestrebten Emotionalität, politisch unreflektiert und strategisch undurchdacht. Die Rangeleien mit der Polizei bei Anti-Nazi-Demos sind immer wieder ein katastrophaler Medienspin zuungunsten der Nazigegner. Ein politisch kluger Kopf würde andere Mittel wählen, um auf die eigenen Ziele aufmerksam zu machen. Doch um diese Form der nüchternen Abwägung geht es bei dem Thema “Nazismus” wohl nicht. Es geht vielmehr um den emotionalen Ausbruch, der zugleich das Erlebnis schafft, ganz und gar unstrittig auf der Seite der “Guten” zu stehen.

 

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15 Responses to Gedanken zur Nazikeule

  1. Seitenblick says:

    > Der Nazi-Vorwurf beinhaltet also eine gewisse Entpersönlichung und Entindividualisierung dessen, den er trifft.

    Ja. Mal ganz abgesehen vom inzwischen hysterisch-inflationären Gebrauch des Nazi-Vorwurfs: Er erinnert mich oft an archaische Rituale des Ausstoßes aus der Gemeinschaft. Derartige Exkommunikationen wurden oft mit öffentlichen Verfluchungsformeln verbunden. Der so Ausgestoßene wird damit von den Mitgliedern der Gemeinschaft nicht mehr als Mensch betrachtet, ihm werden elementare Rechte aberkannt. Als faktischer Un- oder Untermensch steht er dann außerhalb der sogenannten zivilen Gesellschaft – der Vogelfreie bsw. hatte kein Recht mehr auf körperliche Unversehrtheit.

    Nun haben derartige Stigmatisierungen und Ausstoßungsrituale natürlich ihre Funktion, sie sollen Gruppenidentitäten festigen durch ein in-and-out-Schema. Und sie sollen diese Unterscheidung schnell, per eindeutigem Tagging erledigen.
    Die Empörung und der emotionale Ausnahmezustand machen wohl sehr anfällig für den Rückgriff auf geradezu archaische Mechanismen.

  2. Hm.

    Sehe ich das richtig, daß dies hier:

    “Es geht eher um die Binnenwirkung des Nazivorwurfes. Er setzt Emotionen frei, die nicht nur einfach zugelassen werden, sondern auch noch geadelt sind als Ausdruck des “richtigen” moralischen Empfindens.”

    die erste zentrale Aussage des postes ist? Wenn ja und das hier:

    “Diese Emotionalität ist aber immer eine Bedrohung der Zivilität. Wer nur noch emotional reagiert, vergisst das Nachdenken, das Abwägen des eigenen Handelns und Urteilens. Emotionen treten spontan auf und der Empörte agiert spontan, ohne lange Reflektion.”

    ist die zweite zentrale These, dann kann die zweite nur dann aus der ersten folgen, wenn Zivilität mehr als ein moralischer Begriff ist, denn Emotionen (was immer das genau sein mag) begründen niemals moralische Normen.

    Bei Schoppe, der wohl der Urheber der unseligen Rede von Zivilität ist, ließ sich das aber so, daß es gerade um Moral geht, um alles, was Verhalten vorschreibt.

    Dein Zivilitätsbegriff ist also entweder neu oder die zweite These folgt nicht aus der ersten. Im letzteren Fall geht uns aber verloren, warum

    “Gleichzeitig fühlt er sich dazu berechtigt und angesichts der großen Gefahr fühlt er sich auch zu drastischen Aktionen berechtigt: ”

    das der Fall sein soll.

    Meine These, warum wir heute in feministischen Publikationen und auch sonst fast nur noch einen parteiischen, engagierten und teilnehmenden Journalismus bzw. eine “engagierte Wissenschaft” beobachten, ist denn auch eine ganz andere:

    Emotionalisiert man ein Thema, dann führt man die Beurteilung desjenigen Sachverhalts, über den berichtet wird, auf einen Fall zurück, über den man schon entschieden hat. Man kürzt auf diese Meinungsbildung ab, indem man behauptet, daß alles schon geklärt sei: Man muß nicht mehr differenzieren, nachdenken und gegebenenfalls was Neues lernen, weil man vermeindlich auf Altbekanntes gestoßen ist. Engagierter Journalismus ist in diesem Sinne konservativ und wenn es um gesellschaftliche Themen geht konsequenterweise auch niemals progressiv.

    Die Folge ist, daß engagierter Journalismus/Wissenschaft seine Rolle als Mittel der Aufklärung verliert. Der Medienkonsument z.B. merkt das natürlich und die Art der Konsumenten ändert sich: Nur noch diejenigen, die Gefallen an Tratsch und Empörung finden, konsumieren ihn. Diejenigen, die früher z.B. die Presseprodukte zur Kenntnis genommen haben, um ihr Verständnis und ihre Macht zur Handlung zu erweitern, suchen sich heute selbst im Netz ihre Nachrichten.

    Das führt auf der einen Seite dazu, daß der Inhalt der Medien – und tun sie auch noch so wissenschaftlich, wie die FES-Studie – verflacht, denn der “neue” Medienkonsument interessiert sich mehr für die Länge der sommerlichen Röcke, als z.B. für die Hintergründe des Zerfalls des Irakischen Staates. Auf der anderen Seite führt das dazu, daß die Medien ganz andere Leute repräsentieren, ja, repräsentieren müssen, denn auch Presseprodukte müssen aufgrund ihres Inhalts verkauft werden. Und ihre Käufer sind nicht mehr die politisch interessierte Klasse.

    Als Politiker würde ich darauf so reagieren, daß mich ein Sturm im Blätterwald gegen mich viel weniger aufregen würde als früher: Denn das lesen eh nur die Deppen und was die denken, interessiert höchstens alle 4 Jahre. Und wozu gibt es schließlich Wahlkampfmanager? Die demokratische Kontrollfunktion früherer Medien gibt es folglich nicht mehr und man könnte das so formulieren, daß der Grad der Demokratisierung des Landes infolge engagierten Journalismuses abgenommen hat.

    Und nun die Pointe: Genau das aber ist im Interesse der politischen und administrativen Elite, die vor allem ihre eigenen Interessen verfolgt. Als Politiker mit solchen Motiven würde ich daher Medien IMMER mit “emotionalisierbaren Nachrichten” versorgen, weil ich auf diese Weise viel eher machen kann, was ich will. Das ist letztlich politische PR und nichts weniger.

    Das Problem an der Nazikeule sind also gar nicht die Emotionen oder die Moral. Das Problem ist, daß man nicht durch die Emotionen, sondern durch verzerrende Vereinfachung Massen mobilisiert und in bestimmte Richtungen schickt – während man selbst hinter diesem Avatar genug Spielraum für das eigentlich interessante Geschäft hat, daß man vor der öfffentlichen Kontrolle verbergen will. Mit anderen Worten: die Nazikeule ist Propaganda, politische PR und in dem Moment, wo wir uns mit dem Vorwurf ernsthaft auseinandersetzen – wie uns Arne Hoffmann das macht – hat die PR schon Erfolg.

    Also: Der ganze Moralkram ist nur ein Strohmann, den man aufbaut, um zu bekräftigen, daß es auch wirklich lohnt, hinter diesem Bus herzulaufen.

    Konsquenzen für die blogger: Totschweigen ist besser als widerlegen. Es gibt sicher noch bessere Gegenstrategien, aber die kann ich mir im Moment nicht so schnell ausdenken.

    …. hab ich mal eben so schnell hingeschrieben. Keine Ahnung, ob es richtig ist, aber war ne Idee. 🙂

  3. LoMi says:

    “Dein Zivilitätsbegriff ist also entweder neu oder die zweite These folgt nicht aus der ersten. ”

    Ich meine mit Zivilität: einen grundsätzlichen Respekt vor dem Menschen und dessen Recht auf körperliche Unversehrtheit.
    Die Emotionen, von denen ich schrieb, begründen keine Moral. Sondern die Moral begründet die Emotion: Weil Nazis halt das Böse an sich sind, ist es moralisch richtig, sich zu empören. Für gewöhnlich steuert und managt man seine Gefühle, beherrscht sie. Aber im Falle der Nazis gestattet man sich Emotionen pur, weil man sich über Nazis empören müsse. Solche Rechtfertigung unbeherrschter Emotionen schlägt dann schnell um in Grenzverletzungen.

    “Das Problem an der Nazikeule sind also gar nicht die Emotionen oder die Moral. Das Problem ist, daß man nicht durch die Emotionen, sondern durch verzerrende Vereinfachung Massen mobilisiert und in bestimmte Richtungen schickt – während man selbst hinter diesem Avatar genug Spielraum für das eigentlich interessante Geschäft hat, daß man vor der öfffentlichen Kontrolle verbergen will.”

    Das sehe ich genauso. Eine solche Vereinfachung nutzt Politikern und sie wird rege instrumentalisiert. So lassen sich ja auch personalisierende Wahlkämpfe führen, die bloß noch mit vermeintlich sympathischen POlitikerfiguren hantiert.

    Was aber FES-“Studie” und Piraten angeht: Hier habe ich einfach den Eindruck, dass die Nazi-Emotionalisierung bedeutet, sofort jede Diskussion zu stoppen und gegnerische Meinungen niederzuschreien. Allerdings ist diese Form der Diskursverweigerung doch noch rest-diskursiv. Denn ohne es ausführlich zu begründen, wird dann ja doch mit dem Nazi-Greuel argumentiert, um das eigene Handeln als richtig zu rechtfertigen. Es gelingt diesen Leuten eben auch nicht, einfach so gegen den Gegner loszuschlagen. Man möchte sich trotzdem irgendwie legitimieren.

    Freilich kann man, Deiner These folgend, auch hier vermuten, dass hinter der Emotions-Oberfläche eine andere Agenda der Machtpolitik verfolgt wird, die man mit der Emotion gut verbergen kann. Es ist ja auch ein bisschen eine “Haltet den Dieb”-Strategie.

    • “Hier habe ich einfach den Eindruck, dass die Nazi-Emotionalisierung bedeutet, sofort jede Diskussion zu stoppen und gegnerische Meinungen niederzuschreien.”

      Genau darauf will ich hinaus: Es wird suggeriert, daß man schon alles weiß und nicht mehr zu denken braucht, so daß die Zeit für Urteile da ist – Urteile, die man auch schon kennt und von denen jeder – insofern er sich mit ihnen moralisch profiliert – profitiert.

      Schneller kann man Leute nicht dazubringen, über eine Sache nachzudenken als dadurch, daß man ihnen suggeriert, daß diese Sache nichts Neues enthält.

      “Freilich kann man, Deiner These folgend, auch hier vermuten, dass hinter der Emotions-Oberfläche eine andere Agenda der Machtpolitik verfolgt wird”

      Feminismus war immer und zuallererst politisch und diese Leute sind nicht doof – jedenfalls nicht so bescheuert. Sie wissen, wie man sich durchsetzt, aber wir Maskulisten fallen immer noch drauf rein, weil wir – wie Gehrhard – glauben, es gehe um reine Wahrheitssuche.

      Tut es nicht. Und das war auch noch nie so. Und wir Maskulisten haben uns mal wieder vorführen lassen.

      • LoMi says:

        “Sie wissen, wie man sich durchsetzt, aber wir Maskulisten fallen immer noch drauf rein, weil wir – wie Gehrhard – glauben, es gehe um reine Wahrheitssuche.”

        Es wird solche Wahrheitssuche-Fraktionen geben, aber es gibt eben jene, die klar und deutlich sagen: Es geht um die Diskurshoheit. Habe ich genau so in der Uni gehört, begründet mit Foucault, nach dem es ja eh keine Wahrheit gebe, sondern nur Diskurse.

        Aber Du hast recht, wir sind da oft naiv, vermutlich, weil wir selber an die Wahrheitssuche als Ideal glauben. Aber faktisch ist es eben doch eine Machtfrage und viele, die halt aus VErmeidung von Konflikten schweigen, wenn die Berufsfrauen reden, wissen das ja auch, ihr Schweigen zeigt es ja bereits an.

      • “Aber Du hast recht, wir sind da oft naiv, vermutlich, weil wir selber an die Wahrheitssuche als Ideal glauben.”

        Nichts gegen die Wahrheitssuche – aber hier sind wir reingefallen:

        Die Feministen wollen, daß wir uns gegen das image der neokonservativen, christlichen und rechtsradikalen Frauenhasser wehren – so haben wir zu tun und kümmern uns nicht um Feministen.

        Außerdem ist es äußerst schwer, etwas zu widerlegen, was sowieso nicht gegeben ist, denn zugleich werden wir als Kreidefresser, als Lügner und Scheinheilige hingestellt.

        Sehr clever – und Arne und Co fallen immer wieder drauf rein.

        Nein, wir müssen lernen, wie wir uns gegen Propaganda wehren, anstatt unsere Zeit mit ihr zu verschwenden.

        “Aber faktisch ist es eben doch eine Machtfrage und viele, die halt aus VErmeidung von Konflikten schweigen, wenn die Berufsfrauen reden, wissen das ja auch, ihr Schweigen zeigt es ja bereits an.”

        Richtig.

        Also:

        Warum beschäftigen wir uns nicht mit Machtfragen, mit Propagandatechniken, mit Gegenpropaganda, sondern üben uns in Zivilität?

        Das wird nichts nützen. Und darum bestärken uns die Feministen darin, das beweisen zu wollen. Moralische Anständigkeit, gefühlter Maskulismus a la Schoppe ist vor allem eines – politisch nutzlos.

        Rumzukrakelen wie männerstreik, Kai V oder Gerhard ist genauso wenig iwrksam – Geiferei macht alles schlimmer.

        Aber von den Kommunikationswissenschaften lernen, die ja gerade als Wissenschaft von der Wirksamkeit von Propagande aufgeblüht sind in den letzten Jahrzehnten – das sollten wir tun.

        Wir müssen lernen, uns gegen Propaganda zu wehren, Gegenpropaganda zu machen, politische PR eben, denn was wurde bisher nicht gemacht.

        Keiner von uns hat da Ahnung, wir sind betroffen, schreiben Erfahrungsberichte, distanzieren uns von allem Bösen und prangern an. Aber wir haben keine Ahnung davon, wie man die Öffentlichkeit dazu bringt, sich für uns zu interessieren, wie man die Öffentlichkeit gegen Feministen aufbringt.

        Aber dan müssen wir lernen, denn Arne hat uns vorgemacht, wie es nicht geht: Der macht seit 15 Jahren Männerrechte und ich hab noch keine beeindruckende politische PR von ihm gesehen. Und deshalb krepelt er auch immer noch vor sich hin – genau wie wir.

        Schau dir mal an, was der Feminismus zwischen 1965 und 1980 geschafft hat. Ist ne Menge mehr, oder?

        Eben. Lernen wir von ihnen. Wir sind wie Kinder, die sich ungerecht behandelt fühlen.

        Aber so geht das nicht mehr, das reicht mir nicht mehr.

      • petpanther says:

        @Elmar

        “Warum beschäftigen wir uns nicht mit Machtfragen, mit Propagandatechniken, mit Gegenpropaganda, sondern üben uns in Zivilität?”

        Schon mal ein richtige Erkenntnis, dass wir seit langer Zeit zum Narren gehalten werden.

        Es geht nicht um Erkenntnis, bessere Argumente, … etc. sondern nur um Macht sich ungeniert Privilegien zu verschaffen, ohne sich verantworten zu müssen. Und das macht man am besten über Stigmatisierungen, Legendenbildung, Dämonisierung etc.. Jene die man mit Propaganda erreichen kann.

        Dazu braucht man aber Werte, die man missbrauchen kann. Stigmatisierungen über Unterstellungen, die einem dann auch abgekauft werden. Der Feminismus, bzw. übergeordnet der Gynozentrismus, dreht hier über geschlechtsspezifisch alte instinktive Täter-Opfer Schema wie auch Verdrängungskonkurrenz unter Männern (Teile-und-Herrsche, dienliche Pudel).

        Wollen wir das? Und wenn, haben wir die?

        Zur zweiten Frage fällt mir männliche Disponibilität, d.h. als Mann nicht wirklich in den Menschenrechten enthalten etc. ein. Aber wen kümmern schon weiße Mäuse, die an die Schlange verfüttert werden. Dazu sind die doch da.

        Zur ersten kann ich mich nicht wirklich bekennen.

      • “Schon mal ein richtige Erkenntnis, dass wir seit langer Zeit zum Narren gehalten werden.”

        Ja, wir haben noch viel zu lernen.

        “Dazu braucht man aber Werte, die man missbrauchen kann. Stigmatisierungen über Unterstellungen, die einem dann auch abgekauft werden.”

        Völlig richtig. Deshalb behaupten wir auch schon seit Ewigkeiten, daß der Feminismus traditionelle Geschlechterparadigmen perpetuiert. Und nun wissen wir auch, warum er das machen MUSS.

      • petpanther says:

        “Deshalb behaupten wir auch schon seit Ewigkeiten, daß der Feminismus traditionelle Geschlechterparadigmen perpetuiert. Und nun wissen wir auch, warum er das machen MUSS.”

        Eben, weil er dann weiter unterstellen kann.

        So funktioniert es. Und so funktioniert jede Sündenbockideologie, die sich an Werte anwanzt und faschistisch (hier über Gender) wird. Die Mitläufer fressen dann. Die meisten Frauen wie auch Pudel. Der Sack wird dann über die Ideologisierung der wissenschaftlichen Institutionen und der Medien dicht gemacht. Und diesen Mechanismus kennen wir.

      • Ach Elmar, das hast du nicht richtig verstanden. Laut jüngstem interview hat der Arne doch einen Link zu mindestens “15 politischen Aktionsformen” bei sich gepostet, die dann alle anderen nutzen sollten. ODer so ähnlich. Als ich das gelesen habe, habe ich mir auch erstmal die Faceplam vom Baum geholt…

      • Ok, dann muß ich das ja nicht mehr kontrollieren. 🙂

    • petpanther says:

      @LoMi

      “… , dass hinter der Emotions-Oberfläche eine andere Agenda der Machtpolitik verfolgt wird, die man mit der Emotion gut verbergen kann. Es ist ja auch ein bisschen eine “Haltet den Dieb”-Strategie.”

      Das ist es mit Sicherheit.

      Hier werden die Massen absichtlich zum Narren gehalten. Das ist tatsächlich dazu da, um sich über Unterdrückung und Vorteilsnahme Macht, Status und Einkommen zu sichern. Das muss aber über Stigmatisierung, Legendenbildung, Dämonisierung etc. legitimiert werden.

      Etwas genauer wäre es eine ständig und überall verfolgte Strategie der

      “Diebin, die haltet den Dieb schreit”.

      Clever.

      Es geht dabei auch immer um eigentlich nicht legitime Besitzstandswahrung. Für mich sind das genau der gleiche Menschenschlag, die tatsächlich die Charaktere waren, die dann zu den Nazis zählten, oder zum KKK, oder zu den Stalinisten, oder Maoisten … etc.

      Nur in den heutigen analogen Wertemissbrauch übertragen. So gut wie alles daran ist analog. Man kann sogar beliebig Vorgänge, die mit Gender zusammenhängen herausgreifen. Alles unter der Hand, am Rechtsstaat, der Demokratie und vor allem der Öffentlichkeit vorbei. Und wenn in der Öffentlichkeit, dann bewusst propagandistisch, andere stigmatisierend oder dämonisierend, eben auch immer wieder die Nazikeule, falls sich der Widerstand zu stark anfühlt. Man könnte in diesem Sinne auch sagen “Nazis, die haltet die Nazis schreien”.

  4. Peter says:

    Warum beschäftigen wir uns nicht mit Machtfragen, mit Propagandatechniken, mit Gegenpropaganda, sondern üben uns in Zivilität?

    @ Elmar

    Das predige ich seit Jahren. Auf lange Sicht setzt sich vielleicht das bessere Argument durch, aber auf lange Sicht sind wir alle tot.
    Ein weiteres Problem ist, dass es eine Menge Männerrechtler, Maskulisten oder wie auch immer sie sich selbst nennen gibt, die riesengrosse Angriffsflächen bieten und polittaktisch schlicht eine Katastrofe sind.

    • @Peter

      “Ein weiteres Problem ist, dass es eine Menge Männerrechtler, Maskulisten oder wie auch immer sie sich selbst nennen gibt, die riesengrosse Angriffsflächen bieten und polittaktisch schlicht eine Katastrofe sind.”

      Du hast recht und ir müssen das unbedingt verbessern.

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