Was kann linker Maskulismus? Feminismus und Organisationsethik.

Es wird oft gefragt, warum es unbedingt einen linken Maskulismus geben müsse. Nicht immer ist es wirklich notwendig, den Feminismus aus linker Perspektive zu kritisieren. Aber diese Perspektive kann helfen, Zusammenhänge aufzudecken. Das möchte ich am Beispiel des Zusammenhanges von Feminismus und Organisationsethik zeigen.

Ethik in der Hochschule

Stellen wir uns eine deutsche Hochschule vor, die sich im Zuge der Reformen umorganisiert. Dank gesetzlicher Regelungen hat die Hochschulleitung erheblich mehr Macht bekommen. Das vom Staat verordnete “New Public Management” öffnet die Türen für Konzepte aus der Wirtschaft. Managementpraktiken werden übernommen. Managertypen erscheinen als die Agenten der Modernisierung. Mit ihnen ziehen auch kulturelle Praktiken aus der Wirtschaft in die Hochschulen ein, teilweise auch von Regierungen explizit eingefordert.

Diese deutsche Hochschule baut also nicht nur ihre Strukturen um, sie gibt sich auch ein Leitbild, ein “mission statement”. In diesem Dokument beschreibt sie in wohlklingenden Worten nicht nur eine bestimmte Qualität ihrer Produkte, sondern auch die Qualität des Verhaltens ihrer Mitarbeiter. Diese sollen sich moralisch verhalten. Diese Moral ist ein Versprechen an die “Kundschaft”, dass die Hochschule insgesamt etwas Wertvolles tut. Sie produziert nicht nur Wissenschaft, sondern ihre Mitarbeiter sind allgemein anerkannten Werten verpflichtet. Wirtschaftsunternehmen geben sich selten eine solche Ethik aus reiner Überzeugung. Sie tun es, um ihrer Kundschaft zu gefallen. Es ist eine Vermarktungsstrategie. Das ist bei gemanagten Hochschulen letztlich kaum anders. Sie werben damit um politische Gunst, um Studierende und um Drittmittel. Die Ethik ist Teil der Profilierung im Wettbewerb der Hochschulen untereinander.

Feministische Verhaltensdoktrinen als Teil der Hochschulethik

Stellen wir uns also eine deutsche Hochschule vor, die diesen Weg sehr konsequent geht. Englisch dominiert und signalisiert Modernität. Es gibt ein beeindruckendes und sehr blumiges Visionsgebäude.

Ist es ein Zufall, in dieser Hochschule an vielen Orten  Aushänge zu finden, die alle Mitglieder zu besonders ethischem Verhalten mahnt? Diese Aushänge rufen auf, alle Arten von Diskriminierung und Belästigung aktiv zu unterbinden. Sie beschreiben dies in den aktuell gängigen englischen Termini: Harrasment, Insulting. Der Aushang ist das Gemeinschaftswerk von Studierendenvertretung und Hochschulleitung. Damit ist die Politik des einschlägigen Referats des ASTA zu einer offiziellen Angelegenheit geworden, durch die Leitung der Hochschule sanktioniert. Und natürlich weiterer Diskussion entzogen. Über die Anbindung an die hochfliegenden Ethiken lässt sich diese Politik auch kaum noch kritisieren. Wer kann auch etwas dagegen haben, dass Leute Verantwortung übernehmen und dass man Menschen für Übergriffen schützt?

Ökonomische Zwänge bereiten den Weg

Wir sehen hier vielleicht den Keim einer weiteren Amerikanisierung deutscher Hochschulen. In diesen tobt die Rape Culture Hysterie und man bemüht sich dort sehr intensiv um ein Regime, dass Männern Mores lehrt. Uns erscheint das in Europa rätselhaft, doch Anfänge sind gemacht. Gleichzeitig lässt sich das Rätsel doch lösen, wenn man den Zusammenhang zwischen New Public Management, verstärkter Konkurrenz der Hochschulen um Gelder und solchen Verhaltensreglements genauer in den Blick nimmt. Die offizielle Ethik ist Verkaufsargument und kein Dokument der je individuellen philosophischen Überzeugung von Hochschulmanagern. Sie richtet sich an ein Publikum. Diesem Publikum will man gefallen. Man formuliert folglich nur das, was einen Konsens findet, strittiges wird vermieden. Weil die Ethik bloß funktional ist, wird sie schlicht durchgesetzt. Diese Durchsetzung erfolgt gewissermaßen hinterrücks, weil man Werte ja nicht anordnen kann. Mit sanftem Druck wird den Mitarbeitern jedoch klar gemacht, dass diese Werte verbindlich sind. Niemand darf aus der Reihe tanzen, weil das Management hier schlechte Presse befürchtet. Wenigstens nach außen müssen alle diese Ethik in Wort und Tat vertreten. Ein offenes Diskussionsklima ist dann nicht mehr möglich. Also müssen die Mitarbeiter ihre persönlichen Überzeugungen zurückstellen. In diesem Klima lässt sich dann auch eine feministische Verhaltensdoktrin durchsetzen. Der Feminismus ist ohnehin institutionalisiert über Gleichstellungsbeauftragte, die dem ASTA politisch beispringen. Jede Diskussion um feministische Verhaltensforderungen ist wiederum polarisierend und erzeugt schlechte Presse. Es ist taktisch klüger, die feministische Ethik zu übernehmen. Das macht auch kaum noch einen Unterschied, da die ganze offizielle Ethik ein Oktroy ist. Deshalb ist es fast schon egal, welche Verhaltensgrundsätze man nach außen vorgibt zu befolgen.

Es sind letztlich die ökonomischen Zwänge, die hier dem Feminismus den Weg in die offizielle “Unternehmensethik” bahnen. Letztlich ist der Feminismus lediglich ein Mittel, um über öffentliches Ansehen Gelder zu sichern. Vermutlich spielt auch die internationale Ausrichtung der Hochschule eine Rolle: Man will auch zunehmend den Amerikanern gefallen. Diese haben wenig Verständnis für deutsche, lokal verankerte Ethikskepsis. Diese Skepsis kann sich die Hochschule nicht leisten. Sie muss befürchten, dass konkurrierende Hochschulen den Staat und finanzierende Unternehmen mehr überzeugen, weil sie die Ethik konsequenter umsetzen. Kantige Individualität skeptischer Professoren darf dann nur noch hinter verschlossenen Türen ausgelebt werden. Um keinen Preis dürfen Kritiker mit markigen Worten in die Presse gelangen. Damit ist ein System sozialer Kontrolle gut etabliert, erwachsen aus dem Kampf um die finanzielle Basis der Hochschule.

Linker Maskulismus könnte also dazu beitragen, die ökonomischen Bedingungen feministischer Erfolge aufzuklären. Der Vorzug dessen ist, dass man sich nicht mehr an einzelnen Personen abarbeitet, denen man Dummheit, Verblendung oder Unmoral unterstellen muss. Gibt es diese ökonomischen Zwänge, wäre der Versuch, diese Personen zu bekämpfen oder zu überzeugen, sinnlos. Denn dann müsste man sein Bemühen auf die größeren Zusammenhänge richten, etwa auf eine gewisse Ökonomisierung der Hochschulen an sich.

 

 

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30 Responses to Was kann linker Maskulismus? Feminismus und Organisationsethik.

  1. Sag ich doch immer, es geht um Geld, und wegen der eigenen Seelenhygiene übernehmen viele Leute, auch Studierende (! da ist er schon, ein Erfolg des Genderfeminismus – Studenten sind ausgestorben, einfach weg …) diese Ethik kritiklos.

  2. mitm says:

    Sehr gut analysiert!

    “Damit ist die Politik des einschlägigen Referats des ASTA zu einer offiziellen Angelegenheit geworden, durch die Leitung der Hochschule sanktioniert.”

    Hinzu kommt noch eine m.E. wichtige Beobachtung: Nach meinem nur bruchstückhaften Kenntnisstand sind die meisten Studenten heute ziemlich apolitisch, d.h. sie beteiligen sich nicht aktiv an studentischen Vertretungen wie z.B. allgemeinen Studentenausschüsse o.ä. Institutionen. Selbst an den Wahlen für den ASTA oder das Studentenparlament nimmt nur ein Bruchteil der Wahlberechtigten teil, Größenordnung 10%, s. http://de.wikipedia.org/wiki/Studierendenparlament
    Diese Institutionen werden daher dominiert von politischen Aktivisten, die meist dem linken bis linksradikalen und radikalfeministischen Spektrum zuzuordnen sind und die wiederum enge Verbindungen zu entsprechenden Parteien bzw. deren Nachwuchsorganisationen haben, also politisch professioneller sind als Otto Normalverbraucher. In der Studentenpopulation ist das nur eine kleine Minderheit im einstelligen Prozentbereich, die aber fast vollständig bei den Wahlen aktiviert wird und daher in den Studentenparlamenten extrem überrepräsentiert ist.
    Der ASTA hat erhebliche formale Machtpositionen, die typischerweise schon in Hochschulgesetzen verankert wird. Der ASTA ist vom Gesetzgeber sanktioniert, nicht von der Hochschulleitung. Die Leitung der Hochschule kann diese gesetzliche Machtposition nicht ignorieren, jeder entsprechende Versuch, auch noch so absurde Aktivitäten des ASTA zu verhindern, ist hochriskant.
    Ein Kern des Problems ist also die “schweigende Mehrheit” der Studenten, oder kätzerisch formuliert gesagt die politische Apathie der meisten Studenten.

    Zumindest an Hochschulen (im Gegensatz zu Unternehmen) scheint mir die politische Apathie der Studenten das Hauptproblem zu sein. Die politisch korrekte Außendarstellung ist natürlich auch ein davon unabhängiger Faktor, dessen Relevanz aber vom Einzelfall abhängt.

    • suwasu says:

      Da gebe ich Dir recht. Die Beteiligung der Studierenden ist konsequent niedrig. Sie hätten es in der Hand, die Präsenz des Feminismus zu “regulieren”.

      Dass die Macht der ASTen durch Hochschulgesetze gestützt ist, wusste ich nicht. Damit sieht das alles natürlich etwas anders aus.

      Denkbar ist, dass die Einführung von “Unternehmensethiken” aber sehr begünstigt, Feminismus einfließen zu lassen, der ja ebenfalls moralisch argumentiert und nicht als Interessengruppe auftritt. Man kann schlecht gegen Werte argumentieren. Das ist schon in der politischen Auseinandersetzung mit den Feministinnen schwierig. Wenn die Hochschulleitung dann aber noch Werte zur offiziellen Politik erklärt, wird sie eine kritische Auseinandersetzung damit eher abblocken.

      Dennoch könnten Studierende durch ihr Wahlverhalten Einfluss nehmen.

      • LoMi,

        “Studierende”? Seit wann benutzt du gendersensible Sprache? Ok, gehört nicht zum Thema, aber mal nachgefragt: Hälst du das für wichtig und relevant?

      • suwasu says:

        Elmar,

        das ist bereits das Produkt meiner institutionellen Verankerung. Der Sprachgebrauch ist mir sozusagen anerzogen worden.

        Halte ich das für relevant? Ich weiß es nicht.

      • Verstehe. Darüber müssen wir uns auch mal gründlich Gedanken machen. *seufz*

      • suwasu says:

        Definitiv.

        Sprachregelungen dieser Art haben ja etwas Bürokratisches. Man erlässt eine Vorschrift. Die Einhaltung der Vorschrift kann man prüfen. Ihre Nichteinhaltung kann man bestrafen. Man kann also Macht ausüben. Sprachregelungen dehnen die Macht von Vorgesetzten oder auch Gleichstellungsbeauftragten aus.

        Gleichzeitig sind Sprachregelungen konkret. Damit kann man also das Bedürfnis von Feministinnen nach Ergebnissen ihres Engagement befriedigen. Der Kampf gegen das diffuse, in allen Ecken der Gesellschaft vermutete Patriarchat ist ja frustrierend. Weil man das Patriarchat nicht recht fassen kann, gibt es auch keine greifbaren Ergebnisse. Also agitieren Feministinnen, aber sie können sich nicht durch Erfolge gegenüber ihren Unterstützerinnen legitimieren. Aber durch Sprachregelung kann man suggerieren, etwas erreicht zu haben. Man kann also Erfolge abrechnen. Diese Erfolge lassen sich konkret auflisten: Die und die Studienordnung sei nun auch gegendert.

        Vielleicht sind Sprachregelungen bei Feministinnen deshalb so beliebt.

      • An der willkürlichen Setzung und der Einhaltung von solchen Sprachregelungen kann man Macht erkennen. Wer sie hat und wer bereit ist, oder sein muß, diesen Machtanspruch anzuerkennen.

        In privaten Texten, zumal anonym geschriebenen, gehe ich allerdings von entsprechender Einstellungen des Autors aus …

  3. Seitenblick says:

    >Linker Maskulismus könnte also dazu beitragen, die ökonomischen Bedingungen feministischer Erfolge aufzuklären.

    Kein Widerspruch dazu, aber eine Ergänzung: Neben den ökonomischen Bedingungen könnte eine links-Individualistische Kritik zudem die Mechanismen und Formen der sozialen Kontrolle mit ihren Auswirkungen auf individuelle Freiheit herausstellen. Es geht auch um die Installation von Machtmechanismen inklusive einem Spektrum formaler und sozialer Sanktionen gegenüber dem Individuum. Das hier schnell zum Träger des abweichenden Verhaltens wird – was ja nicht neu ist.

    Das Mittel der Darstellung für derartige Konsequenzen könnten User stories und Szenarien sein, die die Auswirkungen plastisch darstellen.

    • suwasu says:

      Korrekt. Die Formen sozialer Kontrolle, die hier neu aufgesetzt werden, muss man ebenfalls analysieren. Schließlich erzeugt man mit einer solchen “Unternehmensethik” auch eine Form der Doppelzüngigkeit. Man sagt nicht mehr, was man denkt, weil es riskant wäre. Interessant daran ist, dass diese Doppelzüngigkeit nicht durch massiven Machteinsatz, etwa durch Befehl und Strafe, durchgesetzt werden muss. Es ist eine softe Machttechnik.

    • Ehrlich, das könnt ihr mit mir nicht machen:

      “Neben den ökonomischen Bedingungen könnte eine links-Individualistische Kritik zudem die Mechanismen und Formen der sozialen Kontrolle mit ihren Auswirkungen auf individuelle Freiheit herausstellen. Es geht auch um die Installation von Machtmechanismen inklusive einem Spektrum formaler und sozialer Sanktionen gegenüber dem Individuum. ”

      Ich versteh kein Wort, dieser Sprache kann ich einfach nicht folgen. Bitte reformulieren in Termen funktionaler Abhängigkeit. Ich konnte schon LoMi kaum folgen.

      • suwasu says:

        Elmar:

        Wenn ich eine Ethik einführe in der Uni, um mich damit zu verkaufen, dann kann man über diese Ethik nicht diskutieren. Sie ist zwingend notwendig. Insofern sind Abweichler von der Ethik nicht willkommen. Sie vertreten nicht nur einen anderen Standpunkt, sondern sie bedrohen die Uni in ihrem Bestand. Deshalb werden die Abweichler bekämpft.

        Sie werden aber nicht offen bekämpft, denn das wäre ja auch unethisch. Die Drohung wird versteckt. Wer nicht kooperiert, wird von der Leitung ignoriert, geschnitten, abgeblockt. Auf der Schauseite wird die Leitung bloß sagen: “Was haben Sie denn gegen die Achtung der körperlichen Integrität von Frauen? Da kann man doch gar nichts gegen sagen!” Intern wird die Leitung sich gut merken, wer da nicht mitzieht und diese Personen schon aus ökonomischen Interesse abstrafen.

      • Danke

        Dennoch:

        “Sie werden aber nicht offen bekämpft, denn das wäre ja auch unethisch.”

        Es scheint mir kein Problem zu sein, daß Ethiker für die Einhaltung ihrer normativen Forderungen offen eintreten.

      • suwasu says:

        Eine Unternehmensethik ist ja keine echte philosophische Ethik. Der Philosoph leitet sie ab und begründet seinen Standpunkt. Der Unternehmens”ethiker” setzt einfach Regeln, benutzt dafür wohlfeile Formulierungen und behauptet, das sei unbestritten richtig. Und wie wir wissen, wird in unserer Kultur mit Kritikern unbestrittener Werte seltsam umgegangen. “Frauenförderung” gilt als unbestrittener Wert, Kritik daran als gefährlich. Unternehmensethiken nutzen Werte, die auf diesem Niveau als “unbestreitbar” behauptet werden.

      • “Eine Unternehmensethik ist ja keine echte philosophische Ethik.”

        Könnte man statt “Unternehmensethik” auch “corporate identity” verwenden?

      • suwasu says:

        Ich glaube, das sind zwei verschiedene Dinge, die aber miteinander verbunden werden. Ein “Code of conduct” ist Teil der Corporate Identity, aber Corporate Identiy enthält dann wohl noch mehr, zB. Logos und dergleichen, aber auch Unternehmensziele, die nicht unbedingt ethische sein müssen.

      • suwasu says:

        Ich bin da aber kein Fachmann für. Ob ich jetzt den Begriff der Corporate Identity richtig dargestellt habe, kann ich nicht garantieren.

      • Schon klar, kommt aber nach google schon ganz gut hin.

      • Seitenblick says:

        >Ehrlich, das könnt ihr mit mir nicht machen …
        Ich versteh kein Wort, dieser Sprache kann ich einfach nicht folgen

        Jetzt siehst du mal, wie es uns manchmal mit dir geht ;-).
        Aber ok, wir arbeiten dran. Schließlich wollen wir ja interdisziplinär vorankommen. Muss jetzt leider erst mal aus dem Haus.

  4. LoMi,

    Politische Theorie ist für mich ja noch ein Buch mit Siegeln … also noch mal zum Mitschreiben für kleine Nerds, ja? *augenaufschlag*

    “Linker Maskulismus könnte also dazu beitragen, die ökonomischen Bedingungen feministischer Erfolge aufzuklären.”

    Das bedeutet, du willst dem ursprünglichen label “linker Maskulismnus” eine Komponente von Ökonomiekritik hinzufügen, die in den Ausführungen von Lucas Schoppe noch nicht da waren. Und diese lautet: Linker Maskulismus ist dann gehaltvoll, wenn er den Verlust von persönlicher Freiheit von Männern thematisiert aufgrund einer Instrumentalisierung normativer Forderungen zur Kapitalbeschaffung. Begründung: Der Wert von Freiheit und Gerechtigkeit ist höher.

    Richtig?

    “Gibt es diese ökonomischen Zwänge, wäre der Versuch, diese Personen zu bekämpfen oder zu überzeugen, sinnlos.”

    Hab ich noch nicht verstanden – warum?

    • suwasu says:

      ““Gibt es diese ökonomischen Zwänge, wäre der Versuch, diese Personen zu bekämpfen oder zu überzeugen, sinnlos.”

      Hab ich noch nicht verstanden – warum?”

      Siehe Finanzmarktkrise: Es macht keinen Sinn, Manager wegen ihrer “Gier” anzuprangern, wenn sie lediglich den Systemlogiken folgen. Sie tun also, was opportun ist bzw. was sie im Dienste ihrer Unternehmen tun müssen.

      Es lohnt also nicht, einen konkreten Manager als “gierig” zu skandalisieren und den abzulösen. Der nächste Manager wird das selbe tun. Insofern muss man das System verändern und nicht (nur) das Personal.

      “Und diese lautet: Linker Maskulismus ist dann gehaltvoll, wenn er den Verlust von persönlicher Freiheit von Männern thematisiert aufgrund einer Instrumentalisierung normativer Forderungen zur Kapitalbeschaffung. Begründung: Der Wert von Freiheit und Gerechtigkeit ist höher.”

      Ja, das ist richtig. Vorteil: Ich erkenne, welche Logik hier dazu führt, dass die Freiheit von Männern beschnitten wird. Ich komme den Ursachen erheblich näher, als wenn ich bloß “durchgeknallte Feministinnen” für diese Unfreiheit verantwortlich mache.

      • @all

        Metakommunikativer Hinweis: Logik ist eine Menge von Regeln korrekten Schließens. Die Kriterien der Korrektheit sind wählbar und daher hat Logik weder was mit Denkformen i.S.v. Kannt noch mit einer Art Leitgedanken zu tun.

        >Ja, das ist richtig.

        Noch mal zur sprachlichen Verwirrung: Laut meiner Paraphrasierung trägt der linke Maskulismus nicht dazu bei die ökonomischen Bedingungen feministischer Erfolge aufzuklären, sondern meine Paraphrasierung setzt den Erfolg des Feminismus voraus und erklärt den Verlust von Freiheit und Gerechtigkeit.

        Das ist ein gewaltiger Unterschied.

        Ich weiß im Moment nicht, wie ich eure Sprache lernen soll.

      • suwasu says:

        Ich plädiere dafür, die ökonomischen Erfolgsbedingungen aufzuklären. Ich behaupte, dass es zumindest teilweise ökonomische Zwänge sind, die die Durchsetzung des Feminismus begünstigen. Damit hat man einen Ansatzpunkt für sein Handeln: Diese ökonomischen Zwänge müssen abgemildert werden.

      • Ok, danke, hab kapiert.

      • LoMi,

        “Ich komme den Ursachen erheblich näher, als wenn ich bloß “durchgeknallte Feministinnen” für diese Unfreiheit verantwortlich mache.”

        Das ist in der Tat ne wichtige Lücke, die wir bisher kaum beackert haben.

        Und weil heute mein Tag der dummen Fragen zu sein scheint: “Setzt das nicht voraus, daß wir verstehen, wie Gesellschaft funktioniert?” (funktionieren i.S.v. x hat y zur Folge – warum auch immer)

        Wissen wir das denn? Ich meine, ich weiß, welche Probleme Physiker haben, wenn sie offene Systeme=Systeme ohne Invarianten analysieren sollen. Ohne irgendwelche Zwangsbedingungen nach denen sich das phys. System zu richten hat, sind kaum Aussagen möglich.

        Wirtschaft z.B. halte ich für ein offenes System: Geld kann geschaffen und vernichtet werden, Wirtschaftssubjekte kommen und gehen, Resourcen werden eingespeist, verschwendet und verbraucht und die Wirtschaftssubjekte handeln auch nicht immer rational.

        Das ist kein schönes Problem, sowas …. 😦

        Also: Lieber Soziologe – sag mir mal, was die Soziologen herausgefunden haben. 😀

        Ok, ich weiß, ist keine faire Frage….

      • suwasu says:

        Komme ich nachher drauf zurück…

      • suwasu says:

        Du hast mit dem Verweis auf Wirtschaft das Problem schon beschrieben. Die Gesellschaft ist ein offenes System, das sich mehr schlecht als recht erklären lässt. Man muss also Eingrenzungen vornehmen, einen bestimmten Ausschnitt betrachten und bestimmte Variablen ignorieren. Und dann gelangt man auch nur zu Wahrscheinlichkeitsaussagen.

        Allerdings kann man auf diese Weise eben mehr wissen. Bestimmte gesellschaftliche Strukturen lassen sich identifizieren. Diese Strukturen grenzen Handlungsspielräume ein, schaffen neue Handlungsoptionen. Daher lassen sich auch Aussagen der Sorte “x führt mit Wahrscheinlichkeit z zu y” treffen. Diese Strukturen ergänzen die psychologisierende Perspektive, die im Vorwurf der “Durchgeknalltheit” der Feministin steckt.

        Schwierig. Aber Schwierigkeiten eines Gegenstandes sind ja kein Grund zum Verzicht auf deren Erforschung.

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