Männer: Auch nur Menschen?

Denken wir einmal über politische Korrektheit nach. Wir wissen, dass es hier bestimmte Empfindlichkeiten gibt. Man soll über “Ausländer” nichts böses sagen, über Angehörige von Religionsgruppen nicht. Wer sich pauschalisierend über Frauen aufregt, gilt als frauenfeindlich und erntet Kritik.

Ich bin bekanntermaßen eher ein Gegner von Pirincci und finde nicht, dass man nun alle, mit denen man ein Problem hat, öffentlich dissen sollte, hemmungslos und lustvoll. Insofern macht eine gewisse Achtung vor dem Menschen immer Sinn. Aber wenn ich von Menschen spreche, deute ich bereits an, dass letztlich universelle Werte wichtig sind. Respekt sollte nicht gruppenabhängig sein.

Aber ein Teil der feministischen PC pflegt bekanntermaßen einen Doppelstandard:

Eine lesbische Frau erklärte mir kürzlich, dass Männer Defizite hätten bei der Sozialkompetenz. Männer an sich. Sie berichtete nicht von einigen Deppen, die ihr komisch gekommen sind. Sie sprach einfach von “Männern”, ohne Unterschied. Eine andere Frau beklagte sich über die Geschmacklosigkeit von Männern, insbesondere im Internet, weil diese seltsame Selfies posten. Auch das ein Merkmal “der Männer”, auch hier keine Unterscheidungen. Früher hieß es über die “Sozis”: “Die können es nicht”. Heute, so scheint es, wird der Spruch auf Männer übertragen. Es sind auffälligerweise gerade diejenigen, die in anderen Bezügen schnell den Sprachgebrauch verurteilen, als “sexistisch”, als “übergriffig”, als “rassistisch” usw. Es sind auch diejenigen oft, die eine geschlechtersensible Sprache fordern, die jedem Menschen in seiner Identität gerecht werden soll und die vermeiden soll, dass Menschen aufgrund einiger Eigenschaften pauschal ignoriert oder abgewertet werden. Aber das scheint alles für Männer nicht zu gelten, solange sie weiß und heterosexuell sind. Da scheint es ebenso korrekt zu sein, Pauschalurteile zu fällen, selbstverständlich abwertende. Über “die Männer” Schlechtes zu sagen, gilt diesen Personen offenbar nicht als verwerflich, es ist vollkommen ok.

Ebenfalls in den letzten Wochen hatte ich eine Diskussion mit einer Person, die gewisse Schwierigkeiten mit der sexuellen Identität hat, nicht für sich selbst, aber in der Konfrontation mit anderen Leuten, die ihre Identität nicht verstehen oder aggressiv ablehnen. Diese Person hat mich zunächst scharf angegriffen. Meine Fragen waren womöglich naiv und kenntnisfrei. Aber das habe ich auch gleichzeitig eingeräumt. Das half nichts, mein Verhalten galt ihr als “grenzverletzend” und “etikettierend”. Alle Mühe und Diplomatie waren zunächst vergebens. Ihre Probleme konnte ich freilich verstehen. Aber ich war trotzdem verärgert, denn ich möchte mir keine Motive unterschieben lassen. Was hatte diese Person getan? Sie hatte meine Äußerungen in ihrem Sinne interpretiert und hielt diese Interpretation für wahrer als das, was ich zu meinen Absichten sagte. Von da an galt alles, was ich noch vorbrachte, egal, wie ausgleichend ich es formulierte, als Taktik und als Versuch, diese Person in eine bestimmte klischeehafte Ecke zu drängen.

Das Thema Kommunikation und Interpretation beschäftigt mich ja schon länger. Ich hatte in der letzten Zeit im Zusammenhang mit Feminismus und Biologismus den Anspruch erhoben, mich selber zu definieren. Dieser Anspruch ist verschiedentlich bestritten worden. Vielleicht steht er auch auf wackeligen Füßen. Aber das ist mir vorläufig gleichgültig. In den geschilderten Beispielen war ich stets mit Interpretationen Anderer konfrontiert, die ich für mich nicht akzeptieren konnte. Diese Personen waren felsenfest von ihren Deutungen überzeugt und sahen meine Rechtfertigungen als Symptom von Täuschung, Selbstbetrug, Dummheit oder Boshaftigkeit. Wenn man so will, haben sie mich wegtreten lassen. Ich denke, man braucht keine ausgefeilte Theorie, um zu behaupten, dass sich das sehr negativ anfühlt und dass wir das aus irgendeinem Grund nicht recht akzeptieren mögen. Im Grunde wünschen wir uns, dass man uns zuhört und dem, was wir sagen, eine gewisse Berechtigung zuspricht. Wir lehnen es ab, dass Andere uns rundherum definieren und alle unsere Aussagen als “falsch” wegschieben.

Es muss daher eine Kernforderung sein, dass Respekt nicht vom Geschlecht abhängig gemacht wird. Die Forderung von Feministinnen, man habe schlicht zuzuhören, muss zurückgewiesen werden. Zuhören muss man einander. Feministinnen müssen sich daran messen lassen, ob sie in der Lage sind, zuzuhören. Ein Privileg haben sie nicht. Dass sie dieses gerne in Anspruch nehmen, muss bestritten werden. Feministinnen müssen sich dialogfähig zeigen oder sie müssen mit dem Etikett “fundamentalistisch” leben.

Strukturell interessant ist aber das Verhalten von Feministinnen a la Wizorek schon: Dieses Bedürfnis, als Verkünderin zu agieren, ist auffällig. Sie predigen gerne absolute Wahrheiten, die in ähnlicher Weise wie in Religionen nicht originell sind, sondern von Wiederholungen leben. Was gefällt ihnen an dieser Rolle und wie kommt es, dass deutsche Universitäten nicht in der Lage sind, diese Leute zur Selbstreflektion zu erziehen?

 

 

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39 Responses to Männer: Auch nur Menschen?

  1. evilmichi says:

    Jemanden zur Selbstreflektion erziehen… klingt super. Wie könnte man das bewerkstelligen?

    • suwasu says:

      Keine Ahnung. Aber ich meine, dass das eigentlich der Anspruch der Universität ist. Man soll verschiedene Theorien zu einem Thema kennenlernen, die einander auch widersprechen. Dann soll man lernen, jede Theorie so zu beurteilen, dass man für sich selbst das Nützliche aus ihnen herausholt. Am Ende soll man das dann zu einem eigenen Denkgebäude zusammenführen. Aber man soll zugleich sich dafür offenhalten, dass man sich irren kann und dass veränderte Umstände eine neue Theorie nötig machen.

      Dieser hohe Anspruch scheint mir nicht erfüllt.

      • evilmichi says:

        Ich finde, dass man da viel früher schon damit anfangen könnte. ZB bei der Kindererziehung. Damit meine ich die eigene Meinung als subjektiv und nicht als allgemeingültig anzusehen. Wer in der Kindheit keine Empathie gelernt hat [die definitiv notwendig ist, um auch mal die Sichtweise einer anderen Person als “subjektiv richtig” in Betracht zu ziehen] der lernt es in der Uni mit großer Wahrscheinlichkeit auch nicht.
        Ich finde, dass es nicht verkehrt klingt, aber wie könnte das in die Praxis umgesetzt werden?

      • suwasu says:

        Wenn ich das wüsste. Ich bin zwar Vater und “stets bemüht” ^^
        aber manchmal habe ich das Gefühl, dass das väterliche Erklärbärhandeln eigentlich wenig sinnvoll ist. Man kann also viel darüber reden, dass man Andere akzeptieren soll, aber das heißt nicht, dass es auch ankommt. Vielleicht ist es als gesprochenes zu abstrakt. Möglicherweise lernen die Kinder eher durch das Erleben dessen, was die Eltern tun.

      • evilmichi says:

        Ich finde, du hast das schon richtig benannt. Im Zwischenmenschlichen lernen Kinder ausschließlich, indem sie ihre Mitmenschen beobachten und deren Verhalten nachahmen. Effektiv ist mE nur, so banal das klingen mag, wer als Eltern mit gutem Beispiel voran geht. Das ist die wohl größte Herausforderung, finde ich. Gescheit daherreden kann jeder, dazu braucht es nicht viel. Doch danach zu leben, können wenige. Ich nehme mich da übrigens nicht aus, in der Theorie weiß ich auch viel häufiger, was “richtig” wäre als ich fähig bin, es auch in der Praxis konsequent umzusetzen.

      • suwasu says:

        Ja, die liebe Praxis!
        Mein liebstes Aha-Erlebnis ist immer die Situation, in der das Kind nicht tut, was ich will. Da kann ich dann immer sehen, wieviel von meinem gesprochenen Liberalismus wirklich in der Praxis ankommt. Ich ertappe mich dann zuweilen dabei, mich über den Eigensinn des Kindes zu ärgern.

      • evilmichi says:

        Oh ja.
        Wie ich das kenne. Ich muss mich dann immer bewusst daran erinnern, dass ich mir in grauer Vorzeit einmal vorgenommen hatte, meinen Kindern einen eigenen Willen zuzugestehen, weil es ja Menschen sind, die genau wie ich Bedürfnis auf Eigenständigkeit haben. Auch wenn sie die Konsequenzen ihres Handelns noch nicht in ganzer Tragweite abschätzen können.
        Und zu einem anderen Kommentar von dir muss ich hier antworten, weil es weiter unten nicht geht:
        “Aber die Frage bleibt: Warum hatte das keinen Erfolg, warum gibt es Leute wie Wizorek, die öffentlich reüssieren können?”
        Das ist eine Frage, die weder du noch ich noch sonst jemand jemals wird beantworten können. Und es ist müßig darüber zu spekulieren, warum es so vielen Menschen ganz offensichtlich massiv an Empathie mangelt. Das wird schnell hässlich und man disqualifiziert sich höchstens selbst, indem man irgendwelche Vermutungen bezüglich deren psychischer Gesundheit anstellt.

      • mitm says:

        “… auch mal die Sichtweise einer anderen Person als “subjektiv richtig” in Betracht zu ziehen”

        Kann man zumindest versuchen mit leicht verständlichen Regeln wie “was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu”. Z.B. wenn sich die Kinder gerade Legosteine stibitzen oder mit Dreck bewerfen. Genaugenommen ist das eine sehr abstrakte Rechtsbildungsregel, die man aber gut an vielen konkreten Problemen anwenden und trainieren kann. Irgendwann verinnerlichen die Kinder, die ein gewisses Grundtalent im Empathie haben, diese Regel, glaube ich zumindest. Manchen Kindern fehlt dieses Grundtalent, die heißen dann schwererziehbar.

      • suwasu says:

        Das ist die sogenannte “goldene Regel”, also ein Prinzip der Reziprozität. Diese Regel ist gewissermaßen Fundament entsprechender Pädagogik. Allerdings darf man nicht vergessen, dass die Moralfähigkeit von Kindern entwicklungspsychologisch bedingt ist. Die Fähigkeit, sich in Andere hineinzuversetzen, gewinnen sie erst spät.

        Aber die goldene Regel ist ein guter Ausgangspunkt.

        Aber die Frage bleibt: Warum hatte das keinen Erfolg, warum gibt es Leute wie Wizorek, die öffentlich reüssieren können?

      • petpanther says:

        @evilmichi

        “Und es ist müßig darüber zu spekulieren, warum es so vielen Menschen ganz offensichtlich massiv an Empathie mangelt.”

        Ich habe häufiger gehört, dass das ungebremste entgrenzte Stattgeben von Verlangen, d.h. u.a. auch das Verhindern des Erlernens von emotionaler Kontrolle des Gratifikationsaufschubs, zentral für die Fähigkeit der empathischen Wahrnehmung anderer Menschen und Ausbildung einer sozial eigenverantwortlichen Persönlichkeit ist.

        Hier herrscht offenbar ein starker Mangel. Gerade auch durch den Feminismus recht stark mit herbeigeführt.

      • petpanther says:

        Korrektur: Es muss natürlich heißen “… zentral für die *Unfähigkeit* der empathischen …”
        (Sonst wäre es ja genau das Gegenteil 🙂

  2. mitm says:

    “Ein Privileg haben sie nicht.”

    Indirekt schon, zumindest in der Selbstwahrnehmung: Zunächst einmal sind die Männer das privilegierte Geschlecht (überall durch das Patriarchat bevorteilt,…), unter Einsatz der Privilegientheorie wird daraus für die unterdrückten Frauen das Recht, den Männern beliebige Vorschriften machen zu dürfen, ihr unverdientes Privileg aufzugeben oder zu kompensieren. Diese “Machtinversion” der Privilegientheorie scheint mir sehr verbreitet, sogar unterbewußt bei weniger radikalen feministischen Akteuren.
    Die Privilegientheorie anwenden zu dürfen ist ein äußerst wirksames Privileg, von dem gerne Gebrauch gemacht wird, natürlich gerade bei der Frage, wann und wie Männer mitreden dürfen. Da ist es nur konsequent und völlig natürlich, daß feministische Allies subalterne Underdogs sind. Deswegen dürfen sich auch Frauen platt sexistisch über Männer äußern.

    Die Kommunikationsprobleme sind ein eigenes Problem, die treten ja überall auf.
    Wenn allerdings eine (ggf. falsch verstandene) Äußerung den Opferstatus von Frauen in Zweifel zieht und damit die Privilegientheorie nicht mehr anwendbar ist, kann nur aggressiv reagiert werden, weil hiermit die eigene Macht bedroht wird.

    Mit Frauen, die fest an ihren Opferstatus und an die Gültigkeit der Privilegientheorie glauben, kann man nicht sinnvoll diskutieren. Am besten verschwendet man seine Zeit nicht damit. Wenn man trotzdem gezwungen ist, sollte man versuchen, diese versteckten Annahmen explizit zu machen, z.B. indem man auf die entstehenden inneren Widersprüche hinweist.

    • Matze says:

      “…daraus für die unterdrückten Frauen das Recht, den Männern beliebige Vorschriften machen zu dürfen, ihr unverdientes Privileg aufzugeben oder zu kompensieren.”

      Da kriegen jetzt wahrscheinlich welche eine roten Hals, aber das hat für mich was von der Apartheid. “Die Schwarzen müssen hinten im Bus sitzen.” “Diese Park-Bänke sind nur für Weiße”. Hier werden wohl auch die meisten Radikalfeministinnen erkennen, das so etwas falsch ist. Trifft es aber Männer, scheinen sie blind zu sein, es ist ihnen egal oder aber sie glauben an eine genetische Überlegenheit von Frauen, aus der, in ihren Augen, berechtigterweise Sonderrechte abgeleitet werden können. Männer sind also nicht vollwertig und müssen so auch nicht behandelt werden.

      • mitm says:

        Apartheid als Prinzip geht von der intellektuellen und moralischen Überlegenheit der herrschenden Rasse aus, das Privilegienprinzip von den Unterlegenheit bzw. dem Unterdrücktsein.

        Auf den ersten Blick ein Widerspruch, den sich viele Feministen da leisten. Beides zusammen bekommt man nur widerspruchsfrei hin, wenn die männliche Überlegenheit ein unverdientes Privileg ist, das mit fiesen und unmoralischen Methoden erreicht worden ist.
        Deshalb ist das Patriarchat per definitionem keinesfalls väterlich oder fürsorglich, sondern ausschließlich verschlagen und böswillig, vor allem, wenn niemand es findet, weil es sich so gut versteckt.

      • suwasu says:

        Da mutet man sich aber selbst vieles zu:
        – Man meint, die geheimen Herrschaftsstrukturen ganz klar durchschaut zu haben
        – Man meint, dass man sich diesen Strukturen entziehen kann und zu einer nicht-manipulierten Wahrheit findet
        – Man meint, dass der eigene kritische Standpunkt “ohne Sünde” ist und dass man moralisch vollkommen rein handelt
        – Außerdem meint man auch noch, die Bedeutung von Symbolen wie Worte ganz eindeutig bestimmen zu können

        Kurz: Man hat alle Probleme der empirischen Sozialwissenschaft gelöst und hat einen Beobachterstandpunkt gefunden, von dem aus alles klar ist und von dem aus man sich nicht irren kann. Dieser Beobachterstandpunkt war ursprünglich Gott vorbehalten. Aber das war ja auch so ein fieser Patriarch …

  3. “Sie berichtete nicht von einigen Deppen, die ihr komisch gekommen sind. Sie sprach einfach von “Männern”, ohne Unterschied.”

    Wie bereits zu deinem letzten post angemerkt, finde ich die Verwendung von Anfangsvermutung über Frauen und Männer überhaupt nicht problematisch. Im Gegeneil, es kann sehr interessant sein, solche Anfangsvermutung zu überprüfen und gelegentlich stellen sich dabei Erkenntnis darüber ein, was es heißt, in der-und-der Gesellschaft als Mann oder als Frau zu leben.

    Sexismus hat nichts mit der Verwendung des Allquantor und der damit einhergehenden Möglichkeit des modus ponens zu tun, sondern damit, daß man sich weigert, über einzelne Personen korrigierende nachzudenken oder gar sie konkret kennenzulernen.

    Die Verwendung von Anfangsvermutung ist dagegen ein effizientes Mittel, sich schnell zu orientieren. Daß es nicht immer fehlerfrei arbeitet, hat nichts mit Sexismus zu tun.

    “Es sind auch diejenigen oft, die eine geschlechtersensible Sprache fordern, die jedem Menschen in seiner Identität gerecht werden soll und die vermeiden soll, dass Menschen aufgrund einiger Eigenschaften pauschal ignoriert oder abgewertet werden.”

    Von meinem Standpunkt aus ist das übertrieben, denn von ihm aus bedeutet diese Forderung, daß kein Mensch Irrtümer über ihn selbst ertragen muß, so daß andere Menschen verpflichtet sind, diese zu vermeiden.

    “unklug” scheint mir in diesem Zusammenhang ein Euphemismus zu sein.

    “Aber das scheint alles für Männer nicht zu gelten, solange sie weiß und heterosexuell sind. Da scheint es ebenso korrekt zu sein, Pauschalurteile zu fällen, selbstverständlich abwertende.”

    Vielleicht hättest du die Lesbe nach ihrer Begründung fragen sollen. Denn erst, wenn sie keine hat, macht es Sinn ihr Sexismus vorzuwerfen. Mit politischer Korrektheit hat das nicht zu tun.

    “Das half nichts, mein Verhalten galt ihr als “grenzverletzend” und “etikettierend”. ”

    Siehste: Da praktiziert jemand das Recht auf Irrtumsfreiheit über seine Person. Ist schon ziemlich arrogant, wenn jemand verlangt, daß man schon alles über ihn wissen muß, bevor man das Recht hat, mit ihm zu reden.

    “Was hatte diese Person getan?”

    Du hast dir selbst was angetan, indem du ihr Scheinrecht auf Irrtumsfreiheit respektiert hast. Aber das hat sie nicht.

    “Vielleicht steht er auch auf wackeligen Füßen.”

    Nein, ich denke, das sind 2 Paar Schuhe.

    “Diese Personen waren felsenfest von ihren Deutungen überzeugt”
    Das ist per se nichts Verwerfliches.

    “und sahen meine Rechtfertigungen als Symptom von Täuschung, Selbstbetrug, Dummheit oder Boshaftigkeit.”

    Das ist eine Immunisierungsstrategie gegen Kritik.

    “Es muss daher eine Kernforderung sein, dass Respekt nicht vom Geschlecht abhängig gemacht wird.”

    Meiner Ansicht nach haben deine Beispiele nichts mit dieser an sich richtigen Forderung zu tun.

    “Sie predigen gerne absolute Wahrheiten”

    EvoChris verwendet auch gern die Vokabel “absolute Wahrheit”. Leider ist mir trotz Philosophiestudium unklar geblieben, was an Wahrheit absolut sein könnte. Kannst du mir weiterhelfen?

    “Was gefällt ihnen an dieser Rolle und wie kommt es, dass deutsche Universitäten nicht in der Lage sind, diese Leute zur Selbstreflektion zu erziehen?”

    Unis bieten Leuten die Chance, aus sich selbst Wissenschaftler zu machen. Sie bilden nicht für einen Beruf aus und sie erziehen keine Menschen.

    • ““und sahen meine Rechtfertigungen als Symptom von Täuschung, Selbstbetrug, Dummheit oder Boshaftigkeit.”
      Das ist eine Immunisierungsstrategie gegen Kritik.”

      Lol

      “EvoChris verwendet auch gern die Vokabel “absolute Wahrheit”

      wo denn zum Beispiel?

    • suwasu says:

      ““Das half nichts, mein Verhalten galt ihr als “grenzverletzend” und “etikettierend”. ”

      Siehste: Da praktiziert jemand das Recht auf Irrtumsfreiheit über seine Person. Ist schon ziemlich arrogant, wenn jemand verlangt, daß man schon alles über ihn wissen muß, bevor man das Recht hat, mit ihm zu reden.”

      Das ist ein guter Einwurf. Über den muss ich nachdenken auch im Zusammenhang meiner hier zur Zeit immer wieder erhobenen Forderung, meine Selbstdefinition zu akzeptieren. Darin liegt die gleiche Gefahr, eine Irrtumsvermeidungspflicht vorab zu entwerfen. Jedenfalls ist dieser Anspruch sehr anmaßend, das sehe ich auch so. Abgesehen davon ist er praktisch nicht zu halten, denn zunächst begegnet man Menschen schon auf der BAsis von Schablonen (oder Typisierungen oder wie man das immer nennt).

      “EvoChris verwendet auch gern die Vokabel “absolute Wahrheit”. Leider ist mir trotz Philosophiestudium unklar geblieben, was an Wahrheit absolut sein könnte. Kannst du mir weiterhelfen?”

      Ja, aber nur dann, wenn ich in bierseliger Stimmung bin und sämtliche Reflektionsmodule im Gehirn abgeschaltet habe ^^

  4. petpanther says:

    “Es muss daher eine Kernforderung sein, dass Respekt nicht vom Geschlecht abhängig gemacht wird. Die Forderung von Feministinnen, man habe schlicht zuzuhören, muss zurückgewiesen werden. Zuhören muss man einander. Feministinnen müssen sich daran messen lassen, ob sie in der Lage sind, zuzuhören. Ein Privileg haben sie nicht. Dass sie dieses gerne in Anspruch nehmen, muss bestritten werden. Feministinnen müssen sich dialogfähig zeigen oder sie müssen mit dem Etikett “fundamentalistisch” leben.”

    M.E. absolut richtig.

    Aber fragt man vernünftig und leise an, wird einem so gut wie ausschließlich mit der Nutzung von Shaming Leerhülsen als “Argument” arrogant und paternalistisch entgegnet und bei Widerspruch an gutes Benehmen erinnert. Bei bleibender Abgrenzung bzw. Verwahrung dagegen wird dann sogar dämonisiert.

    Also bleibt nur die Option eines verstärktes Einforderns. Aber da gibt es dann sofort ein Ausweichen und es wird sich als Opfer stilisiert. Ein Drängen darauf wird dann als übergriffig gewertet. (z.B. und an die vorige Diskussion anknüpfend, es sei schlechter Stil, …etc., mit allerlei Schlauberger Trickserei in dieser Richtung). So entziehen sich Feministinnen geschickt jeglicher Verantwortung und Rechtfertigungspflicht.

    “Strukturell interessant ist aber das Verhalten von Feministinnen a la Wizorek schon: Dieses Bedürfnis, als Verkünderin zu agieren, ist auffällig. Sie predigen gerne absolute Wahrheiten, die in ähnlicher Weise wie in Religionen nicht originell sind, sondern von Wiederholungen leben. Was gefällt ihnen an dieser Rolle und wie kommt es, dass deutsche Universitäten nicht in der Lage sind, diese Leute zur Selbstreflektion zu erziehen?”

    Einschätzung m.E. warum es gefällt:

    Das ist ein Ausnutzen von einer gesellschaftlichen tolerierten Dämonisierung und indoktrinierten Gaubenssätzen mit entsprechender Pose und deren gleichzeitiger Weiterverbreitung für weitere Sozialdominanz. Auf dem vulgären Level, zur Eigenvermarktung für den eigenen Profit und narzisstischen Selbstdarstellung um z.B. Promistatus zu erlangen. Eben sektiererisches Predigen. Und der Gefallen daran ist selbsterklärend. Eine spezielle Form der sog. Social Justice Warriers, die über diese auf Resonanz stoßende, eigentlich betrügersich abzockende, Vulgarität möglich werden.

    Das mit den Universitäten ist schon schwieriger.

    Einschätzung m.E. warum Universitäten nicht in der Lage sind, diese Leute zur Selbstreflektion zu erziehen:
    Dort, wie im Rest des Landes hat eine ideologische Indoktrination wie Korruption stattgefunden, die eben auch Akademia erfasst hat, und wohl sehr sozio-ökonomisch angetrieben ist. Teilweise auch absichtlich top-down per Eliten forciert. Der unter der Hand im Fahrwasser der feministischen Ideologie bzw. dazugehörende und klammheimlich eingeführte sektiererische Genderismus ist dabei als ideologisches Herrschaftsinstrument von maßgeblicher Bedeutung.

    Und hier würde sich auch eine Diskussion um die von einigen vehement abgelehnte Begrifflichkeit des “Kulturmarxismus” und der darunter verstandenen Inhalte, einerseits der Ablehner andererseits der Befürworter, eröffnen. Da bereits die Ablehnung oder Befürwortung, die Kontroverse also, aufzeigt, dass sich hier etwas an die Wurzel weisendes Verdecktes verbirgt. Dieser Begriff kann m.E. auch nur im Zusammenhang oder als “Ergebnis” einer zunehmend solipsistischen Moderne gesehen werden. Eine Moderne also, die gern unangenehme Realitäten und Verantwortlichkeit auf allen Ebenen unter altruistisch gaukelnder Gewissenbereinigung ausblendet und für das narzisstisch einfältig Subjektive tauscht. Und das als (dann als ideologisch konstruiertes) Absolutum, despotistisch verteidigend wie auch missionarisch aufzunötigen versucht.

    Ein kultureller selbstverstärkender Kollaps, der sich aus dem Nutzen der einzelnen Profiteure und Profiteurinnen daraus nährt. Ideologisch getriebene Korruption des Gemeinwesens.

    • Leszek says:

      Petpather schrieb:

      “Und hier würde sich auch eine Diskussion um die von einigen vehement abgelehnte Begrifflichkeit des “Kulturmarxismus” und der darunter verstandenen Inhalte, einerseits der Ablehner andererseits der Befürworter, eröffnen. Da bereits die Ablehnung oder Befürwortung, die Kontroverse also, aufzeigt, dass sich hier etwas an die Wurzel weisendes Verdecktes verbirgt.”

      Petpanther nutzt hier eine Diskursstrategie, die von Anhängern irrationaler Verschwörungstheorien manchmal gerne gebraucht wird, nämlich die begründete argumentative Ablehnung einer irrationalen Verschwörungstheorie nur als erneuten Beleg für deren Richtigkeit zu deuten – ein in sich geschlossenes Wahnsystem also.

      Ersetzen wir den Begriff “Kulturmarxismus” einfach mal durch sein Äquivalent “jüdischer Bolschewismus”,

      http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdischer_Bolschewismus

      dann wird nicht nur der argumentative, sondern auch der ideengeschichtliche Gehalt von Petpanthers Aussage schnell deutlich:

      “Und hier würde sich auch eine Diskussion um die von einigen vehement abgelehnte Begrifflichkeit des “Jüdischer Bolschewismus” und der darunter verstandenen Inhalte, einerseits der Ablehner andererseits der Befürworter, eröffnen. Da bereits die Ablehnung oder Befürwortung, die Kontroverse also, aufzeigt, dass sich hier etwas an die Wurzel weisendes Verdecktes verbirgt.”

      http://www.splcenter.org/get-informed/intelligence-report/browse-all-issues/2002/fall/mainstreaming-hate

      http://de.wikipedia.org/wiki/Kevin_B._MacDonald

    • petpanther says:

      @Leszek

      Ich möchte keine Diskusstrategie benutzen.

      Mir erscheint es eher als konstruktiv dies mal ehrlich anzugehen, was sich dahinter wirklich verdichtend verbirgt bzw. verklausoliert wird. Da scheint m.E. ein Schlüssel des Verstehens zu liegen. Ganz unpolitisch, eher sozialwissenschaftlich gedacht.

      Entkrampfend.

      • petpanther says:

        Korrektur: natürlich *Diskursstrategie*

      • Nick says:

        @petpanther:
        Mir erscheint es eher als konstruktiv dies mal ehrlich anzugehen, was sich dahinter wirklich verdichtend verbirgt bzw. verklausoliert wird. Da scheint m.E. ein Schlüssel des Verstehens zu liegen. Ganz unpolitisch, eher sozialwissenschaftlich gedacht.

        Da hast du dir nur von vornherein den Blick auf das Nahestliegende versperrt, und agierst auf dem Niveau beispielsweise derjenigen, die in der Hexenverfolgung ein Programm zur Ausrottung der Frauenweisheit (oder der “überlegenen nordischen Weiblichkeit”) sehen.

        Was wohl gefiel Heinrich Kramer an seiner Rolle? Warum nur waren die Bildungsinstitutionen der frühen Neuzeit nicht in der Lage, diesem Manne Selbstreflexion beizubiegen?

        Wir haben seit zwei Jahrhunderten einen Kultus der Männerdämonisierung und seit Progressivitätsmythos. Das mediale Hypen der Wizoreks ist kein Baustein einer jüdischen Weltverschwörung, sondern gehört seit W. T. Stead zu den “journalistischen” cash-cows.

        Keine Ahnung, warum unsere offenbar völkische Maskulistenfraktion hier eine epochale Zeitenwende in den späten 1960ern ausmacht. Überhaupt keine.

      • Nick says:

        Edit: Wir haben seit zwei Jahrhunderten einen Kultus der Männerdämonisierung und seit einem Jahrhundert einen ausgeprägten, mit der “Frauenfrage” verknüpften Progressivitätsmythos.

  5. petpanther says:

    @Nick

    “Da hast du dir nur von vornherein den Blick auf das Nahestliegende versperrt, und agierst auf dem Niveau beispielsweise derjenigen, die in der Hexenverfolgung ein Programm zur Ausrottung der Frauenweisheit (oder der “überlegenen nordischen Weiblichkeit”) sehen.”

    Was wäre denn das Nahestliegende?

    “Wir haben seit zwei Jahrhunderten einen Kultus der Männerdämonisierung und seit Progressivitätsmythos. Das mediale Hypen der Wizoreks ist kein Baustein einer jüdischen Weltverschwörung, sondern gehört seit W. T. Stead zu den “journalistischen” cash-cows.”

    Da würde ich jetzt gar nicht widersprechen – bzgl. ersten Satzes und des Letzteren im Nebensatz.

    Wieso meinst du ich sähe das als Baustein einer Jüdischen Weltverschwörung? Kann von meiner Seite aus eigentlich nicht entfernter sein. So ein Quatsch spielt in meinen Überlegungen eigentlich nie eine Rolle.

    “Keine Ahnung, warum unsere offenbar völkische Maskulistenfraktion hier eine epochale Zeitenwende in den späten 1960ern ausmacht. Überhaupt keine.”

    “völkisch”? … 🙂 … da muss ich eher schmunzeln. Hab hier noch keinen solchen gesehen.

    In den späten 60ern ist schon ein etwas anderes Weltbild entstanden. In mehr als einer Hinsicht.

    “Edit: Wir haben seit zwei Jahrhunderten einen Kultus der Männerdämonisierung und seit einem Jahrhundert einen ausgeprägten, mit der “Frauenfrage” verknüpften Progressivitätsmythos.”

    Yup.

    Auch da würd ich dir zustimmen. Wäre auch interessant das einmal zu ergründen. Industrialisierung, dann ins solipsistisch poststrukturelle hineindrehende Nachkriegsmoderne? Mann seitdem nicht mehr im Haus bzw. dadurch Mann-Frau Beziehungs- und gesellschaftliches Gleichgewicht außer Ballance?

    • Nick says:

      Was wäre denn das Nahestliegende?

      Jedenfalls definitiv nicht die kulturmarxistische Weltverschwörung.

      Der naheliegendste Grund beispielsweise dafür, dass Genderismus sich an den Unis so ausbreiten konnte wie er sich ausgebreitet hat (hier wird ja immer gerne maßlos übertrieben) ist, dass dies dem politischen Willen der jeweils regierenden Parteien entspricht. Und diese werben recht offen mit ihrer “Frauendienlichkeit”, insofern gibt es wenig Gründe, hier finstre Mächte im Hintergrund am Agieren zu sehen.

      “völkisch”? … 🙂 … da muss ich eher schmunzeln. Hab hier noch keinen solchen gesehen.

      Es fällt mir schwer, einen anderen Begriff beispielsweise für das Ideologiepaket eines gewissen Herrn Roslin zu finden. Für ihn ist Geschichte nun mal weit überwiegend eine Geschichte der “Rassen”.

      In den späten 60ern ist schon ein etwas anderes Weltbild entstanden. In mehr als einer Hinsicht.

      Den Mythos der historischen Einzigartigkeit pflegen vor allem 1968er selbst. Jedenfalls was Feminismus anbelangt haben wir Mitte der 1970er eine sehr ausgeprägte Rückbesinnung auf das 19. Jahrhundert. Allerdings nicht nur dort, man kann wohl die ganze “Alternativbewegung” als eine solche Rückbesinnung betrachten.

      Was Poststrukturalismus anbelangt sind Leszeks Ausführungen wohl .. etwas substantiierter als auf guilt by association beruhende bloße Behauptungen.

      • petpanther says:

        @Nick

        “Jedenfalls definitiv nicht die kulturmarxistische Weltverschwörung.

        Der naheliegendste Grund beispielsweise dafür, dass Genderismus sich an den Unis so ausbreiten konnte wie er sich ausgebreitet hat (hier wird ja immer gerne maßlos übertrieben) ist, dass dies dem politischen Willen der jeweils regierenden Parteien entspricht. Und diese werben recht offen mit ihrer “Frauendienlichkeit”, insofern gibt es wenig Gründe, hier finstre Mächte im Hintergrund am Agieren zu sehen.aheliegend

        Diesen naheliegendsten Grund teile ich. Nur dann steht die Frage nach dem “Warum?” im Raum.

        Es ist ja das was mich interessiert. Und ich denke auch nicht, dass es eine organisierte “kulturmarxistische Weltverschwörung”. Organisiert ist aber, dass was du in diesem Absatz m.E. zurecht erwähnst dann sehr wohl. Und zwar auch in einer etwas verschwörerischen Art und Weise, nämlich in der wie man das von der Öffentlichkeit fernhält und bis zur Grundgesetzbeugung treibt. Die Herrschaftsinstrumentlichkeit ist da eigentlich nicht mehr wirklich zu übersehbar.

        Ich weiß, dass dieser Begriff ein Reizwort ist. Mich interessiert die inhaltliche Verdichtung und Projektion drauf, von beiden Seiten her. Da steckt m.E. sehr wohl viel dahinter. Und das ist nicht offen (gelegt).

        “Den Mythos der historischen Einzigartigkeit pflegen vor allem 1968er selbst. Jedenfalls was Feminismus anbelangt haben wir Mitte der 1970er eine sehr ausgeprägte Rückbesinnung auf das 19. Jahrhundert. Allerdings nicht nur dort, man kann wohl die ganze “Alternativbewegung” als eine solche Rückbesinnung betrachten.”

        Yup. Zustimmung.

        Offenkundig allerdings sehr und absichtlich täuschend als “progressiv” verkauft.

        “Was Poststrukturalismus anbelangt sind Leszeks Ausführungen wohl .. etwas substantiierter als auf guilt by association beruhende bloße Behauptungen.”

        Leszek’s Hinweis auf den (solipsistischen) Poststrukturalismus halte ich für richtig.

        Nur, meine ich zu erkennen, bedient sich der je nach Vorteil (Solipsismus) u.a. auch am Marxismus (vorwiegend und naheligenderweise offenbar marcusischer Ausprägung, da genau der Impulsgeber der 68er studentischen Bewegung war, insbesondere USA und Deutschland – Frankfurter Schule) und eben auch genauso und u.a. (vielleicht sogar noch stärker) an einer Crony-Form des Kapitalismus. Und Feminismus ist ähnlich aufgestellt, integriert sich hier naht- und mühelos.

        Insgesamt kommt dann ein recht, u.a. auch medial, korrupt ideologisiertes masqueradendemokratisches Gebilde heraus. Mit eugenischen und (gender)rassistischen, nach elitären Herrschaftsgesichtspunkten social engineerten (Gruppen)Elementen der sog. und dann alles beherrschenden “Identity Politics” heraus.

        Wie immer man das nennen möchte.

        Ich dachte die Reizbegrifflichkeit hätte damit etwas zu tun. Je nachdem aus welchem Blickwinkel man das betrachtet. Es wäre doch tatsächlich interessant das einmal auseinanderzunehmen. Thematisch ist die Nähe sicherlich gegeben.

      • LoMi says:

        Pet,

        ich verstehe Deine Aussagen noch nicht so recht.

        “Nur, meine ich zu erkennen, bedient sich der je nach Vorteil (Solipsismus) u.a. auch am Marxismus (vorwiegend und naheligenderweise offenbar marcusischer Ausprägung, da genau der Impulsgeber der 68er studentischen Bewegung war, insbesondere USA und Deutschland – Frankfurter Schule) und eben auch genauso und u.a. (vielleicht sogar noch stärker) an einer Crony-Form des Kapitalismus. Und Feminismus ist ähnlich aufgestellt, integriert sich hier naht- und mühelos.”

        Wo bedient sich der Poststrukturalismus eigentlich des Marxismus? Nicht, dass ich das für ausgeschlossen halte. Aber mir sind solche Anleihen nicht bekannt.

        Zweitens finde ich das Draufhauen auf den Poststrukturalismus auch etwas schwierig. Das ist ja keine homogene Front mit dogmatischen Lehren. Wie in anderen Feldern der Philosophie auch handelt es sich hier um komplexe Theorien. Diese erlauben ganz unterschiedliche Auslegungen. Zum Beispiel kann man den Poststrukturalisten Foucault ganz wunderbar gegen den Feminismus einsetzen. Sein Diskurs-Begriff ermöglicht es, feministische Realitätskonstruktionen, die zu Vermachtungen führen, aufzuarbeiten. Das alles ist möglich, weshalb ich meine, dass die Poststrukturalisten nicht im Gleichschritt marschieren und auch letztlich keine Eindeutigkeit in der Auslegung erlauben.

        Vielleicht spielt hier anderes eine wichtigere Rolle. Foucault schrieb zuweilen eben doch sehr wertend, seine Begriffe beinhalteten Wertungen, wenn sie von Disziplinarmacht und dergleichen sprachen. Will sagen: Foucault ist nicht allein Analytiker, sondern auch Rhetoriker, nutzt einen Jargon der Befreiung. In dieser Weise jargonlastig ist mitunter auch Bourdieu und ich vermute, andere frankophone Poststrukturalisten hantieren auch mit diesem rhetorischen Intellektuellentum. Darin schlägt sich der Stil der Grand Ecoles nieder. Aber könnte es nicht sein, dass hier scheinbar gediegene Professoren dank dieses Befreiungs- und Individualitätspathos die sozialen Bewegungen angelockt haben? So haben diese Profs dem Befreiungspathos ja akademische Weihe verliehen. Vielleicht ist es allein das, was sie attraktiv macht?

      • petpanther says:

        @LoMi

        “Aber könnte es nicht sein, dass hier scheinbar gediegene Professoren dank dieses Befreiungs- und Individualitätspathos die sozialen Bewegungen angelockt haben? So haben diese Profs dem Befreiungspathos ja akademische Weihe verliehen. Vielleicht ist es allein das, was sie attraktiv macht?”

        Das könnte sein. Vielleicht sind wir da alle noch auf dem Holzweg und kleben zu sehr an den begrifflichen Definitionen.

        Mir scheinen die Wörter “benutzen” bzw. “bedienen” hier eine Rolle zu spielen.

        Insbesondere im Hinblick auf die von mir versuchte Charakterisierung

        “Insgesamt kommt dann ein recht, u.a. auch medial, korrupt ideologisiertes masqueradendemokratisches Gebilde heraus. Mit eugenischen und (gender)rassistischen, nach elitären Herrschaftsgesichtspunkten social engineerten (Gruppen)Elementen der sog. und dann alles beherrschenden “Identity Politics” heraus.

        Wie immer man das nennen möchte.”

        Das erinnert mich dann auch mehr an ein dekadentes Werteentgleiten. Eine möglich gemachte intellektuell korrumpierte “Undiszipliniertheit” oder eigennützige unwidersprochen unseriöse Willkürlichkeit, eben solipsistisch im Geiste. Despotistischer Subjektivismus oder so in etwa.

      • Leszek says:

        @ Petpanther

        “Nur, meine ich zu erkennen, bedient sich der je nach Vorteil (Solipsismus) u.a. auch am Marxismus (vorwiegend und naheligenderweise offenbar marcusischer Ausprägung,”

        Da wir das ja bereits gestern bei “Alles Evolution” diskutiert hatten und auf Nachfrage nach Belegen für diese absurde Behauptung von dir ja wie üblich das große Nichts folgte, hole ich meinen gestrigen und heutigen Beitrag bei Christian zum Thema einfach mal hier rüber. In Bezug auf dich sind Argumente und Belege natürlich völlig sinnlos, aber es gibt ja noch andere Mitleser.

        Herbert Marcuse spielt im US-amerikanischen Poststrukturalismus im Allgemeinen keine Rolle. Marcuse gilt weder als wichtiger Theoretiker des US-amerikanischen Poststrukturalismus, noch auch nur als Vorläufer.

        Was jeder leicht erkennen und selbst nachprüfen kann, der auch nur mal in Einführungswerke zu verschiedenen, in den USA entstandenen Strömungen des Poststrukturalismus hineinguckt.
        Dies sei im Folgenden zum x-ten mal belegt.

        Zieht man bekannte Einführungswerke z.B. zu Gender-Theorie, Queer-Theorie, Critical Whiteness Studies etc. heran, Werke, in denen die wirklichen theoretischen und ideengeschichtlichen Grundlagen der entsprechenden Strömungen dargestellt werden, dann lässt sich die tatsächliche Relevanz von Marcuse für die Theoriebildung in diesen Strömungen ziemlich eindeutig ermitteln.

        Ich führe daher mal wieder ein paar Einführungswerke zu Critical Whiteness, Gender Studies, Queer Studies etc. auf, die ich besitze und deren Literaturverzeichnis oder Personenregister ich (soweit vorhanden) nach Marcuse durchsucht habe:

        Therese Frey Steffen: Gender – enthält eine kommentierte Bibliographie, Herbert Marcuse kommt darin nicht vor.

        Hadumond Bußmann & Renate Hof : Genus- Geschlecherforschung/Gender Studies in den Kultur- und Sozialwissenschaften – enthält ein Personenregister, Herbert Marcuse kommt darin nicht vor.

        Heinz-Jürgen Voss/Salih Alexander Wolter: Queer und (Anti-)Kapitalismus – enthält ein Literaturverzeichnis, Herbert Marcuse kommt darin nicht vor.

        Katharina Röggla: Critical Whiteness Studies – enthält ein Literaturverzeichnis, Herbert Marcuse kommt darin nicht vor.

        Annamarie Jagose: Queer Theory – enthält ein Literaturverzeichnis, Herbert Marcuse kommt darin nicht vor.

        Nina Degele: Gender/Queer Studies – enthält ein Literaturverzeichnis, Herbert Marcuse kommt darin nicht vor.

        Andreas Kraß: Queer Denken – enthält ein Personenregister, Herbert Marcuse kommt darin nicht vor.

        Gabriele Winker, Nina Degele: Intersektionalität. Zur Analyse sozialer Ungleichheiten – enthält ein Literaturregister, Herbert Marcuse kommt darin nicht vor.

        Renate Kroll (Hrsg.): Metzler Lexikon Gender Studies – kein Eintrag zu Herbert Marcuse. Unter dem Eintrag “Kritische Theorie” wird lediglich erwähnt, dass es mal Feministinnen gab, die sich auf Adornos und Horkheimers “Dialektik der Aufklärung” bezogen haben. Da es sich hierbei um das bekannteste Werk der Frankfurter Schule handelt, wäre es schon rein statistisch unwahrscheinlich, dass es nie eine Feministin gegeben hätte, die sich mal irgendwie darauf bezogen hätte. Von einem nennenswerten Einfluss der Frankfurter Schule auf die Gender Studies ist in dem Eintrag natürlich nicht die Rede, von einem Einfluss von Herbert Marcuse auf die Gender Studies erst Recht nicht.

        Luca Di Blasi – Der weiße Mann. Ein Anti-Manifest – enthält ein Literaturverzeichnis: Herbert Marcuse kommt darin nicht vor.

        In den genannten Büchern wird Herbert Marcuse also noch nicht mal am Rande erwähnt, sein Werk ist im Allgemeinen für die Theoriebildung des US-amerikanischen Poststrukturalismus völlig irrelevant.

        Hier ein schönes Zitat von Herbert Marcuse zur Ablehnung des moral- und kulturrelativistischen Prinzips von “Gruppenrechten”. Herbert Marcuse verteidigt darin den moralischen Universalismus, die Allgemeingültigkeit der Menschenrechte als einzig legitime Grundlage von emanzipatorischer Politik und wendet sich somit gegen jene relativistischen Auffassungen von Differenz und Vielfalt, die der postmodernen Identitätspolitik und dem postmodernen Multikulturalismus zugrundeliegen.

        Herbert Marcuse:

        “Ein sehr interessantes Problem liegt in der Frage, ob nicht diejenigen, die das Widerstandsrecht für sich in Anspruch nehmen, das Prinzip aufgrunddessen sie gegen das bestehende Recht Widerstand leisten, nicht selbst hervorgebracht haben.
        Das heißt, ob nicht die Berufung auf das Widerstandsrecht relativ ist und sich auf nichts anderes beruft als das besondere Interesse einer bestimmten Gruppe.
        Darf ich historisch feststellen, dass das nicht der Sinn von der Lehre vom Widerstandsrecht ist. Die Lehre vom Widerstandsrecht hat immer behauptet, dass die Berufung auf das Widerstandsrecht die Berufung auf ein höheres Recht ist, das allgemeine Gültigkeit hat, das heißt, das über das selbst definierte Recht und Privileg einer bestimmten Gruppe hinausgeht. Und es besteht wirklich eine enge Verbindung zwischen dem Widerstandsrecht und dem Naturrecht. Nun, Sie werden sagen, dass es ein solches allgemeines höheres Recht eben nicht gibt. Ich glaube, das gibt es.
        Wir nennen es heute nicht mehr Naturrecht, aber ich glaube, wenn wir heute sagen: das, was uns zum Widerstand gegen das System berechtigt, ist mehr als das relative Interesse einer spezifischen Gruppe, ist mehr als etwas, das wir selbst definiert haben, so können wir das demonstrieren. Wenn wir uns berufen auf das Recht der Humanität auf Frieden, auf das Recht der Humanität die Ausbeutung und Unterdrückung abzuschaffen, dann sind das nicht selbstgewählte spezielle Gruppeninteressen, sondern in der Tat Interessen, die als allgemeines Recht demonstrierbar sind. Deswegen können wir auch heute noch das Widerstandsrecht als ein mehr als relatives Recht in Anspruch nehmen und sollten es in Anspruch nehmen.”

        (aus: Herbert Marcuse – Das Ende der Utopie, Berlin 1967, S. 80)

        Multikulturalismus ist mit Herbert Marcuse also nicht zu machen.

      • Nick says:

        @pet:

        Da werden wohl tatsächlich Elitendiskurse eine Rolle spielen: Es bietet sich eben, insbesondere aufgrund der christlichen Prägung, geradezu an, “Normalmännlichkeit” als von “Inhärenter-/Erbsünde” befallen und als latente Bedrohung für das Gemeinwohl zu framen, und die eigene “geläuterte” Männlichkeit davon abzugrenzen. So wurde schon sehr lange eine Legitimation für Rerpessionen geschaffen. Das (Bildungs-)Bürgertum trat eben einerseits gegen die “Verkommenheit” des Adels an, andererseits aber auch gegen die “ungehobelte Sittenlosigkeit” des Plebs. “Frauenschutz” insbesondere in “Sittenangelegenheiten” war da schon immer ein hochwillkommener Aufhänger für einen entsprechenden Macht- bzw. Pädagogisierungsanspruch.

        Die “sexuelle Revolution” stellte die Legitimation als “sittliche Instanz” in Frage, insofern wurde Brownmiller, in den 1970ern, von einer undeklarierten Koalition aus Konservativen und “progressiven” Moralunternehmern massiv gehypt. Radikalfeminismus bot ein hervorragendes Surrogat für die nun nicht mehr zu rechtfertigende “Sitte”.

        Allerdings können Eliten den vorherrschenden Diskurs auch eher nicht Gestalten, sie können ihm nur Spins verpassen. Schon deshalb ist das “Kulturmarxismus”-Gedöns Unsinn. Dieser Spin stieß wohl aus vielerlei Gründen auf fruchtbarem Boden, als Stichwort könnte man vielleicht Verunsicherung durch die Obsoleszenz der “Sittlichkeit” benennen. Oder die Obsoleszenz des Wertes inbesondere der tradierten Mutterrolle.. Radikalfeminismus bietet eben Gechlechter- und Sexualkonservativismus unter dem Deckmantel der “Progressivität” und es gibt diverse Motive dafür, sich dem anzuschließen. Es gibt wohl jedenfalls regelmäßig eine win/win – Situation.

        Der (arg verbogene) Poststrukturalismus US-Amerikanischer bzw. Kanadischer Provenienz bietet, nach meiner Auffassung, eben rigide erweckungchristliche Normierungsbestrebungen unter dem Deckmantel der “freiheit vor Normen”. Er “befreit” Moralunternehmer insbesondere von der Notwendigkeit, ihre Moralansprüche intersubjektiv gültig zu begründen.

        Natürlich lässt sich Marxismus auch gut für hochgradig autoritäre Bestrebungen “benutzen”, Lenin und Stalin haben das wohl hinreichend bewiesen. Da gibt es nichts zu beschönigen. Allerdings hat Poststrukturalismus, der hier vorliegend “benutzt” wird, eben wenig mit Marxismus zu tun.

  6. petpanther says:

    @Nick

    Da sagst du ein paar “Dinge”, die ich ähnlich wahrnehme.

    z.B.
    “. “Frauenschutz” insbesondere in “Sittenangelegenheiten” war da schon immer ein hochwillkommener Aufhänger für einen entsprechenden Macht- bzw. Pädagogisierungsanspruch.”

    Und auch sonst der erste Absatz.

    Auch

    “… Radikalfeminismus bot ein hervorragendes Surrogat für die nun nicht mehr zu rechtfertigende “Sitte. …”

    und

    “…Radikalfeminismus bietet eben Gechlechter- und Sexualkonservativismus unter dem Deckmantel der “Progressivität” und es gibt diverse Motive dafür, sich dem anzuschließen. Es gibt wohl jedenfalls regelmäßig eine win/win – Situation.”

    wie auch

    “Der (arg verbogene) Poststrukturalismus US-Amerikanischer bzw. Kanadischer Provenienz bietet, nach meiner Auffassung, eben rigide erweckungchristliche Normierungsbestrebungen unter dem Deckmantel der “freiheit vor Normen”. Er “befreit” Moralunternehmer insbesondere von der Notwendigkeit, ihre Moralansprüche intersubjektiv gültig zu begründen.”

    In der heutigen ideologisiert wertebenutzenden Hype- und Hysteriewelt, insbesondere der Netzwelt von Twitter, Tumblr und Co. in der man sich dann #Aufschrei-Gefolgschaften organisieren kann, bricht sich das dann Bahn in Form von einem vulgär eigennützigen “Social Warrier”-Tum bzw. Vulgärfeminismus zur Dominanz von gesellschaftlichen “Plätzen” (siehe z.B. in der Gamerenklave #gamergate). Mit dem Ziel auch in der realen Welt damit erfolgreich zu hausieren. Ohne Rücksicht auf die Folgen.

    Es trifft dabei offenkundig auf eine sich bereits scheinheilig selbst bespiegelnde oder aber naive Öffentlichkeit und wirkt wohl auch bis in Institutionen und Regierung hinein.

    • Nick says:

      In der heutigen ideologisiert wertebenutzenden Hype- und Hysteriewelt, insbesondere der Netzwelt von Twitter, Tumblr und Co.

      Ich verstehe zwar nicht ganz, was du mit “ideologisiert wertebenutzenden Hype- und Hysteriewelt” meinst, aber früher(tm) war es ganz klar in der Hinsicht auch nicht immer besser. Schon recht kurz nach Gutenberg tauchte Heinrich Kramers “Hexenhammer” auf, die dadurch induzierte Hexenverfolgung kann wohl als Prototyp einer durch Massenmedien hochgehypten Massenhysterie und Moralpanik gelten.

      bricht sich das dann Bahn in Form von einem vulgär eigennützigen “Social Warrier”-Tum bzw. Vulgärfeminismus zur Dominanz von gesellschaftlichen “Plätzen”

      Ich finde den Begriff “Moralunternehmer” erheblich plausibler und konsequenter. “SJW” impliziert, dass nur “Linke” mit solchen Moralpaniken arbeiten. Was natürlich ziemlicher Unfug ist, die “Bewahrung überlebensnotweniger tradierter Werte” bietet häufig genug einen Vorwand für eine ausgeprägte und auch profitable moralunternehmerische Tätigkeit.

      #gamergate

      Wer nur hetzt schon seit Jahr und Tag gegen die schröcklichen Gamer? Auch hier beackert Feminismus einen Boden, den konservative Moralunternehmer schon sehr lange und beharrlich gedüngt haben. Als “SJW” könnte (und müsste man eigentlich) einwenden, dass auf lange tradiertes Ressentiment insbesondere gegen die Freizeitgestaltung der männliche Arbeiterjugend rekurriert wird.

      Die Gamer spüren jedenfalls offenbar sehr genau, wo hier der Wind herweht.

      Auch hier haben wir eine Reinkarnation eines uralten Schulterschlußes zwischen Feminismus und Konservativismus. Im 19. Jahrhundert waren eben die “Billiards” die Räume, in denen die schädliche (toxische) Männlichkeit heranwuchs. Neben der Bekämpfung des Alkohols war deshalb der WCTU (damals der weltgrößte Frauenverband) die Abschaffung der “Billiards” ein ganz besonderes Anliegen.

      Es gibt Tolerante und Moralunternehmer und “Linke” und “Rechte”. Das scheinen mir eher unabhängige Vektoren in einem n-dimensionalem Raum zu sein.

      • petpanther says:

        @Nick

        “Es gibt Tolerante und Moralunternehmer und “Linke” und “Rechte”. Das scheinen mir eher unabhängige Vektoren in einem n-dimensionalem Raum zu sein.”

        Das ist ganz sicher so. Nur gegenwärtig sind es doch deutlicher die Ersteren. Feminismus kann und wird sicherlich mit beiden gleichermaßen im Bett liegen, je nach Gelegenheit. Und auch gleichzeitig. Sieht man ja auch bei uns bereits.

        “Schon recht kurz nach Gutenberg tauchte Heinrich Kramers “Hexenhammer” auf, die dadurch induzierte Hexenverfolgung kann wohl als Prototyp einer durch Massenmedien hochgehypten Massenhysterie und Moralpanik gelten.”

        Der Name Kramer war mir in diesem Zusammenhang noch nicht so geläufig. Aber guter Vergleich. Auch die möglichen Folgen. Mit den modernen Mitteln des Internetzeitalters …

        Fängt ja teilweise schon an.

      • suwasu says:

        Also ich würde Nick hier unterstützen: Moralpaniken sind kein exklusiv linkes Territorium. Die gibt es in sehr vielen Facetten – man schlage nur mal die BILD auf. Als Ex-Arbeitsloser fallen mir die sehr regelmäßigen Kampagnen gegen die angeblich “faulen” Hartzer ein. Mit Empörung und Hysterie operiert jeder konservative (und mittlerweile auch jeder sozialdemokratische) Innenminister, wenn er Gewalttaten hochjazzt und dann sofort Vorratsdatenspeicherung etc. gefordert werden. Die von Nick erwähnten Gamer können ebenfalls ein Lied davon singen.

        Man kann das endlos fortsetzen. Selbst Pirincci und Sarrazin sind letztlich Moralpaniker gewesen.

        Man muss sich nur umschauen, um diese Paniken zu finden. In meiner Großstadt bin ich ziemlich verschont davor. Aber in kleineren Kontexten kann man schnell erleben, wie die BILD-Denke verfängt.

      • petpanther says:

        @LoMi

        “Also ich würde Nick hier unterstützen: Moralpaniken sind kein exklusiv linkes Territorium.”

        Das hatte ich auch nicht negiert. Nur die Lage des Pendels scheint mir, insbesondere was Feminismus angeht, dann doch eher politisch auf der linken Seite zu liegen.

        Beispiel: FES, die linksradikalen Gruppen an den kanadischen Unis und um die Humboldt Uni herum etc.

        Insgesamt deutet das linke wie rechte Moralunternehmer- und SJW-Tum auf eine Rattenfängerei in einer hedonistischen und auch verunsicherten Gesellschaft ohne fest installierte Wertgrundlage. Dazu boulevardisierende Presse bzw. Medien und politischer (dekonstruktiver) Dauerpopulismus.

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