Zugriff! Die Lust am Skandal.

AllesEvolution greift heute eine Meldung von Arne Hoffmann auf, dass die Zugriffszahlen auf Genderama gestiegen seien. Christian bestätigt für seinen Blog diesen Trend. Er mutmaßt nun über die Gründe des gestiegenen Interesses:

Aus meiner Sicht steigen die Zugriffszahlen immer dann, wenn bestimmte feministische Aktionen in die Presse kommen und eine gewisse Aufmerksamkeit, aber auch Widerstand erzeugen. Ob hier der Aufschrei, der durch das Buch wieder häufiger in der Presse war, erneut zugeschlagen hat (als der Aufschrei groß durch die Presse ging sind meine Zahlen auch enorm gestiegen) oder es andere Aspekte sind, wäre interessant. In den Suchbegriffen zeigt sich da kein besonderer Trend.

Ich lese das so, dass es vor allem gewisse Aufreger sind, die den Blogs eine hohe Aufmerksamkeit bescheren. Sie werden immer dann häufig frequentiert, wenn eine “bestimmte feministische Aktion” polarisiert und emotionalisiert. In diesem Fall sind auch maskulistische Blogs dank ihrer Kommentarspalten Ventile für diese Emotionen. Gleichzeitig bieten sie die Gelegenheit, diese Emotionen mit Gleichgesinnten gewissermaßen zu genießen. Aufregung ist mindestens ambivalent und nicht selten auch unterhaltsam, die Würze, die die fade Suppe des Alltages einigermaßen schmackhaft macht.

Die Medien arbeiten von je her mit dieser Emotionalisierung. Ohne es genau referenzieren zu können: In der Medientheorie heißt es, dass für Medien die Erzeugung von Aufmerksamkeit zentral ist, um die eigenen Produkte auch verkaufen zu können. Dazu braucht man, so die Theorie, Abweichungen von der Normalität, die eben aber auch hinreichend interessant sind für Leserinnen und Leser. Der Skandal erfüllt diese Bedingung, denn er zeigt eine solche Abweichung in Gestalt des Verhaltens bestimmter Personen. Weil der Skandal eine Verletzung von Normen und Werten anzeigt, emotionalisiert er auch und fordert zu Debatten heraus. Damit ein Vorgang auch zum Skandal werden kann, muss man die Fakten kreativ interpretieren und die Darstellung grob zuspitzen. Differenzierung wäre hingegen langweilig. Schon deswegen sind Mediendarstellungen oft einfach holzschnittartig und nicht selten faktisch falsch.

Aber was bewirkt die Skandalisierung wirklich? Am Ende mögen Köpfe rollen, aber der Skandal verpufft auch wieder recht schnell. Die Empörten verschwinden in der Alltagsroutine. Eine echte organisierte Bewegung entsteht dadurch nicht zwangsläufig. Außerdem folgt bald der nächste Skandal und löst den alten als Thema ab.

Wahrscheinlich wissen wir Blogger über diese Form der Aufmerksamkeit Bescheid, wenn auch nicht in Form einer Theorie. So ist es zu erklären, dass wir nicht selten durch wiederholte Schilderungen einzelner feministischer Aktionen immer wieder die Aufmerksamkeit zu wecken versuchen (ich nehme mich davon nicht aus!). All das kann natürlich auch ein dauerhaftes Interesse am Thema wecken. Zwingend stellt sich das aber nicht ein. Es ist genausogut möglich, dass der tägliche Gender-Skandal einfach nur das wohlige Gruseln beim Nachrichtenschauen ersetzt (auch hier muss ich einräumen, dass die Bloggerei und die Lektüre von Blogs für mich auch eine solche Unterhaltungsfunktion besitzt).

Es nimmt nun nicht wunder, dass Christian auf Medienprofis verweist als Auslöser von höheren Zugriffszahlen:

Vielleicht ist es die Martensteindebatte, vielleicht auch noch eher Jürgen von der Lippe (“Diese Gender-Scheiße macht mich fertig!”), denn solche Äußerungen populärer Leute bewirken einiges an Diskussionen und der feministische Aufschrei sorgt dafür, dass viele, die von der Lippe zustimmen dann ins Internet gehen.

Martenstein, so sehr ich ihm dann und wann zustimmen mag, ist nicht gerade ein gründlicher Rechercheur. Vielmehr agiert er nicht selten sehr plakativ. Er spitzt sehr gerne zu, auch auf Kosten der Fakten, und garniert das mit Humor. Dadurch provoziert er natürlich Reaktionen (es entsteht eine “Debatte”, also eine Kommentarschlacht im Journalistenkreis) und er erzeugt Lacher, also positive Erlebnisse, sprich: Unterhaltung. Diesen Unterhaltungswert haben dann und wann eben auch unsere Blogs, je nach rhetorischer Qualität der Schreibe und je nach Vermögen, besonders emotionalisierende Themen zu bearbeiten.

Ich ziehe daraus vorerst die Schlussfolgerung, dass unsere Bloggemeinde zumindest in Teilen eigentlich nur die Logik der Medien nachahmen, tendenziell eher die des Boulevards. Das gilt nicht für jene, die analytisch und argumentativ arbeiten. Aber es gilt z.B. auch dann und wann für meinen Blog. Grund genug, darüber auch mal nachzudenken.

Advertisements
This entry was posted in Uncategorized. Bookmark the permalink.

34 Responses to Zugriff! Die Lust am Skandal.

  1. wollepelz says:

    Darf ich kritisch anmerken, dass Herr Niggemeier mit diesem Artikel über Martenstein ein wenig daneben liegt.
    Aus Martensteins “könnte” wird eine feste Aussage gemacht und der Werberat von Österreich herbeigezerrt. Der Werberat von Österreich dürfte feministisch unterwandert sein. Dinge, die damit einhergehen, kritisiert Martenstein zurecht. 😉

    Niggemeier ist sowieso eine strittige Figur, die sehr einseitig argumentiert und kommentiert. Ich könnte jetzt tiefergehend arguentieren, aber dann könnte man mich wieder mit “phob” bombardieren. 😀

    • suwasu says:

      Ja, natürlich, ich verlinke Niggemeier hier nicht unbedingt als klare Autorität und ich teile auch nicht alles, was er über Martenstein sagt. Genauso wenig irrt Martenstein ja vollkommen. Aber einige Kritikpunkte Niggemeiers an Martenstein finde ich berechtigt, zumindest, wo es um Genauigkeit geht.

      Ich würde es so sagen: Martenstein spricht vielen aus dem Herzen (z.B., wenn er kritisiert, dass “alte Männer” die gesellschaftliche Gruppe sind, die jederman ungestraft bashen darf in der Öffentlichkeit). Aber er ist nicht die seriöseste Quelle und natürlich schreibt er mit spitzer Feder.

      Und damit kann er halt gut Debatten auslösen, also auch emotionalisieren.

      Bei Niggemeier sehe ich das so: Der ist bei dem Thema auch bisschen Partei. Viele seiner Artikel über Medienereignisse sind aber ganz erhellend.

      Am Ende muss man eh selber derjenige sein, der sich eine Meinung bildet.

      • wollepelz says:

        Deinen letzten Satz unterschreibe ich natürlich immer und überall! 🙂

        Martenstein muss polemisieren. Damit verdient er sein Geld. Es ist auch gut, wenn er Diskussionen auslöst.

        Niggemeier ist allerdings schwerstens ideologisch gesteuert und steht für die schöne, neue “politische Korrektheit”. Ich denke, dass eher ein Niggemeier Deinen letzten Satz verhindert als es bei Martenstein der Fall ist. 😉

        Aber gut: Ich wollte ja auch nur mal etwas anmerken. Niggemeier hat sich halt einen Ruf erarbeitet, der oft bis nie hinterfragt wird. 😉

      • suwasu says:

        Ich lese Niggemeier auch lieber dort, wo seine eigenen Haltungen weniger berührt sind und er sich auf die Analyse konzentriert.

  2. “Leserinnen und Leser” !! Geil 🙂

    • suwasu says:

      Beruflich bin ich das so gewohnt. Und noch schlimmeres. Gottseidank aber noch keine Professx und Studierx_I*_^^OOnen

      • Ist ja nicht schlimm. Zeige einfach nur gerne den “Erfolg” der Gendafemis auf. Scheinen aber nicht die hellsten Lichter zu sein, mit denen Du beruflich zu tun hast, wenn Du die immer wieder daran erinnern musst, daß es Männer und Frauen, Leserinnen und Leser, Kolleginnen und Kollegen usw. gibt. Verstehen die das nicht von sich aus oder können die sich diese Tatsache einfach nicht merken?

      • suwasu says:

        Man könnte jetzt ziemlich böse sagen: bei manchen Figuren muss man die Leute tatsächlich daran erinnern, welches Geschlecht die in Wirklichkeit haben 😉

        Aber gut, das ist halt mal ein böser Scherz.

        Die Genderisierung wird hier in meinem Umfeld von der Chefetage vorgegeben.

    • wollepelz says:

      Ich will mir mittlerweile auch wieder eine genderfreie Sprache angewöhnen und bin letztens über “Maler” und “Malerin” gestolpert. Der Begriff “Maler” bezeichnet ja einfach nur einen Beruf, dem beide Geschlechter angehören können. Es tat mir aber weh von einer Frau als Maler zu sprechen.

      Feministische Gehirnwäsche. Es gibt z. B. auch nur den Friseurberuf und nicht den Friseurinnen- und Friseurberuf. 40 Jahre Feminismus und alles ist im Arsch… 😉

      Man entschuldige bitte meine Ausdrucksweise, aber selbst Goethe würde es bei dieser Vergewaltigung der Sprache nicht besser formulieren. 😉

  3. Jegliche Selbstbeweihräucherung – und mag sie unter linken Maskulisten noch so gern gesehen sein – halte ich für falsch. Wir sind überhaupt nicht in der Lage, zu bieten, was aktuell gebraucht wird: Eine wohlbegründete Gegenwehr gegen Feminismus und Misandrie. Denn mit dem Hinweis auf Symmetrierechungen alleine und dem frommen Abwarten auf Besserung der schlimmen Feministen und Frauen kommt man allein nicht weiter.

    All das sagt ich auf diesem blog bereits.

    Am Schlimmsten ist, daß du angesichts des jüngstens Pseudo-Skandal-Videos um vorgebliche sexuelle Belästigung auf der Strasse das naheliegenste nicht einfällt: Daß wir die Freiheit der Männer, ihr Leben so zu gestalten, wie sie es wollen, zu verteidigen haben und daß dazu eben auch gehört, daß Männer gegenüber Frauen initiativ werden, ohne diesbezüglich vorher um Erlaubnis zu bitten.

    Vielleicht machen wir das ja nicht, weil uns dann unserer selbsternannter “Fööhrer” Arne Hoffmann das Lob des guten Stils entziehen würde: Denn seit wir uns der Mäßigung hingeben, sitzen wir da, artig und gescheitelt auf der Sofakante nebeneinander, halten die Knie geschlossen und erhalten Lob und werden gelobt und loben uns selbst, daß wir so gut ankommen….. hübsch. 🙂

    Ich bin unsicher, ob die Bedürfnisse aller damit abgedeckt werden. 😉

    • suwasu says:

      “Vielleicht machen wir das ja nicht, weil uns dann unserer selbsternannter “Fööhrer” Arne Hoffmann das Lob des guten Stils entziehen würde:”

      Ich denke, da irrst Du. Arne spielt gewiss eine wichtige Rolle, aber die meisten werden nicht ihr Verhalten an seiner Wertschätzung orientieren. Es wird vielmehr so sein, dass die Neigung zum gepflegten Diskurs schlicht Erziehungssache ist. Schau Dir den neuen Text von achdomina an, ein Plädoyer für Ziviliät. Das ist etwas, was man uns beigebracht hat, so sind wir letztlich schon lange. Nicht wenige Menschen glauben, dass vor allem gute Begründungen ein erfolgversprechender politischer Weg sei. Das glauben nach meiner Erfahrung nach vor allem Gebildete.

      Und ich glaube das auch, obwohl ich es nicht glaube.Ein Widerspruch? Nur oberflächlich. In meiner Großhirnrinde hat sich schon lange die Einsicht verfestigt, dass Politik vor allem eine Machtfrage ist und keine Frage der Argumente. Aber auf der emotionalen Ebene verhalte ich mich nicht so. Vielmehr versuche ich immer wieder, durch Diskussion und Begründung weiter zu kommen. Das geschieht oft auch in den hoffnungslosesten Fällen. Wider besseren Wissens. Was ich seltenst tue: Ich setze kaum Macht ein oder Machttechniken, zumindest nicht bewusst. Und hier, meine ich, wirkt eben die Erziehung.

      • ” In meiner Großhirnrinde hat sich schon lange die Einsicht verfestigt, dass Politik vor allem eine Machtfrage ist und keine Frage der Argumente. ”

        Vielleicht muß man unterscheiden, welchen Zusammenhang man betrachtet: In politischen Institutionen magst du recht haben. Wenn es aber um eine Veränderung der sozialen Realität geht, dann halte ich deinen Standpunkt für falsch. Vor allem eine Horde Männer ist ohne einende Argumente niemals zu disziplinieren.

      • suwasu says:

        Es geht nicht ohne Argumente. Aber es geht eben nicht nur mit Argumenten. Vor allem braucht man neben theoretischen Argumenten auch strategisch-taktische. Eine Bewegung muss organisiert werden, dazu muss sie ein Modell von Arbeitsteilung entwickeln und ebenso eines von Aktivitäten, die die Organisation dann ausführen soll. Das wären eher pragmatische Argumente, die Erfolge aufgrund eines Konzeptes versprechen.

        Eigentlich kann man da vom Feminismus lernen: Man schaue sich an, wie etwa die Frauenreferate der Asten an den Hochschulen sich vernetzen und koordiniert und gemeinsam eine Kampagne organisieren. Das könnte eine Männerbewegung auch. Keine große Kunst. In jeder Uni braucht es ein, zwei Männer. Diese treffen sich, um gemeinsame Inhalte und einen gemeinsamen Zeitpunkt der Kampagne abzusprechen. Dann legen sie los. Schon wird eine gewisse Breitenwirkung möglich.

        Problematisch ist nur, dass keiner von uns bezahlt wird dafür, dass er Politik macht, sondern seine Freizeit hergeben muss – anders als Frauenreferentinnen und Gleichstellungsdamen.

      • @LoMi

        “Eigentlich kann man da vom Feminismus lernen: ”

        Das dachte ich am Anfang auch. Inzwischen bin ich der Meinung, daß das ein ziemliches Mißverständnis ist, denn es ist ja nicht DER Feminimus, der alles organisiert, sondern DER Feminismus ist in den Köpfen von Personen. Und das ist der entscheidende Punkt, denn diese spezielle Ideologie befällt bestimmte Köpfe, andere nicht und kein Humanismus, der in maskulistischer Variante daherkommt, wird denselben Kader- und Chorgeist entfachen können. Die maskulistishen Enthusiasten werden Skeptiker und Individualisten sein – was Vor- und Nachteile hat. Aber wiederholen werden sie das feministische Projekt wohl kaum.

        Was wir nicht raus haben, ist, die Stärken dieser Tatsache zu nutzen.

      • suwasu says:

        “Die maskulistishen Enthusiasten werden Skeptiker und Individualisten sein – was Vor- und Nachteile hat.”

        Auf die Schnelle fällt mir da kein Weg ein, das zu nutzen. Skeptiker und Individualisten lassen sich nicht gerne in eine Art “Parteidisziplin” einbinden. Sie halten sich die Hintertür offen. Sie werden also kein striktes Regime errichten, die Bewegung dürfte vom Klima her angenehmer sein, weil man weiterhin kontrovers auftreten darf und niemand verdonnert wird, die Parteilinie zu vertreten.

        Das ist attraktiv. Damit kann man werben. Aber ob man so Politik organisieren kann, als geordnete und koordinierte Aktion? Die etablierten Parteien zeigen, dass es prinzipiell gehen kann.

        ” Inzwischen bin ich der Meinung, daß das ein ziemliches Mißverständnis ist, denn es ist ja nicht DER Feminimus, der alles organisiert, sondern DER Feminismus ist in den Köpfen von Personen. ”

        Das mag sein, aber Feministinnen benutzen Organisationsformen, die man ebenfalls nutzen kann. Sie haben sie ja auch nur übernommen von anderen.

        Ich bin mir nicht sicher, ob ich mit dem Feminismus in den Köpfen etwas anfangen kann. Da spielt ein gewisser vorauseilender Gehorsam mit rein. Weil wir, weil viele ohnehin im Sinne des Feminismus denken (Männer = Sexdämon), machen wir feministische Aktionen mit, nicken irgendwelche Kampagnen und Gesetze ab. Wir haben schlicht verlernt, die feministische Sichtweise auf Männer absurd zu finden. Würden wir sie absurd finden, würden wir auch das Treiben in Politik und Universität ablehnen. Wir halten aber die Basisannahmen für normal und teilweise auch für richtig. Das wäre der Feminismus in den Köpfen.

      • ” Das wäre der Feminismus in den Köpfen.”

        Na ja … sind wir denn in dem Punkt so kontrovers? Feminismus beansprucht, die soziale Realität zu erklären, die verstehbar zu machen und bietet zugleich eine besondere Macht zur Handlung an: Feministen können im Namen des Feminismus etwas erreichen, was Nicht-Feministen versagt ist.
        Die Kombination macht ihn attraktiv – auch wenn er nicht immer alles erklärt.

        Nun behaupte ich, daß die feminisischen Erklärungen zum Teil intuitiv einleuchten, aber trotzdem falsch sind, darüber kann man aufklären.

        Hast du dazu einen grundsätzlich anderen Standpunkt.

      • suwasu says:

        Nein, ich hätte keine grundsätzlichen Einwände.
        Ich würde es nur spezifizieren: Der Feminismus ist für einige Frauen ein Versprechen. Diese Frauen glauben also daran, dass man etwas erreichen kann.

        Für viele Männer ist der Feminismus in dem Sinne selbstverständlich, dass sie das Bild des Mannes als Fiesling und Sexdämon verinnerlicht haben. Aber sie glauben nicht an die Versprechen des Feminismus, sondern sie lassen sich von ihm beschämen und halten deshalb still.

        Hier kann man in der Tat aufklären, dass die feministische Weltaufklärung nicht stimmt.

      • Die Existenz männlicher Feministen ist mir nach wie vor ein Rätsel – obwohl ich natürlich die Standarderklärungen kenne.

      • suwasu says:

        Mir sind die auch ein Rätsel. Diese Leute sind aber nicht wichtig. Wichtig sind wir. Normale Männer. Männer mit gutem Willen. Männer, die durch solche Videos “100 Anmachen in 10 Stunden” letztlich doch wieder verunsichert werden. Männer, die zwar überhaupt keine Feministen sind, aber das negative Männerbild mit der Muttermilch aufgesogen haben.

        Das sind die Männer, die den Feministinnen in Regierung und Parlament die Tür aufhalten, wenn diese mit einer neuen Gesetzesinitiative ankommen.

      • “Das sind die Männer, die den Feministinnen in Regierung und Parlament die Tür aufhalten,”

        Und genau deshalb reicht es nicht, abzuwarten, bis die anderen sich bessern, sondern man muß die Freiheit der Männer, aus ihrem Leben das Beste zu machen, zu verteidigen wissen.

      • suwasu says:

        Korrekt. Die Frage ist nur: Warum warten wir? Manch einer mag es aus Prinzip tun. Ich glaube jedoch, dass viele es tun, weil sie es nicht anders können, sprich: keine andere Handlungsweise erlernt und die übliche nicht hinterfragt haben.

      • “Warum warten wir?”

        Entschuldige mal – gestern hast du gesagt, daß abwarten die einzige Alternative ist, weil Krach zu schlagen ungezogen ist.

        Ich finde diese Argument … *nach einem Euphemismus ringend* … unnötig.

        Ich sagte es schon: linker Maskulismus hat keinen Begriff positiver Freiheit und weil er sich daher gegen Kampagnen wie sexual street herrassment nicht verteidigen kann, ist er eine temporäre Erscheinung. Manche formulieren das kräftiger und sagen, daß linke Maskulisten sich enteiern.

        Das ist etwas dunkel formuliert, aber es geht in die richtige Richtung: Männer haben das Freiheitsrecht, Sachen zu machen, die Feministen verbieten wollen.

        SO kann man sich verteidigen. Und mit “Krach schlagen” und evolutionärer Sachlichkeit *kicher* hat das nichts zu tun.

      • suwasu says:

        “Entschuldige mal – gestern hast du gesagt, daß abwarten die einzige Alternative ist, weil Krach zu schlagen ungezogen ist.”

        Ja, das habe ich gesagt. Ist das ein wirklich reflektierter Standpunkt? Warum habe ich das gesagt? Es ist das, was ICH mir vorstellen kann. Nur kann ich mir vorstellen, dass meine Vorstellungskraft begrenzt ist.

        Worauf ich Dich aufmerksam zu machen versuche, ist das Problem der habitualisierten Artigkeit. Artigkeit als “Strategie” zu behaupten ist nicht wirklich eine Strategie, weil man (z.B. ich) nur das tut, was man schon immer tat und richtig fand. Aber da war ja keine echte Wahl zwischen echten Optionen.

        “Das ist etwas dunkel formuliert, aber es geht in die richtige Richtung: Männer haben das Freiheitsrecht, Sachen zu machen, die Feministen verbieten wollen.”

        Das geht in die richtige Richtung. Der feministische advocatus diaboli wendet aber ein: Deine Freiheit endet da, wo die der Frau beginnt! Gehst Du einer Frau auf die Ketten, dann nimmst Du ihr die Freiheit.

        Der wohlerzogene Mann übt sich in Reaktion darauf in Zurückhaltung. Ihm fehlt eine Legitimation, sich weiter so zu verhalten, vermutlich weil ihm ein Freiheitsbegriff fehlt.

        Aber dieses Problem wirst Du mit der hier gegebenen Kritik nicht lösen. Man muss das Problem analysieren. Warum verhalten sich Männer so und warum fehlt ihnen ein positiver Freiheitsbegriff? Wieso geben sie Frauen die Macht, über die moralische Qualität ihres Handelns zu entscheiden?

      • “Worauf ich Dich aufmerksam zu machen versuche, ist das Problem der habitualisierten Artigkeit.”

        Das ist mir schon klar: Der linke Maskulismus ist ja unter anderem eine Folge davon. Doch man kann mehr haben als Mensch: Jeder Mensch hat Gestaltungsrechte und genau die versucht der Feminismus einseitig umzuverteilen – auch unter Mißachtung der Rechtsstaatlichkeit. Daher ist die Verteidigung positiver Freiheit ein philosophisch reichhaltiges und legitimes Kampfmittel, daß sich der Beurteilung vom Standpunkt der Artigkeit entzieht.

        “Deine Freiheit endet da, wo die der Frau beginnt!”

        Das ist falsch. Es liegt nicht in den Freiheitsrechten der Frau, daß alles in der Welt so geschieht, daß es ihr angenehm ist.

        “Gehst Du einer Frau auf die Ketten, dann nimmst Du ihr die Freiheit.”

        Nein, ich nehme ihr die Bequemlichkeit. Ihre Freiheit mag sie behalten.

        “Der wohlerzogene Mann übt sich in Reaktion darauf in Zurückhaltung.”

        Das macht ihm unfrei. Nicht im Sinne von Zwang, aber im Sinne auf Verzicht auf seine Gestaltungsrechte, im Hinblick auf seinen Aufstieg von sozialen Almosen- und Weisungsempfänger zum sozialen Akteuer, der keine Erlaubnis anderer braucht.

        “Aber dieses Problem wirst Du mit der hier gegebenen Kritik nicht lösen.”

        Ich bin nicht sicher, daß dich das verstanden habe. Warum nicht?

        “Warum verhalten sich Männer so”

        Feministische Propaganda: Wer immer angeklagt wird, weicht zurück. Auch für linke Maskulisten gilt das.

        “und warum fehlt ihnen ein positiver Freiheitsbegriff?”

        Weil der unter anderem von Biologismus und Feminismus in harmonischer Eintracht negiert wird.

        “Wieso geben sie Frauen die Macht, über die moralische Qualität ihres Handelns zu entscheiden?”

        Das ist keine Frage an den Freiheitsbegriff, sondern an die moralische Verkommenheit von Menschen, die unter den für Frauen gültigen Bedingungen erwachsen werden.

      • suwasu says:

        “Das ist keine Frage an den Freiheitsbegriff, ”

        Das ist auch eher eine Frage der vorgelagerten Analyse. Meine Warum-Fragen sind eher empirsch, zielen ab auf die existierenden Männer, ihre Lebensbedingungen und das Verhalten, das sie unter diesen Bedingungen ausgebildet haben.

        ““Aber dieses Problem wirst Du mit der hier gegebenen Kritik nicht lösen.”

        Ich bin nicht sicher, daß dich das verstanden habe. Warum nicht?”

        Deine Kritik ist voraussetzungsreich: Du fragst mich gestern, ob ich warten will oder nicht. Das setzt voraus, dass ich das Problem der Freiheit umfänglich verinnerlicht habe und dass ich meine eigene Situation als unfrei empfinde bzw. dass ich mein eigenes Verhalten hinterfragen kann danach, ob es frei ist oder nicht.

        Wahrscheinlich wäre hier ein sokratisches Gespräch richtiger: “Was tust Du, wenn x Dein Argument in den Wind schießt? Wie verhältst Du Dich dann?” So in dem Dreh. Auf diesem Wege kann man vielleicht zu einer besseren Selbstbeobachtung finden. Es wäre mal Thema eines posts. Wenn ich nur mehr Zeit hätte…

      • “Du fragst mich gestern, ob ich warten will oder nicht. Das setzt voraus, dass ich das Problem der Freiheit umfänglich verinnerlicht habe und dass ich meine eigene Situation als unfrei empfinde bzw. dass ich mein eigenes Verhalten hinterfragen kann danach, ob es frei ist oder nicht.”

        Na ja … ich dachte, daß de Geist der Freiheit und der Zorn der Betrogenen, Ausgebeuteten und Verhöhnten in jedem glimmen – und das jeder Luftzug reicht, um ein Feuer zu entfachen. “voll verinnerlichen” ist dafür nicht nötig.

        “Wahrscheinlich wäre hier ein sokratisches Gespräch richtiger.”

        Mal langsam – schau dir mal an, was die anderen können, das ist meistens recht bescheiden. Komm daher nicht zu mir und verlang auch noch pädagogische Angemessenheit.

        “Wenn ich nur mehr Zeit hätte…”

        Verständlich. Daher schreibe ich grade nichts.

    • suwasu says:

      Das hieße in der Konsequenz: Sein Verhalten beobachten, die eigenen Strategien hinterfragen, schauen, was dabei herauskommt, ob sie Erfolg haben.

    • “Vielleicht machen wir das ja nicht, weil uns dann unserer selbsternannter “Fööhrer” Arne Hoffmann das Lob des guten Stils entziehen würde: ”

      Ein Hitler-Vergleich bei Arne? Wirklich?

      • Arne geriert sich wie ein Gutsherr … seit Monaten … einfach nur noch lächerlich.

      • suwasu says:

        Sehe ich nicht so. Und es geht am eigentlichen Problem, auf das Du aufmerksam machen willst, vorbei.

        Du müsstest nämlich fragen, ob wir “warten” oder “gemäßigt” sein tatsächlich als Strategie verstehen. Womöglich tun wir das nämlich nicht. Wir tun womöglich einfach das, was wir schon immer getan haben und glauben, es sei eine Strategie. Dabei haben wir womöglich noch gar nicht genau danach gefragt, was eine Strategie ist und ob unser Verhalten wirklich eine ist.

      • Indem er dich quasi nicht wahrnimmt oder womit macht er das?

        Und das, was er getan hat, rechtfertigt einen Vergleich mit Hitler?
        Du willst tatsächlich Kritik innerhalb des Maskulismus mit Massenmord und Genozid vergleichen?

        Komm mal klar.

      • “Indem er dich quasi nicht wahrnimmt oder womit macht er das?”

        Verdammt, du hast mich erwischt – ich wein mir jede Nacht die Augen darüber aus, daß er kein gutes Wort für mich übrig hat … *gacker*

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s