Beschämung und Schuldgefühl – wie ein Video misandrische Klischees ausnutzt

10 Stunden lief eine Schauspielerin durch New York und wurde, nach Interpretation der Kampagne “Hollaback”, gut 100 Mal sexuell belästigt.

Das Video hat zu entsprechenden Diskussionen geführt. Nicht immer gelingt es den Diskutanten, dieses Video in seinem Kontext zu verorten. Das liegt vermutlich daran, dass dieses Video Emotionen auslöst, nämlich Verunsicherung. Folgerichtig merkte ein Leser gestern an:

Stattdessen ist eher zu fragen, warum eigentlich sich die Männer von solchen Kampagnen so einschüchtern lassen? Warum beziehen so viele Männer derartige Beschimpfungen von Strohmännern offenbar auf sich selbst?

Das ist eine gute Frage. Gehen wir ihr kurz nach.

Warum schämt man sich für irgendwelche Männer?

Das Video wiederholt einen altbekannten Vorwurf der fortwährenden sexuellen Belästigung von Frauen durch Männer. Leute wie ich sind mit diesem Vorwurf groß geworden. Wir haben ihn schon als Kinder gehört. Dieser Vorwurf ist schon immer eine Form der Beschämung gewesen und diese Beschämung hat sich emotional verselbstständigt. Sie wird reaktiviert durch dieses Video.

Interessant daran ist aber, dass der Einzelne sich angesprochen fühlt, obwohl er sich andererseits sicher ist, kein Belästiger zu sein. Obwohl er eigentlich das Gefühl hat, dass er solche Belästigungen so gut wie nie beobachten kann. Offenbar fühlt sich der Einzelne in diesem Moment als Mitglied des Kollektivs der Männer. Auf emotionaler Ebene glaubt er, dass das, was irgendwelche Männer irgendwo tun, ihn irgendwie betrifft. Er schämt sich für diese Männer und fühlt sich stellvertretend für sie schuldig. Dieses Schuldgefühl ist irrational und das weiß man auch. Normalerweise glaubt man nämlich nicht, allzu viel mit anderen Männern gemeinsam zu haben oder mit all den anderen Männer gewissermaßen eine Gruppe zu bilden. So tun sich Männer offenkundig schwer damit, sich als Gruppe mit gleichen Interessen zu begreifen. Das entspricht ja durchaus dem Alltag, wo man einander als Inhaber sehr unterschiedlicher Identitäten begegnet, für die das Geschlecht zweitrangig ist. Man begegnet einander als Chef oder Angestellter, als Demonstrant oder Polizist, als Akademiker oder Facharbeiter.

Misandrische Klischees – verinnerlicht und ins eigene Selbst übernommen

Das Video aber erzeugt das Gefühl, man habe mit all diesen Leuten etwas gemeinsam und man müsse sich dafür verantwortlich fühlen. Die Gemeinsamkeit ist keine positive. Es sind negative Zuschreibungen, die verbinden: Gewaltneigung, Egoismus, Aufdringlichkeit, Triebhaftigkeit. Weil diese Dinge als wesensmäßig männlich behandelt worden sind und man eben selbst auch männlich ist, fühlt man sich durch die Fehlhandlungen anderer Männer betroffen. Bei denen zeigt sich nur, was man selber bloß diszipliniert hat. Sie sind Männer im unkultivierten Naturzustand. So wäre man auch, würde man nicht an sich arbeiten. Wer also durch das Video verunsichert ist, kämpft offensichtlich mit einem negativen Männerbild, dass die Schlechtigkeit von Belästigern als essentiell für Männlichkeit behauptet. Nur deshalb kann der einzelne Mann trotz aller Tugendhaftigkeit diese Betroffenheit entwickeln. Er hat diese negativ konnotierte Männlichkeit verinnerlicht als Dauervorwurf, dieser ist zu einem Teil seines Selbst geworden.

So kommt es zu dem absurden Ergebnis, dass rechtschaffene Männer sich schlecht fühlen, weil irgendwo auf der Welt ein Mann die Grenzen einer Frau verletzte. Diese Männer schaffen es dann nicht mehr, zu trennen zwischen sich und der jeweils individuellen Handlung der im Video gezeigten Männer.

Möglicherweise wird dieses verinnerliche Schuldgefühl noch verstärkt durch diverse eher konservativ-puritanische Moralvorstellungen des Feminismus. Dieser neigt in seiner extremen Form dazu, jegliches männliche Begehren zu stigmatisieren als Ausdruck von Ausbeutung und Egoismus. Diese Beschämung erotischer Wünsche schlägt sich nieder in allen möglichen feministischen Forderungen. Geht es gegen Pornografie, zielt man letztlich auf die männliche Schaulust. Geht es gegen Prostitution, argumentiert man in der Konsequenz gegen männliche Wünsche nach unkompliziertem und folgenlosem Sex. Bizarrer Höhepunkt der feministischen Sexualmoral waren die in früheren Jahrzehnten gängigen Behauptungen, Penetration sei Vergewaltigung und der Penis sei eine Waffe. Das natürliche Sexualverhalten und die natürliche Form des männlichen Körpers wurden damit als per se moralisch verwerflich gelabelt. Wer das in irgendeiner Weise verinnerlicht hat als Mann, kann zu sich selber nur ein zwiespältiges Verhältnis aufbauen.

Zumindest kann unter dem Dauerfeuer der Beschämung männlicher erotischer Wünsche als Form der Frauenunterdrückung ein Kollektivschuldgefühl plausibel werden. Weil auch relativ harmlose Wünsche dann schon als Anzeiger übelster Absichten gelesen werden, wird der Mann häufig daran erinnert, dass er die unzivilisierte Männlichkeit immer noch in sich trägt. Schließlich kommen diese Wünsche immer wieder auf: Er träumt dann und wann davon, ungehemmt schauen zu dürfen oder unkompliziert Sex haben zu können oder eben von diversen Spielen und Praktiken, die von Feministinnen, aber auch sonstigen Schreiberinnen als Akte der Unterwerfung der Frau dargestellt werden. Ein Beispiel dafür ist der blowjob, nicht selten als Erniedrigung der Frau beklagt.

Das Video spielt mit kollektiven, aber irrationalen Schuldgefühlen

Diese Klischees sind der Nährboden, auf dem die Betroffenheit von Männern wächst, die selber niemals eine Frau belästigt haben und stets besorgt sind, keine Grenzen zu überschreiten. Nur aufgrund der verinnerlichen Annahme, in den Belästigern zeige sich lediglich etwas, was man auch in sich trage, kann der einzelne Mann sich durch das Video angesprochen fühlen. Hätten wir dagegen eine eher juristische Logik verinnerlicht, sähen wir vor allem Individuen, die sich unterschiedlich verhalten und denen wir ausschließlich individuelle Verantwortung für etwaige Grenzverletzungen zuschreiben würden. Wir würden deutlich unterscheiden zwischen denen, die unerwünschtes tun und denen, die sich konform verhalten. Schließlich könnten wir so auch keinen Zusammenhang zu Männern im allgemeinen ziehen. Tag für Tag erleben wir Normbrüche und Fehlverhalten, aber wenn es um Politiker oder Banker geht, fühlen wir uns selten schuldig, sondern  erkennen, dass hier Individuen gehandelt haben, die man auch individuell dafür haftbar machen muss. Das Video jedoch arbeitet unterschwellig mit einer Kollektivzuschreibung an Männer, die es noch nicht einmal aussprechen muss. Genau darin liegt die Perfidie dieses Videos.

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40 Responses to Beschämung und Schuldgefühl – wie ein Video misandrische Klischees ausnutzt

  1. djadmoros says:

    Das ist gut analysiert, aber ich denke, das Thema enthält noch eine Komplikation, die davon abhängt, inwieweit man in Bezug auf den Geschlechterunterschied biologistisch oder kulturalistisch argumentiert. Ich erinnere mich an Fälle, in denen vor nicht langer Zeit auch »maskulistische« Kommentatoren sich sinngemäß dahingehend geäußert haben, dass eine besondere männliche »Triebstruktur« einer besonderen kulturellen Einhegung bedürfe.

    Denn wenn das Argument darauf hinausläuft, geschlechtstypische Verhaltensunterschiede biologisch zu begründen (und da scheint es unter »uns« auch einen Minimalkonsens zu geben), dann lässt sich die »juristische« Perspektive, von der Du sprichst, nicht so selbstverständlich einnehmen. Denn dann sind wir nicht a priori »frei«, einen voluntaristischen Standpunkt zu beziehen.

    Umgekehrt gilt das auch für die von Dir gut herausgearbeitete feministische Beschämungstaktik: wenn man das Geschlechterverhältnis konsequent kulturalistisch versteht, dann dürfte es eine solche kollektivistische Schuldzuweisung an Männer streng genommen gar nicht geben.

    Hier zeigt sich erneut, dass mit einer »Wahl« zwischen biologischen und kulturellen Argumentationen per se noch nicht allzu viel gewonnen ist: wir haben eine Dimension der Kausalzusammenhänge, in der (jetzt vereinfacht gesagt) biologisch oder kulturell argumentiert werden kann, und wir haben eine Dimension der Wertungen, in der misandrisch oder misogyn geurteilt werden kann.

    Wenn eine misandrische Wertung axiomatisch gilt, dann ist es nebensächlich, ob ich männliches Verhalten einer biologischen Triebstruktur oder einer kulturellen Institution namens »Patriarchat« zuschreibe. Umgekehrt ist es für eine Kritik des misandrischen Wertungsschemas nebensächlich, ob ich männliches (oder weibliches) Verhalten biologisch oder kulturell fundiert sehe. Solange das feministische Wertungsschema gesellschaftlich dominiert, können Feministinnen konsequent nach dem Grundsatz »Heads I win, tails you lose« handeln. Beide Dimensionen lassen sich kreuztabellieren und ergeben dann eine Matrix, in der sowohl biologische als auch kulturelle Positionen sowohl misandrisch als auch misogyn gewertet werden können.

    Trotzdem sind beide Dimensionen in der Praxis untrennbar. Denn das Verhältnis von biologischen und kulturellen Bestimmungsfaktoren geschlechtstypischen Verhaltens ist eine empirische Frage, die sich letztlich um dominierende Wertungen nicht schert und nicht scheren darf, wenn sie wissenschaftlich bleiben soll.

    Gibt es daraus einen Ausweg? Ich denke ja, und er besteht banalerweise darin, auf ein grobes, dichotomes Wertungsraster (nennen wir es »männliche vs. weibliche Erbsünde«) zu verzichten und zu feinkörnigen Betrachtungsweisen überzugehen. Sich zu den Einflüssen der eigenen »inneren Natur« reflexiv zu verhalten ist ein klassischer Bestandteil dessen, was wir als »Zivilisation« und »Aufklärung« bezeichnen, und diese Reflexivität arbeitet nicht mit Begriffen der Schuld, sondern mit Begriffen der verantwortlichen Selbststeuerung.

    Um die Pointe zu vereinfachen: *Impulskontrolle* ist eine Kompetenz und eine Verhaltenszumutung, die von beiden Geschlechtern erwartet und an beide gerichtet werden darf (pars pro toto: Sex unter Alkoholeinfluss darf nicht zu einer einseitigen Schuldzuweisung führen). Hier ist der Feminismus tatsächlich in eine fundamentale Paradoxie der so genannten »68er« verstrickt, die Entsublimierung pauschal als Befreiung gefeiert haben (fürs Protokoll: mit Ausnahme vielleicht von Wilhelm Reichs Kritik einer »repressiven Entsublimierung«), aber das gewaltsame, »übergriffige« Potential einer *kulturell entschränkten* Sexualität (siehe hierzu Schoppes Blogpost zur Odenwaldschule) nun einseitig beim Mann abladen wollen.

    • suwasu says:

      Djadmoros,

      interessante Ausführungen. In der Tat, eine Entsublimierung ist womöglich sehr lebensfern. Die Idee der Auflösung des Spannungsfeldes zwischen Trieb und Vernunft, in welche Richtung auch immer, kann eigentlich nur misslingen. Vielleicht hätte man Helmuth Plessner ernster nehmen sollen, der diese Spannung aufrechterhielt und das Spiel mit dieser Spannung zum Dreh- und Angelpunkt des Miteinanders machte. Aber damit begründete er ja auch seine Ablehnung radikaler Bewegungen. Was mir bei Plessner immer sympathisch war, dass er den Anspruch des Individuums auf Authentizität und Einzigartigkeit letztlich vermittelt hat mit der Konvention und dem Spiel. Der Feminismus scheint einseitig die Konvention zugunsten der Authentizität aufheben zu wollen, muss daran scheitern, weil das vollkommen befreite Individuum sich durch nichts mehr verständlich ausdrücken könnte. Es ist insofern auch kaum verwunderlich, dass ein solcher Feminismus nur mit Negativetiketten arbeiten kann, weil er keine positive Beschreibung der angestrebten Freiheit formulieren kann.

  2. petpanther says:

    Klasse Analyse!

    Auch die Schlußfolgerung

    “Das Video jedoch arbeitet unterschwellig mit einer Kollektivzuschreibung an Männer, die es noch nicht einmal aussprechen muss. Genau darin liegt die Perfidie dieses Videos.”

    Vielleicht noch ergänzend dazu:

    * Es ist davon auszugehen, dass damit gerechnet wurde, dass man hier hohe Zugriffszahlen erzeugen kann. Bei einem neuen Kanal ist dies, gemessen an der tatsächlichen Menge der Zugriffe, allein so eher unwahrscheinlich. Hier ist eine flankierend durchgeführte Hilfe bzw. Manipulation zu vermuten.

    Letztendlich entsprechen derart hohe Zugriffszahlen (über 32 Mill.) hohen Youtube Einnahmen, d.h. hier wird damit auch gleichzeitig bewusst sog. (m.E. verniedlichend vor dem verhetzend missbräuchlichen Hintergrund) “Moralunternehmertum” betrieben.

    * Das Video zeigt durch die etwas prekäre Ghetto-artige Umgebung vornehmlich ein Ansprechen durch Schwarze aus diesem Millieu. Das eröffnet außerdem eine rassenbezogene Dimension, die auch schon ihren Widerhall fand.

    • suwasu says:

      Laut Don Alphonso sind die hohen Zugriffszahlen wohl nicht so erwartet worden. Aber natürlich ist das Video ein Vehikel von Interessen, wie Alphonso ja auch mutmaßt. Und klar, es ist Moralunternehmertum.

      Die Frage hier ist nur: Warum funktioniert es eigentlich? Darüber muss man nachdenken. Das ist etwas, was in unseren Männerköpfen passiert. Und es ist etwas, was im Feuilleton passiert.

      • petpanther says:

        Vielleicht dazu

        (hatte gerade auf EvoChris etwas zur Quelle von Karen Straughan’s “Danger Theory”

        “As a society becomes objectively and empirically more safe, women will feign or invent issues of alleged subjective danger and/or oppression of women so as to advance and entrench the cultural, social, and legal powers, goals, and agenda of organized gynocracy.”

        geschrieben und diesen Link von ihrem Artikel bzgl. Beschämung und warum das so wirksam ist auch dazu gegeben).

        http://www.avoiceformen.com/feminism/how-some-feminist-shaming-tactics-discredit-feminist-theory/

        Quintessenz ist, dass Political Correctness, die maßgeblich auf das Beschämen von Männern etc. zurückzuführen und nur deshalb wirksam ist, weil wir nicht in einer vermeintlich misogynen, sondern tatsächlich in einer Gesellschaft leben, die Misandrie verinnerlicht hat.

        Ansonsten würde und kann das Beschämen und das zur Macht- und Kontrollausübung erzeugen von Schuldgefühlen nicht funktionieren.

      • petpanther says:

        … und ja, das passiert hauptsächlich im Feuilleton.

      • djadmoros says:

        @petpanther:

        »… und nur deshalb wirksam ist, weil wir nicht in einer vermeintlich misogynen, sondern tatsächlich in einer Gesellschaft leben, die Misandrie verinnerlicht hat.«

        So isses, und zwar seit mehr als zweihundert Jahren. Ich glaube, Kucklicks Befund zum »Unmoralischen Geschlecht« wird in seiner systematischen Bedeutung immer noch unterschätzt. Zu den »kopernikanischen Revolutionen«, die den neuzeitlichen Weg zur modernen Gesellschaft pflastern, gehört auch die kopernikanische Revolution der Geschlechterwertung, die das alte aristotelische Bild der Geschlechterhierarchie in sein Gegenteil verkehrt.

        Das vom Feminismus beanspruchte »kritische Denken« hat niemals in der Geschichte des Feminismus dazu ausgereicht, diesen Umstand zu reflektieren, an dem sich der Feminismus selbst als Produkt historischer Kräfte erweist, anstatt, wie imaginiert, über denselben zu stehen.

    • petpanther says:

      Hier noch ein Beitrag zur Methodenanalyse auf den mich Dummerjan auf EvoChris hingewiesen hat. Er enthält auch genau die Stadtteile in denen das Aufgezeichnete stattfand.

      View story at Medium.com

      • Graublau says:

        Das ist endlich mal eine vernünftige Argumentation, warum man nicht einfach irgendwie Daten erheben und dann beliebig interpretieren kann. Ein ganz besonderer Artikel, den man sich für die Zukunft aufheben sollte! Denn diese Videos arbeiten ja immer mit dem Prinzip: “Schaut Euch das mal an – das zeigt ja nur, wie schlimm unsere Gesellschaft ist”…

        Auch die Liste der Schauplätze ist interessant. Vieles stammt aus nur einer (!) Straße.

      • Nick says:

        Auch die Liste der Schauplätze ist interessant. Vieles stammt aus nur einer (!) Straße.

        So wie ich das einschätze ist das Video gezielt derart geschnitten worden, dass subtil der Eindruck entsteht dass sich das alles mehr oder weniger in einem zeitlichen Kontinuum abspielt. Hätte man zwischen X-verschieden Straßen hin und hergeschnitten, würde wesentlich deutlicher werden dass wir hier eben nicht einen repräsentativen 1:57 langen Ausschnitt sehen. Verstärkt wird das dadurch, dass die Kamaraperspektive auf die Frau sehr gekonnt stabil gehalten wird. (vermutlich hat man da bei der Postproduktion ziemlich nachgeholfen) Auch sind die Schnitte ziemlich gekonnt so gesetzt, dass sogar der Schrittrythmus beibehalten wird. Alle Achtung!

        Diese Jungs sind dagegen ziemliche Dilletanten:

        ..man “fühlt” sofort, dass es sich nicht um einen repräsentativen Ausschitt handelt, weil die o.g. Techniken nicht eingesetzt wurden. Die Schnitte sind sofort als Brüche alleine dadruch erkennbar, dass das Stadbild ständig wechselt.

        Zwar wird darauf hingewiesen, dass in 10h hundert+ “Anmachen” stattfanden – man müsste also, wenn man einen repräsentativen Zeitabschnitt abbilden wollte 6min mit einer einzigen “Anmache” zeigen – allerdings erzählen die Bilder immer eine eigene Geschichte.

        Es entsteht also so die emotionale Wahrnemung, dass die Frau allenfalls ein paar Sekunden Ruhe hat. Was selbstverständlich betroffen macht.

        Darüber hinaus erzeugen Bilder von prekäreren Stadtteilen selbstredend einen erheblich größeren Eindruck der Unsicherheit, der Bürger_in aus dem sauberen Mittschichtghetto erschiene sicher schon das bloße Herumlaufen in solchen Straßen als höchst gefährliche Situation. Und dann wird sie auch noch angesprochen! Die arme Frau ist in höchster Gefahr!

        Dass da nur Schwarze “Anmacher” gezeigt werden tut natürlich sein übriges. Ein freundliches “Have a nice day” von einem gut gekleideten mittelschicht-WHM, der nicht auf der Straße “herumlungert” erscheint wesentlich leichter als freundliches “Have a nice day”. Da sagt die “weibliche Intuition” natürlich schnell, dass die Kerle böses im Schilde führen.. (“I can exactly feel thier intentions”)

        Es fehlen eigentlich nur noch die betrunkenen und heruntergekommen irischen Einwanderer mit je 5 Kindern im Gefolge, dann ist das gute alte protestantische US-Ressentiment gegen die “Städter” komplett.

  3. Teardown says:

    Ich habe in dem Online-Artikel der Zeit “Hass Hass Hass”, der übrigens von der Autorin des SpON Artikels („Im Körper meines Feindes“, hier berichtet sie über ihre Erlebnisse als verkleideter Mann) kritisch angemerkt:

    Aktivisten der Jungen AfD oder NPD könnten in der gleichen Machart ein ekelhaft rassistisches Video drehen, indem sie eine Blondine zeigen, die durch Neukölln spazieren geht, um dann darauf hinzuweisen wie sehr Migranten unsere deutschen Frauen bedrohen. Es ist furchtbar wie hier Konzepten aus dem amerikanischen Steinzeitfeminismus (Rape Culture, weiße heterosexuelle Männer etc.) durch eine (links)liberale übernommen werden. Gedankenlos!

    Der Beitrag wurde gelöscht, mein Account wurde daraufhin gelöscht. Zwei Neuanmeldungen wurden ebenfalls gelöscht. Die Linksliberalität hört wohl dort auf, wo die Meinungsfreiheit des Andersdenkenden anfängt….

    • Teardown says:

      Grmf….Korrektur:

      “Im Körper des Feindes”, durch eine (links)liberale Zeitung

    • suwasu says:

      Ja, schon seltsam, diese Form von “Moderation” auf SPON.

    • djadmoros says:

      @Teardown:

      »Der Beitrag wurde gelöscht, mein Account wurde daraufhin gelöscht.«

      Das sind gleichermaßen politische wie journalistische Bankrotterklärungen, und wir sollten konsequent auf diesen Umstand hinweisen.

    • Graublau says:

      “Aktivisten der Jungen AfD oder NPD könnten in der gleichen Machart ein ekelhaft rassistisches Video drehen, indem sie eine Blondine zeigen, die durch Neukölln spazieren geht, um dann darauf hinzuweisen wie sehr Migranten unsere deutschen Frauen bedrohen.”

      Dass schon das ursprüngliche “Belästigungsvideo” rassistisch verwendet werden kann, darauf hat bereits Arne Hoffmann hingewiesen:

      “Tatsächlich könnte das Video von jeder rechten Website dafür verwendet werden zu illustrieren, dass Einwanderer für “unsere” Frauen hochproblematisch wären.”

      Dieser Punkt wurde auch bereits aufgegriffen und thematisiert. Das ist auch tatsächlich etwas, mit dem man stechen kann: Ein Feminismus, der “intersektionelle Diskriminierung” beseitigen will, kann nicht ein leicht rassistisch interpretierbares Video für seine Zwecke verwenden.

      Schön auch der Beitrag eines männlichen Modells, das zeigt, wie ein (eben sehr gut aussehender!) Mann ebenfalls angestarrt und angequatscht wird. Hier wird dann ja sogar die Konvention durchbrochen, dass der Mann die Frau ansprechen muss.

      • petpanther says:

        @Graublau

        Dir ist schon klar, dass Hollerback eher die andere Ecke ist?

        Zur Illustration das Blatt der die Identity Politics betreibenden Liberals, die New York Times:

        “Should Black And Hispanic Men Be Banned From Chatting Up White Feminist Women?”

        http://dailycaller.com/2014/11/02/new-york-times-should-black-and-hispanic-men-be-banned-from-chatting-up-white-feminist-women/

      • djadmoros says:

        @petpanther:

        »Dir ist schon klar, dass Hollerback eher die andere Ecke ist?«

        Das heißt also, die rassistischen Implikationen sind nicht mal zufällig, sondern *intendiert*? *Gehört* der Urheber zur rassistischen amerikanischen Rechten? Aus der hollaback-Webseite geht das nicht klar hervor (ich habe aber auch nur flüchtig drübergeschaut).

      • suwasu says:

        Ich glaube das nicht, dass Hollaback aus der rechten Ecke kommt.
        Ich schätze, dass der Feminismus bezüglich der coloured people einfach in einer Zwickmühle steckt. Auf der einen Seite gelten ihnen bestimmte Ethnien als Inbegriff einer patriarchalen Kultur. In Deutschland läuft das dann unter dem Stichwort “Kopftuch” und “Ehrenmord”. Auf der anderen Seite haben sie aus dem linken Spektrum die Lesart übernommen, dass Migranten gesellschaftlich diskriminiert sind. Der Feminismus dürfte also in dieser Frage keine wirklich widerspruchsfreie Position haben.

      • Graublau says:

        @petpanther

        Dieser Spin der Geschichte – weiße Frauen regen sich über nichtweiße Männer auf – scheint ja bereits weiter umzugehen, sehr erfreulich. Hinter Hollaback habe ich bisher eine reine Geldeinsammel-Kampagne vermutet, um als “Belästiger” empfundene Männer im Internet an den Pranger zu stellen.

        Das wäre übrigens auch einen eigenen Artikel wert: “Sie haben heute einer unbekannten Frau “Guten Tag” auf der Straße gewünscht? Damit könnten sie demnächst als Perverser, der Frauen belästigt, im Internet an den Pranger gestellt werden! Womöglich mit Namen (falls ermittelbar) und Foto! Der Ort, wo Sie die Frau gesehen haben, wird sowieso veröffentlicht, so dass Sie da nie wieder in aller Ruhe hergehen können. Das ist die Welt, wie sie laut Hollaback aussehen sollte.”

      • petpanther says:

        @djadmoros

        Ich glaube nicht, dass die Rassendimenson intendiert war. Auf mich wirkt es wie eine übermäßige wie rücksichtslose Verbissenheit Ergebnisse zu bekommen. Etwa wie wir hier wissen, dass auf manchen Bahnhöfen Leute aus einem Millieu herumlaufen, die so etwas häufig machen. Oder man stelle sich das ganze einmal auf der Wiesn vor.

        Dennoch ist es auch so, dass gerade die amerikanischen Liberals ihr (Wähler) Potenzial Potenzial aus der Identity Politcs (etwa Gruppenzugehörigkeits- oder Identitätspolitik) holen. Das führt zu einem indirekten oder auch direkten Stigmatismus und Rassismus sowie auch Diskriminierung (Stichworte Affirmative Action, WHM, BHM, …). Hier verortet sich auch das Gros’ des Feminismus (z.B. Sender wie CNN oder MSNBC), was nicht heißt, dass es den nicht auch bei den Republicans in anderer Form gibt.

        Hollaback ist eher der sehr weit linken Liberals zuzuordnen, wie etwa das weitgehend feministische Southern Poverty Law Center (SPLC) etc. und auch andere sehr feministische und einflussreiche Organisationen wie etwa National Organization for Women. Sie ordnen sich in diesen Reigen ein.

        http://de.wikipedia.org/wiki/National_Organization_for_Women
        http://de.wikipedia.org/wiki/Southern_Poverty_Law_Center

  4. Adrian says:

    Interessanterweise fühle ich mich durch das Video überhaupt nicht angesprochen oder beschämt.

    • petpanther says:

      Möchtest du denn dazugehören?

      • Adrian says:

        @ petpanther
        Nein. Ich finde den Umstand nur interessant.

      • suwasu says:

        Adrian, ich gehe mal davon aus, dass sich nicht jeder Mann betroffen fühlt. In Deinem Fall liegt es vermutlich daran, dass Du keinen Sex mit Frauen willst, Deine Beziehung zu Frauen also ohne die Erotik auskommt. Vielleicht enthebt Dich das der Scham. Schließlich geht es hier ja um sexuelle Belästigung. Sex ist der Dreh- und Angelpunkt der ganzen Geschichte. Beschämt wird ja offenbar das gezeigte erotische Interesse. In dieser Hinsicht existiert offenbar ein schlechtes Gewissen. Und vielleicht betrifft das nur die Schüchternen, wie hier Joachim schreibt:

        “Einige, meist bei Frauen erfolgreiche Männer, stimmten der Aussage zu, daß die Sprüche nervig seien, und schöne Frauen sich dagegen duch Kopfhörer etc. abkapseln könnten.
        Auf sich selbst bezog keiner das Video.
        Die eher schüchternen Typen, die sich ohnehin lieber die Zunge abbeißen als eine Frau anzusprechen, waren es, die sich angegriffen und beschämt fühlten.”

        Wäre doch ein seltsamer Effekt.

  5. Schoppe says:

    “Zumindest kann unter dem Dauerfeuer der Beschämung männlicher erotischer Wünsche als Form der Frauenunterdrückung ein Kollektivschuldgefühl plausibel werden. Weil auch relativ harmlose Wünsche dann schon als Anzeiger übelster Absichten gelesen werden, wird der Mann häufig daran erinnert, dass er die unzivilisierte Männlichkeit immer noch in sich trägt.” Das ist ein wichtiger Punkt, der erklärt, warum sich viele Männer hier gemeint fühlen und auch gemeint fühlen sollen – auch wenn sie selbst noch nie eine Frau belästigt haben. Ein ganz gewöhnliches Verhalten, zivile Freundlichkeit, Ausdruck von Interesse, auch Gesten, die mal als “galant” galten (Kofferstemmen, Tür aufhalten etc.) – all das kann beliebig als “Belästigung” interpretiert werden.

    Denn die Pointe des Films ist eben nicht, dass er so überzeugend vorführt, wie sehr eine junge Frau den Tag über belästigt wird. Seine Pointe ist, dass er eben das behaupten kann, ohne es überhaupt belegen zu müssen. Es sind Szenen, die wesentlich in einer einzigen Straße in Harlem aufgenommen wurden – ohne dass das der Legende Abbruch täte, hier würden Erfahrungen aus ganz Manhattan, wohl DEM Zentrum der westlichen Welt gezeigt.

    Es sind Szenen, die mit eindeutig diffamierender Absicht zeigen, wie eine weiße Frau von Schwarzen angesprochen wird – ohne dass sich die Macherinnen für ihren offenen Rassismus rechtfertigen müssten (sie müssen nur ganz einfach behaupten, es ginge um Aufdeckung von Sexismus).

    Es sind Sätze wie “Ich wünsch Dir einen schönen Tag!”, die hier problemlos als massive Belästigung verkauft werden können.

    Das eben ist das Bedrückende, und daher SOLLEN sich auch alle Männer angesprochen fühlen: Es gibt kein männliches Verhalten, das NICHT als Belästigung ausgelegt werden kann. Daher gibt es auch keinen Mann, der sich vor diesem Vorwurf sicher fühlen kann.

    Dahinter steckt eine sehr simple Verengung in der Auslegung sozialer Signale. Ihre Auslegung ist hier nicht etwa sozial strukturiert und dann Sache aller Beteiligten. Wenn es um die Signale einer Frau geht, kommt es allein darauf an, wie SIE diese Signale verstanden wissen möchte – wenn es um die Signale eine Mannes geht, kommt es allein darauf an, wie eine Frau sie interpretiert. Das ist so kindisch, dass es eigentlich nicht nachvollziehbar ist, wie sich überhaupt jemand darauf einlassen kann.

    Und das ist beunruhigend und bedrückend für Männer: Sie haben – und zwar gerade dann, wenn es um Essentielles geht, nämlich um soziale Kontakte – nicht mitzureden bei der Interpretation der Interaktion. Warum aber Männer selbst das mitmachen? Vielleicht in der Hoffnung, irgendwo doch noch einen sicheren Platz zu finden, wenn man – Mann – erst einmal herausgefunden hat, wie man es schafft, alles richtig zu machen.

    Aber tatsächlich ist eben das der massive Sexismus, der sich in dem Video ausdrückt: Vitale Lebensäußerungen von Männern – die hier nur zu einem kleinen Teil wirklich grenzverletzend, zu einem noch kleineren Teil erheblich grenzverletzend und bedrohlich sind – werden allesamt unter Gewaltverdacht gestellt. Das ist so, als sollten die Strukturen autoritärer und destruktiver Eltern-Kind-Verhältnisse auf das Verhältnis zwischen erwachsenen Frauen und Männern übertragen werden: “Du bist ein böses, böses Kind!”

    • suwasu says:

      “Und das ist beunruhigend und bedrückend für Männer: Sie haben – und zwar gerade dann, wenn es um Essentielles geht, nämlich um soziale Kontakte – nicht mitzureden bei der Interpretation der Interaktion. Warum aber Männer selbst das mitmachen? Vielleicht in der Hoffnung, irgendwo doch noch einen sicheren Platz zu finden, wenn man – Mann – erst einmal herausgefunden hat, wie man es schafft, alles richtig zu machen.”

      Die alleinige Definitionshoheit ist ja ein wichtiges Thema im Feminismus. Fraglich ist in der Tat, warum Männer das mitmachen. Warum Männer diese Definitionshoheit offenbar längst anerkannt haben. Zumindest alle, die sich durchs Video beschämen lassen, haben verinnerlicht, dass ihre Deutung als falsch verworfen werden kann und dass dann ihr Einspruch wenig zählt.

    • lh says:

      “Es gibt kein männliches Verhalten, das NICHT als Belästigung ausgelegt werden kann. Daher gibt es auch keinen Mann, der sich vor diesem Vorwurf sicher fühlen kann.”

      Das ist zwar richtig, aber die die Frage ist doch, warum der Vorwurf und die Auslegung Gewicht haben sollte? Wenn irgendein Salafist meinen Lebenswandel abscheulich findet, dann braucht mich das doch auch nicht weiter zu kümmern? Warum also so einen Vorwurf von Feministinnen überhaupt ernst nehmen? Dasselbe mit der Interpretation von Signalen: Es gehören 2 (mindestens) dazu, den Frauen die Deutungshoheit zu lassen. Warum sollte man(n) das tun? Ich kann doch einfach auf meiner Deutungshoheit bestehen und wenn jemand ein Problem damit hat, soll er mich (aussichtslos) verklagen?

      “Warum aber Männer selbst das mitmachen? Vielleicht in der Hoffnung, irgendwo doch noch einen sicheren Platz zu finden, wenn man – Mann – erst einmal herausgefunden hat, wie man es schafft, alles richtig zu machen.”

      Das scheint das Problem zu sein. Es gibt wohl bei vielen Männern die Hoffnung, wenn sie nur den Frauen wohlgefällig sind, etwas dafür zu bekommen – Sex (?). Aber mal im Ernst: Funktioniert das bei irgendwem? Und: will überhaupt jemand Sex, Intimität, Aufmerksamkeit als Belohnung für Wohlverhalten? Das klingt nicht aufregend für mich. Und mir scheint, ein Mann, der sich nicht an den Frauen orientiert, sondern von sich aus weiß, was er will und wie er es bekommt, dürfte auch für Frauen wesentlich attraktiver sein.

      • suwasu says:

        Nun, gewiss ist ein selbstbewusster Mann letztlich gefragter. Es ist vermutlich aber keine individuelle Entscheidung, sich an Frauen zu orientieren. Das ist eine ganze Erziehungstradition. Ich bin zumindest damit aufgewachsen. Der Unterschied zwischen Feministinnen und Salafisten ist ja der, dass erstere seit vielen Jahrzehnten publizieren, Stellen haben, Lehrstühle besetzen, in Gestalt von Gender Mainstreaming offizielle Politik machen usw. Salafisten dagegen sind eine Randgruppe ohne gute Presse.

        Wer wissen will, warum zumindest einige Männer so sind, muss auch nach den Machtverhältnissen fragen.

      • lh says:

        @suwasu: Diese Erziehungstradition gibt es sicherlich. Vermutlich hat das auch viel mit der berufsbezogenen Abwesenheit der Väter zu tun. Aber man(n) kann und konnte sich dagegen immer schon individuell wehren und die eigene Mutter bekommt man als Übungsobjekt ja meist frei Haus. Das ist letztlich ein schlichter Machtkampf und zwar einer, bei dem die Männer recht gute Karten haben. Wenn man sich nämlich nicht der weiblichen Deutungshoheit unterwirft, sondern auf seiner Deutung und Perspektive besteht, dann sind Frauen weitgehend hilflos. Das gilt besonders für feministische “Argumentationen”, die in Wirklichkeit vor allem unreflektierte Gefühlsäußerungen sind. Alles, was man dagegen tun muss, ist doch zu sagen: “Nun gut, aber meine Gefühle sind ganz anders. Und jetzt?” An der Stelle müsste Frau dann logisch-rational argumentieren und damit kann man ja wieder vernünftig umgehen.

        Ich bevorzuge inzwischen die “individualistische” Betrachtung, weil ich an den aktuellen feministischen Kampagnen nichts “systemisches” erkennen kann. Es gibt da keinen Hinterbau an zumindest in Ansätzen durchdachter Forderung nach konkreter gesellschaftlicher Veränderung. Wobei “in Ansätzen durchdacht” bedeutet, dass so etwas wie ein Ausgleich unterschiedlicher subjektiver Empfindungen und Bedürfnisse angestrebt wird. “Street Harassment”: Es ist nunmal logisch nicht möglich, um Erlaubnis zu fragen, bevor man kommuniziert. Das sind unreflektierte Gefühlsäußerungen.

        Und als solche erinnern mich die Kampagnen des aktuellen Feminismus eben an Klischees von Beziehungsverhalten von Frauen. Die sind wie die berühmten nörgelnden Ehefrauen, die den Machtkampf in Haus und Bett irgendwie gewonnen haben aber darüber aus mysteriösen Gründen nicht glücklich sein können und deswegen ständig irrationalen Streit anfangen. Vielleicht steckt die Gesellschaft mit dem Feminismus sogar in einer Art Missbrauchsbeziehung? Egal, welches Geschlecht der Missbrauchende konkret hat, die Struktur ist ja im Prinzip einfach und immer gleich: Der Dominante behandelt den Unterlegenen “irrational” schlecht, weil er darauf bauen kann, dass das Hamoniebedürfnis des Schwächeren diesen dazu bringen wird, gefällig zu sein um so -hoffentlich- den nächsten Ausbruch, die nächste Zurückweisung zu vermeiden. Nur klappt das eben dann doch nie. Es macht in so einer Situation keinen Sinn, die Harmonie (und sei es der rationalen Suche nach Ausgleich!) zu suchen. Vernünftig löst man das nur, indem man entweder den Streit aufnimmt und bis zur Bestrafung des Gegenübers gewinnt, oder geht.

  6. KlausT says:

    Mich hat der Film auch nicht beschämt oder mich als Bestandteil der Gruppe “Mann” angesprochen. Mein Gedanke war nur, dass die Äußerungen doch fast alle ziemlich harmlos sind. Als Frau (aber auch als Mann) hätte ich einzig den minutenlangen “Verfolger” als bedrohlich bzw. als belästigend erlebt.

    • Joachim says:

      Das Video habe ich mit verschiedenen Männern meines Bekanntenkreises besprochen.
      Fazit:
      Einige, meist bei Frauen erfolgreiche Männer, stimmten der Aussage zu, daß die Sprüche nervig seien, und schöne Frauen sich dagegen duch Kopfhörer etc. abkapseln könnten.
      Auf sich selbst bezog keiner das Video.
      Die eher schüchternen Typen, die sich ohnehin lieber die Zunge abbeißen als eine Frau anzusprechen, waren es, die sich angegriffen und beschämt fühlten.
      Männer, die ich als echte Machos betrachten würde, habe ich nicht gefragt. .

      • Matze says:

        Feminismus als groß aufgezogenes Ausleseprogramm für männliches Genmaterial…

      • Teardown says:

        Ja nicht auf sich selbst, sondern auf alle Männer. Ich habe nehme mir natürlich nicht das Recht eine super Frau die so den wow Moment auslöst, auf der Straße anzusprechen. Ich denke bei meiner Aufregung über dieses Video eben an all die die es schwerer haben, weil sie Probleme mit sich selbst haben. So einer war ich auch, deshalb hier die Empathie. Und deshalb meine Ablehnung von feminismus a la hollaback. Das hilft niemanden.

    • Nick says:

      Die eher schüchternen Typen, die sich ohnehin lieber die Zunge abbeißen als eine Frau anzusprechen, waren es, die sich angegriffen und beschämt fühlten.

      Das ist leider nur allzu konsequent, weil schüchterne Menschen eben angreifbarer sind für solche Beschämungs- bzw. sozialen Ausgrenzungskampagnen.

      “Normalerweise” schaffen soziale Konventionen auch Sicherheit, weil sie eine Richtlinie für adäquates Verhalten bieten. Das ist hier allerdings nicht der Fall, weil es sich um einen double-bind handelt. Man beschränkt sich eben nicht darauf, beispielsweise das “5min neben ihr Laufen” als inadäquates Verhalten zu framen, das “Hi” möchte bitte nach freiem Belieben ebenfalls gebrandmarkt werden dürfen.

      Die einzige Lösung für die “Schüchternen” ist es, diese Damen nicht mehr für voll zu nehmen. Sich buchstäblich nicht mehr einschüchtern lassen. Und die “Machos” nehmen sie sowieso nicht für voll.

      Sie erreichen so ziemlich genau das Gegenteil dessen, was sie erreichen zu wollen vorgeben.

  7. Pingback: MGTOW – Danke Feminismus! | emannzer

  8. tevsa says:

    Was mich am meisten erschreckte war die Übernahme aller großen Verlage ( SPON, ZON, Welt usw.) Alle haben das Material verwendet, Alle haben es eine Frau schreiben lassen. Alle haben ohne “Gegenwehr” (an-)genommen. Das finde ich nicht OK. Normalerweise kommen während der Beiträge auch mal etwas kritisches. Es wird hinterfragt usw.
    Nur bei Thema Feminismus sind Zeitungen nicht mehr in der Lage, kritisch zu hinterfragen.

  9. Yeph says:

    Hallo,

    Was mich nervt an dem Video ist die unterschwellige Botschaft, sehr ähnlich dem “NotAllMen”.

    Dass in der westlichen Welt fast nirgendwo so etwas passiert und es zusammengefaked ist, ist m.E. sofort ersichtlich, ein Schuss ins Knie des Feminismus und des Qualitätsjammerismus.

    Neulich sah ich eine junge Kampfemanze irgendwo in Indien in einem Bus, die sich übers Catcalling beschwerte. Alle Männer im Bus sahen sie überrascht an, bis ein alter Mann sie zurecht wies und ihr erklärte sie sei noch jung usw… wisse nicht was sie da sage usw….. “Seht ihr, seht ihr, genau das” schrie sie auf …… Die Männer waren einfach nur genervt und schüttelten den Kopf. Irgendwann glauben diese Hohlköpfe selbst was sie fantasieren ……

    Dann zeigte man heimlich aufgenommene Videos zum Thema Vergewaltigungen in Indien. Die Aussagen der Polizisten waren, ähnlich wie beim NY-video, zurecht-gefaked. Ein Polizist sagte dass es sich meist um einvernehmlichen Sex handele. Was wohlweislich verschwiegen wurde ist die Tatsache, dass einvernehmlicher Sex mit Frauen bis zum Alter von 18 Jahren in Indien gesetzlich als Vergewaltigung gilt. Natürlich ist das oft einvernehmlich, aber eine Schande für die Familie, die oft von Haustyranninnen regiert werden (kam such in der Sendung vor).

    Es ist einfach extrem ärgerlich dass diese Fakes weltweit auf eine hohe Resonanz stoßen. Wo bleibt das Patriarchat wenn Mann es braucht? 🙂

    Diese ExtremFeministinnen benehmen sich wie schreiende Babys die nur eine Realität kennen ICH ICH ICH ICH UND ICH und sogleich flennen wenn es eine andere Meinung gibt. Das so etwas von megapeinlich und fremdschämig, dass einem übel wird. Man möchte lachen wäre es nicht so tragisch….

    MfG
    Yeph

  10. fak says:

    Wow. Einer der für mich persönlich wichtigsten Texte, den ich in den letzten Jahren gelesen habe.

  11. Pingback: Warum ich Hollaback bedenklich finde | Geschlechterallerlei

  12. SoWhat? says:

    Tja wer Drecksmedien konsumiert muss nicht wundern wenn er Dreck frisst. Diese Speichellecker werden ihre Rassenkunde aufrecht erhalten, Verleumdung ohne Ende Lügen und Unterstellungen. Jeder der das Schweine auch nur erwähnt macht sich mitschuldig.

    Totalboykott bis diees Gesocks so lange am Bettelstab humpelt wie Sie ihre miesen dreckigen Verleumdungen in ihre Blätter geko… haben. 20 Jahre plus. Nur ein Journalist der in der Gosse liegt ist ein guter Journalist.

    Ich habe fertig.

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