Empathielos, unterv…, nicht anpassungsfähig

Ein gewisser “Arne” (nein, nicht Hoffmann ^^) hat sich an einer Ferndiagnose meiner Person versucht, die er aus meiner Forderung nach “Freiheit und sexueller Würde” ableitet, im Zusammenhang mit meiner Kritik des “Hollaback-Videos”. Kurzfassung: Als hormonüberforderter Single fehlt mir offenbar das Einfühlungsvermögen, um die Frauen zu verstehen, die sich belästigt fühlen. Hier das ganze Werk:

Stellen Sie sich mal vor, Sie wären attraktiv und ein männliches Sexobjekt, was Sie ja anscheinend nicht sind, sonst würde Sie das Thema nicht so beschäftigen.

Stimmt, ich bin kein männliches Sexobjekt. Doch halt: Das Hollaback-Video interessiert mich nur, weil ich niemals Gleiches erlebte, weil ich kein Sexobjekt bin? Nein. Es interessiert mich, weil es mich als Mann anspricht und an mich appelliert. Dabei appelliert es, ohne zu unterscheiden. Ich werde einfach eingereiht in die Schar der Täter, für deren Verhalten ich hier indirekt verantwortlich gemacht werde. Deswegen befasse ich mich mit dem Thema.

Stellen Sie sich vor, dass Sie jeden Tag von mindestens 10-20 dicken alten Frauen angesprochen würden, und zwar nicht zurückhaltend, bescheiden und höflich, sondern zudringlich, mit Worten , wie “Hey Süßer…!, usw. und das würde Ihnen Tag für Tag passieren.

Meine Erinnerung ist etwas verblasst: Waren es in dem Video wirklich nur dicke, alte Männer? Werden die Frauen nur von solchen Männern angesprochen? Und würde es einen Unterschied machen, wenn sie nicht dick und alt wären? Offenbar ja, denn sonst hätte der Verfasser dieses Kommentars wohl nicht so stark darauf abheben müssen, mich würden als männliches Sexobjekt vor allem “dicke alte Frauen” ansprechen. Nun gut, er ahnt, dass mir der Zuspruch der attraktiven Frauen wohl gut gefallen würde. Und ich dann nur die unattraktiven nervig finde. Was sagt uns das? Dreht sich der ganze Skandal darum, als unattraktiv empfundene Männer abzuwehren?

Dann nervt es irgendwann sehr. Stellen Sie sich zudem noch vor Sie seien schmächtiger und kleiner als diese Damen. Dann würden Sie sich irgendwann nicht mehr geschmeichelt oder belustigt fühlen. Stellen Sie sich weiterhin vor, diese Frauen, würden sehr wütend reagieren oder beleidigt, wenn Sie nicht jedes Mal freundlich zu Ihnen wären.

Ich brauche mir das gar nicht vorstellen. Ich BIN in vielen Fällen schmächtiger. Und wütende Frauen habe ich schon erlebt, gerade, wenn sie von mir einen Korb bekamen. Aber sie haben nicht zugeschlagen. Sie haben dann eher die Psychokarte gespielt. Aber glauben Sie mir, ich habe da schon heftige, sehr unangenehme Dramen erlebt von zurückgewiesenen Frauen. Lautstarke Szenen, bitterste Vorwürfe. Eine hat sogar eine mögliche Beziehung zu der Frau, in die ich verliebt war, mit aller Kraft vereitelt.

Vielleicht fehlt Ihnen die Empathie dazu, aber wenn Ihnen diese Empathie fehlt, dann garantiere ich Ihnen, wird es Ihnen nie gelingen eine Frau nett und für das Gegeüber angenehm anzusprechen. Dann leben Sie einfach mal damit, wie alle anderen Singles auch und akzeptieren Sie es.

Ich kann sehr gut damit leben. Weil ich kein Single bin ^^

Was die Empathie angeht: Doch, ich kann mir das sehr gut vorstellen, dass das nervt. Ich bin kein Trottel und ich glaube auch nicht, dass jede Anmache von Frauen als Geschenk betrachtet wird. Nein, mir mangelt es nicht an Empathie. Mir mangelt es noch nicht einmal an Schuldgefühl. Ich sehe ein Video, in dem irgendwo auf der Welt fremde Männer eine Frau ansprechen. Und ich fühle mich schuldig. Spannend, nicht wahr? Das ist auch die Absicht dieses Videos. Es soll betroffen machen, vor allem jene, die sich eigentlich nichts vorzuwerfen haben. Sie argumentieren hier ja ähnlich, wenn Sie mir mangelnde Empathie und ähnliches vorwerfen.

Erwarten Sie bitte nicht noch von der Gesellschaft, dass Sie Schützenhilfe bekommen, wie Sie ne Freundin oder eine Affaire finden. Das ist nen ziemlich egozenrtisches Weltbild. Es soll sich alles schön bequem und ordentlich um Ihre Bedürfnisse in der Welt aufreihen. So ist aber nicht die Welt. Schon mal was von Anpassungsfähigkeit gehört?

Sie haben nichts verstanden. Wenn ich von der sexuellen Würde des Mannes rede, soll mir der Staat nicht bei der Anbahnung sexueller Kontakte helfen. Ich würde es als ausreichend erachten, wenn ich als Mann nicht immer als der Depp, der Triebtäter, als haariges hässliches Monstrum, als sexueller Vollidiot dargestellt werden würde. Es wäre schon schön, wenn man dem Männerkörper und der männlichen Sexualität wieder einen gewissen Wert zuerkennen würde, anstatt das alles nur lächerlich zu machen.

Es geht mir nicht darum, dass sich alles um meine Bedürfnisse dreht. Ich hätte einfach nur gerne das Gefühl, dass ich mich nicht mehr für meine Bedürfnisse entschuldigen muss. Weil sie so abartig und pervers und egoistisch sind. Sexuell übergriffig. Der Penis eine Waffe. Jede Penetration schon eine Vergewaltigung. Und weil ja schon SEx, wo sie nicht alle paar Minuten laut “ja” schreit, eine Vergewaltigung ist. Und weil es ja klar ist, dass ich Frauen bloß sexuell ausbeuten will, um sie zu willfährigen Sklaven des Patriarchats zu machen. Und und und.

Wenn Sie was von Frauen wollen, dann passen Sie sich deren Bedürfnissen an. So wie es ja Frauen auch machen, wenn sie etwas von einem Mann wollen. Die beschweren sich ja auch nicht über jeden Kerl, der nicht mit ihnen ins Bett steigt.

Ich mache eigentlich mein Leben lang nichts anderes, als mich an die Bedürfnisse von Frauen anzupassen. Frauen tun das sicher auch. Aber ich sehe da auch Grenzen. Denn häufig fehlt es an der Kenntnis von Bedürfnissen. Männer gelten als einfach und unkompliziert. Sie haben weder sexuell noch psychisch besondere Bedürfnisse, so das Klischee. Männlicher Sex ist einfach, glauben viele Frauen. Sie merken nicht, dass das nicht stimmt. Und wir Männer kriegen zu wenig den Mund auf. Aber aus all dem folgt, dass Frauen a) eher nur glauben, sie würden sich den Bedürfnissen des Mannes anpassen und b) dass sie häufig dank fehlenden Wissens glauben, dass es da gar nicht so viele Bedürfnisse gibt.

Klar, das kann man nicht pauschal so sagen. Aber es gibt schon gewisse Indizien: Ich bin aufgewachsen mit einer Aufklärungsliteratur, die behauptet hat, Männer haben nur eine einzige erogene Zone (Sie wissen schon…). Was für ein Mumpitz! Aber so sind eben auch Millionen von Frauen aufgewachsen, weil das mal als Konsens galt.

Lieber Arne, vielleicht denken Sie jetzt mal ein bisschen darüber nach, wie schnell man Leute, die man nicht kennt, falsch einordnet.

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Fundstück zum NY-Video: Alles nur Marketing?

Fefe schreibt heute etwas zu dem Sexual Harrassment Video. Ich habe mal die für mich überraschendste Stelle gefettet:

Es gab da neulich dieses Video, wo eine gutaussehende Frau ganz sicher geht, dass ihr alle ihr Gesicht in Großaufnahme gesehen habt, und dann angeblich 10 Stunden durch New York gelaufen ist und ständig von irgendwelchen hormonell überforderten Männern angebrunftet wurde. Neben dem auffälligen Zeigen des Gesichts war auffällig, dass alle Sexisten in dem Video Latinos oder Schwarze waren. Und dass gut die Hälfte der sexistischen Anwürfe aus “boah bist du schön” bestand. Und dann gab es ein Interview dieser Frau, wo sie sichtlich erfreut war über die Aufmerksamkeit, die sie kriegte, denn sie ist Schauspielerin. Das war ein Vorstellungs-Tape. Später hat diese angebliche Charity im Hintergrund eingeräumt, dass sie die Weißen rauseditiert haben. Meine Vermutung: Das sind die, von denen sie eingestellt werden möchte als Schauspielerin. Lieber keine verbrannte Erde hinterlassen an der Stelle.

Egal, ich linke da jedenfalls nicht drauf. Aber worauf ich linke: Der New Zealand Herald hat mal ein Model engagiert, das in Neuseeland nachzustellen. Ergebnis: Sie wurde zweimal angesprochen. Einmal von einem Touri aus Europa, der wissen wollte, ob sie italienisch sei. Einmal von einem, der sich verlaufen hatte, und nach dem Weg fragen wollte.

Frage: Hat jemand Hintergrundinformationen zu dem gefetteten Teil? Das wäre ja schon ein starkes Stück!

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Beschämung und Schuldgefühl – wie ein Video misandrische Klischees ausnutzt

10 Stunden lief eine Schauspielerin durch New York und wurde, nach Interpretation der Kampagne “Hollaback”, gut 100 Mal sexuell belästigt.

Das Video hat zu entsprechenden Diskussionen geführt. Nicht immer gelingt es den Diskutanten, dieses Video in seinem Kontext zu verorten. Das liegt vermutlich daran, dass dieses Video Emotionen auslöst, nämlich Verunsicherung. Folgerichtig merkte ein Leser gestern an:

Stattdessen ist eher zu fragen, warum eigentlich sich die Männer von solchen Kampagnen so einschüchtern lassen? Warum beziehen so viele Männer derartige Beschimpfungen von Strohmännern offenbar auf sich selbst?

Das ist eine gute Frage. Gehen wir ihr kurz nach.

Warum schämt man sich für irgendwelche Männer?

Das Video wiederholt einen altbekannten Vorwurf der fortwährenden sexuellen Belästigung von Frauen durch Männer. Leute wie ich sind mit diesem Vorwurf groß geworden. Wir haben ihn schon als Kinder gehört. Dieser Vorwurf ist schon immer eine Form der Beschämung gewesen und diese Beschämung hat sich emotional verselbstständigt. Sie wird reaktiviert durch dieses Video.

Interessant daran ist aber, dass der Einzelne sich angesprochen fühlt, obwohl er sich andererseits sicher ist, kein Belästiger zu sein. Obwohl er eigentlich das Gefühl hat, dass er solche Belästigungen so gut wie nie beobachten kann. Offenbar fühlt sich der Einzelne in diesem Moment als Mitglied des Kollektivs der Männer. Auf emotionaler Ebene glaubt er, dass das, was irgendwelche Männer irgendwo tun, ihn irgendwie betrifft. Er schämt sich für diese Männer und fühlt sich stellvertretend für sie schuldig. Dieses Schuldgefühl ist irrational und das weiß man auch. Normalerweise glaubt man nämlich nicht, allzu viel mit anderen Männern gemeinsam zu haben oder mit all den anderen Männer gewissermaßen eine Gruppe zu bilden. So tun sich Männer offenkundig schwer damit, sich als Gruppe mit gleichen Interessen zu begreifen. Das entspricht ja durchaus dem Alltag, wo man einander als Inhaber sehr unterschiedlicher Identitäten begegnet, für die das Geschlecht zweitrangig ist. Man begegnet einander als Chef oder Angestellter, als Demonstrant oder Polizist, als Akademiker oder Facharbeiter.

Misandrische Klischees – verinnerlicht und ins eigene Selbst übernommen

Das Video aber erzeugt das Gefühl, man habe mit all diesen Leuten etwas gemeinsam und man müsse sich dafür verantwortlich fühlen. Die Gemeinsamkeit ist keine positive. Es sind negative Zuschreibungen, die verbinden: Gewaltneigung, Egoismus, Aufdringlichkeit, Triebhaftigkeit. Weil diese Dinge als wesensmäßig männlich behandelt worden sind und man eben selbst auch männlich ist, fühlt man sich durch die Fehlhandlungen anderer Männer betroffen. Bei denen zeigt sich nur, was man selber bloß diszipliniert hat. Sie sind Männer im unkultivierten Naturzustand. So wäre man auch, würde man nicht an sich arbeiten. Wer also durch das Video verunsichert ist, kämpft offensichtlich mit einem negativen Männerbild, dass die Schlechtigkeit von Belästigern als essentiell für Männlichkeit behauptet. Nur deshalb kann der einzelne Mann trotz aller Tugendhaftigkeit diese Betroffenheit entwickeln. Er hat diese negativ konnotierte Männlichkeit verinnerlicht als Dauervorwurf, dieser ist zu einem Teil seines Selbst geworden.

So kommt es zu dem absurden Ergebnis, dass rechtschaffene Männer sich schlecht fühlen, weil irgendwo auf der Welt ein Mann die Grenzen einer Frau verletzte. Diese Männer schaffen es dann nicht mehr, zu trennen zwischen sich und der jeweils individuellen Handlung der im Video gezeigten Männer.

Möglicherweise wird dieses verinnerliche Schuldgefühl noch verstärkt durch diverse eher konservativ-puritanische Moralvorstellungen des Feminismus. Dieser neigt in seiner extremen Form dazu, jegliches männliche Begehren zu stigmatisieren als Ausdruck von Ausbeutung und Egoismus. Diese Beschämung erotischer Wünsche schlägt sich nieder in allen möglichen feministischen Forderungen. Geht es gegen Pornografie, zielt man letztlich auf die männliche Schaulust. Geht es gegen Prostitution, argumentiert man in der Konsequenz gegen männliche Wünsche nach unkompliziertem und folgenlosem Sex. Bizarrer Höhepunkt der feministischen Sexualmoral waren die in früheren Jahrzehnten gängigen Behauptungen, Penetration sei Vergewaltigung und der Penis sei eine Waffe. Das natürliche Sexualverhalten und die natürliche Form des männlichen Körpers wurden damit als per se moralisch verwerflich gelabelt. Wer das in irgendeiner Weise verinnerlicht hat als Mann, kann zu sich selber nur ein zwiespältiges Verhältnis aufbauen.

Zumindest kann unter dem Dauerfeuer der Beschämung männlicher erotischer Wünsche als Form der Frauenunterdrückung ein Kollektivschuldgefühl plausibel werden. Weil auch relativ harmlose Wünsche dann schon als Anzeiger übelster Absichten gelesen werden, wird der Mann häufig daran erinnert, dass er die unzivilisierte Männlichkeit immer noch in sich trägt. Schließlich kommen diese Wünsche immer wieder auf: Er träumt dann und wann davon, ungehemmt schauen zu dürfen oder unkompliziert Sex haben zu können oder eben von diversen Spielen und Praktiken, die von Feministinnen, aber auch sonstigen Schreiberinnen als Akte der Unterwerfung der Frau dargestellt werden. Ein Beispiel dafür ist der blowjob, nicht selten als Erniedrigung der Frau beklagt.

Das Video spielt mit kollektiven, aber irrationalen Schuldgefühlen

Diese Klischees sind der Nährboden, auf dem die Betroffenheit von Männern wächst, die selber niemals eine Frau belästigt haben und stets besorgt sind, keine Grenzen zu überschreiten. Nur aufgrund der verinnerlichen Annahme, in den Belästigern zeige sich lediglich etwas, was man auch in sich trage, kann der einzelne Mann sich durch das Video angesprochen fühlen. Hätten wir dagegen eine eher juristische Logik verinnerlicht, sähen wir vor allem Individuen, die sich unterschiedlich verhalten und denen wir ausschließlich individuelle Verantwortung für etwaige Grenzverletzungen zuschreiben würden. Wir würden deutlich unterscheiden zwischen denen, die unerwünschtes tun und denen, die sich konform verhalten. Schließlich könnten wir so auch keinen Zusammenhang zu Männern im allgemeinen ziehen. Tag für Tag erleben wir Normbrüche und Fehlverhalten, aber wenn es um Politiker oder Banker geht, fühlen wir uns selten schuldig, sondern  erkennen, dass hier Individuen gehandelt haben, die man auch individuell dafür haftbar machen muss. Das Video jedoch arbeitet unterschwellig mit einer Kollektivzuschreibung an Männer, die es noch nicht einmal aussprechen muss. Genau darin liegt die Perfidie dieses Videos.

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Sexuelle Würde und die Freiheit

Was darf der Mann in der modernen Gesellschaft? In der Auseinandersetzung mit dem Feminismus kommt man nicht umhin, sich mit dem Thema “Freiheit” auseinanderzusetzen. Bislang verharrt der Maskulismus in der Ideologiekritik. Feministische Mythen und Argumente werden argumentativ widerlegt und ihre ideologische Natur wird sichtbar. Aber genügt das wirklich?

Freiheit kann sowohl negativ als auch positiv definiert werden. Negative Freiheiten kennt man etwa aus der Verfassung: Dort wird definiert, was der Staat gegenüber dem Bürger nicht darf. Er darf z.B. das Recht auf Meinungsfreiheit nicht einschränken. Der Staat darf einen Menschen nicht ohne ordentlichen Prozess und nur auf bloßen Verdacht hin verurteilen. Positive Freiheiten sind etwa Versammlungsfreiheit, Wahlrecht oder Freizügigkeit.

Solange Männer Ideologiekritik betreiben, peilen sie vor allem negative Freiheiten an. Sie wollen frei von Pauschalverdächten sein. Sie möchten nicht länger vorab als “Täter”, “Frauenunterdrücker” oder “Kinderschänder” gelten. Ideologiekritik ist also die Abwehr des generalisierten Verdachts gegen Männer. Es bleibt aber fraglich, ob man damit alleine dem Thema gerecht wird und ob man so wirklich schon eine brauchbare normative Grundlage hat, um diese Abwehr zu plausibilisieren.

Meine These lautet, dass eine positive Freiheitsdefinition notwendig ist, um männerrechtlichen Forderungen Nachdruck zu verleihen. Ein Grund dafür ist, dass es eine Verbindung gibt zwischen der Freiheit zu etwas und der sexuellen Würde eines Menschen. Das ist nicht die einzige Dimension von Freiheit, aber im Geschlechterverhältnis spielt diese eine große Rolle.

Mit sexueller Würde meine ich, dass die Sexualität eines Menschen als Teil seiner Menschlichkeit anerkannt und gewertschätzt wird, als gleichwertiger Ausdruck seiner Humanität wie seine anderen Lebensäußerungen. Diesbezüglich leben wir aber in einer Kultur des Doppelstandards. Der weiblichen Sexualität wird eine hohe Würde zuerkannt und sie wird als Quelle der Persönlichkeitsentwicklung von Frauen betrachtet. Männliche Sexualität wird dagegen als potenziell gefährlich, verwerflich, primitiv, frauenfeindlich gelabelt und ist oft etwas, was man nur in Gestalt von Kritik, von kriminologischen Diskursen oder sonstwie abfällig behandelt in der Öffentlichkeit.

In diesem Zusammenhang wird Freiheit oft recht einseitig behandelt. Frauen fordern als negative Freiheit etwa den Schutz vor Belästigung. Als positive Freiheit reklamieren sie mit “slut walks” das Recht, sich individuell und eben auch sexy kleiden zu dürfen. Für Männer bleiben in dieser Perspektive meist nur Pflichten: Sie haben sich zurückzuhalten, sich zu disziplinieren, sich zu hinterfragen und oft sollen sie sich schämen für ihre Begierden und ihre Gedanken.

Dieser Doppelstandard treibt in der öffentlichen Wahrnehmung komische Blüten: Ein älterer Herr macht einer Dame vielleicht etwas plumpe Komplimente und löst einen empörten #aufschrei aus. Charlotte Roche schreibt “Feuchtgebiete”, langweilt und ekelt mit unappetitlichen Details und wird vom Feuilleton zur Protagonistin eines neuen Feminismus hochgejazzt. Wenn eine Frau, wie in “Shades of Grey” geschehen, ihre masochistischen Fantasien ausbreitet, wird das gefeiert als Befreiung und Selbstverwirklichung. Hätte ein Mann die gleichen Art von Beziehung beschrieben, wäre er gewiss als “Unterdrücker” und “Frauenverächter” angeprangert worden.

Männer und Frauen dürfen in unserer Kultur nicht das selbe öffentlich äußern. Die selben Inhalte würden komplett gegensätzlich bewertet werden. Unsere Kultur gesteht dem Mann folglich keine sexuelle Würde zu. Seine Sexualität gehört in das Dunkel der Schlafzimmer und darüber hinaus normativ geregelt.

Inwiefern ist dies aber eine Frage der Freiheit? Dieser Doppelstandard ist die geistige Grundlage der Rape Culture Hysterie an amerikanischen Unis und ist auch die Grundlage von gesetzlichen Regelungen in Deutschland. Wir sind nicht Amerika, unser Umgang mit Sexualität auf der Ebene der Gesetze ist recht liberal –  noch. Doch es ist erkennbar, dass Feministinnen letztlich auch in Deutschland daran arbeiten, ihre Vorstellungen in volkspädagogischer Manier an den Mann zu bringen – mehr oder minder in sanften Formen einer Art Umerziehung. Plakate und Aufkleber, Aufklärungsveranstaltungen und sensibilisierende Seminare zum Thema “sexuelle Belästigung” sind nicht neutral, sie sind normensetzende Veranstaltungen, die aktiv Verhaltensformen propagieren und die dabei unterstützt werden sowohl durch politische Vorgaben (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz) als auch durch die Chefetagen von Organisationen (z.B. die Unis mit ihren Gleichstellungsbeauftragten und Richtlinien zum Umgang mit sexueller Belästigung). Es findet also durchaus ein gewisser Übergriff statt. Schließlich zeigen sich auch in Europa Bemühungen, amerikanische Definitionen von “Vergewaltigung” in die Gesetzgebung zu übernehmen.

Man könnte nun noch über pädagogische “Angebote” und Projekte reden, die Jungen Verhaltensnormen nahelegen (Bei Schoppe gab es dafür Beispiele für Projekte).

Was müssen wir also tun?

Wir brauchen einen positiven Begriff von sexueller Würde des Mannes inklusive einer Vorstellung einer positiven Freiheit. Wir müssten deutlich sagen können, was Männer dürfen müssen. Damit ist also nicht nur die Freiheit von staatlichen Zugriffen gemeint, sondern die Freiheit zu etwas. Männern muss die gleiche Freiheit zur sexuellen Entfaltung zugestanden werden wie Frauen. Diese Freiheit muss gleichzeitig inkludieren, dass männliche und weibliche Sexualität sich unterschiedlich äußert.

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Zugriff! Die Lust am Skandal.

AllesEvolution greift heute eine Meldung von Arne Hoffmann auf, dass die Zugriffszahlen auf Genderama gestiegen seien. Christian bestätigt für seinen Blog diesen Trend. Er mutmaßt nun über die Gründe des gestiegenen Interesses:

Aus meiner Sicht steigen die Zugriffszahlen immer dann, wenn bestimmte feministische Aktionen in die Presse kommen und eine gewisse Aufmerksamkeit, aber auch Widerstand erzeugen. Ob hier der Aufschrei, der durch das Buch wieder häufiger in der Presse war, erneut zugeschlagen hat (als der Aufschrei groß durch die Presse ging sind meine Zahlen auch enorm gestiegen) oder es andere Aspekte sind, wäre interessant. In den Suchbegriffen zeigt sich da kein besonderer Trend.

Ich lese das so, dass es vor allem gewisse Aufreger sind, die den Blogs eine hohe Aufmerksamkeit bescheren. Sie werden immer dann häufig frequentiert, wenn eine “bestimmte feministische Aktion” polarisiert und emotionalisiert. In diesem Fall sind auch maskulistische Blogs dank ihrer Kommentarspalten Ventile für diese Emotionen. Gleichzeitig bieten sie die Gelegenheit, diese Emotionen mit Gleichgesinnten gewissermaßen zu genießen. Aufregung ist mindestens ambivalent und nicht selten auch unterhaltsam, die Würze, die die fade Suppe des Alltages einigermaßen schmackhaft macht.

Die Medien arbeiten von je her mit dieser Emotionalisierung. Ohne es genau referenzieren zu können: In der Medientheorie heißt es, dass für Medien die Erzeugung von Aufmerksamkeit zentral ist, um die eigenen Produkte auch verkaufen zu können. Dazu braucht man, so die Theorie, Abweichungen von der Normalität, die eben aber auch hinreichend interessant sind für Leserinnen und Leser. Der Skandal erfüllt diese Bedingung, denn er zeigt eine solche Abweichung in Gestalt des Verhaltens bestimmter Personen. Weil der Skandal eine Verletzung von Normen und Werten anzeigt, emotionalisiert er auch und fordert zu Debatten heraus. Damit ein Vorgang auch zum Skandal werden kann, muss man die Fakten kreativ interpretieren und die Darstellung grob zuspitzen. Differenzierung wäre hingegen langweilig. Schon deswegen sind Mediendarstellungen oft einfach holzschnittartig und nicht selten faktisch falsch.

Aber was bewirkt die Skandalisierung wirklich? Am Ende mögen Köpfe rollen, aber der Skandal verpufft auch wieder recht schnell. Die Empörten verschwinden in der Alltagsroutine. Eine echte organisierte Bewegung entsteht dadurch nicht zwangsläufig. Außerdem folgt bald der nächste Skandal und löst den alten als Thema ab.

Wahrscheinlich wissen wir Blogger über diese Form der Aufmerksamkeit Bescheid, wenn auch nicht in Form einer Theorie. So ist es zu erklären, dass wir nicht selten durch wiederholte Schilderungen einzelner feministischer Aktionen immer wieder die Aufmerksamkeit zu wecken versuchen (ich nehme mich davon nicht aus!). All das kann natürlich auch ein dauerhaftes Interesse am Thema wecken. Zwingend stellt sich das aber nicht ein. Es ist genausogut möglich, dass der tägliche Gender-Skandal einfach nur das wohlige Gruseln beim Nachrichtenschauen ersetzt (auch hier muss ich einräumen, dass die Bloggerei und die Lektüre von Blogs für mich auch eine solche Unterhaltungsfunktion besitzt).

Es nimmt nun nicht wunder, dass Christian auf Medienprofis verweist als Auslöser von höheren Zugriffszahlen:

Vielleicht ist es die Martensteindebatte, vielleicht auch noch eher Jürgen von der Lippe (“Diese Gender-Scheiße macht mich fertig!”), denn solche Äußerungen populärer Leute bewirken einiges an Diskussionen und der feministische Aufschrei sorgt dafür, dass viele, die von der Lippe zustimmen dann ins Internet gehen.

Martenstein, so sehr ich ihm dann und wann zustimmen mag, ist nicht gerade ein gründlicher Rechercheur. Vielmehr agiert er nicht selten sehr plakativ. Er spitzt sehr gerne zu, auch auf Kosten der Fakten, und garniert das mit Humor. Dadurch provoziert er natürlich Reaktionen (es entsteht eine “Debatte”, also eine Kommentarschlacht im Journalistenkreis) und er erzeugt Lacher, also positive Erlebnisse, sprich: Unterhaltung. Diesen Unterhaltungswert haben dann und wann eben auch unsere Blogs, je nach rhetorischer Qualität der Schreibe und je nach Vermögen, besonders emotionalisierende Themen zu bearbeiten.

Ich ziehe daraus vorerst die Schlussfolgerung, dass unsere Bloggemeinde zumindest in Teilen eigentlich nur die Logik der Medien nachahmen, tendenziell eher die des Boulevards. Das gilt nicht für jene, die analytisch und argumentativ arbeiten. Aber es gilt z.B. auch dann und wann für meinen Blog. Grund genug, darüber auch mal nachzudenken.

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“100 Mal angemacht in 10 Stunden”

In den Kommentaren wies Matze mich auf diesen Artikel hin, der einige Fragen aufwirft:

Gerade in der SZ gesehen:

100 Mal angemacht in zehn Stunden

Eine versteckte Kamera begleitet eine Schauspielerin beim Spaziergang durch New York – sie wird von zahlreichen Männern angesprochen, belästigt, verfolgt. Das Video zeigt, wie alltäglich solche Szenen auf der Straße sind.

http://www.sueddeutsche.de/panorama/test-mit-versteckter-kamera-mal-angemacht-in-zehn-stunden-1.2196377

Die Kommentare zum SZ-Artikel gibt es hier: https://www.facebook.com/ihre.sz/posts/713243185433730

Ist also alles doch ganz schlimm?

Das im Artikel vorgestellte Video ist Teil der Kampagne Hollaback (“Brüll zurück”). Diese Kampagne hat ihre Wurzeln in Nordamerika und hat einige Ableger bei uns, z.B. in Berlin: http://berlin.ihollaback.org

Ich selbst weiß noch nicht, was ich davon halten soll. Mein Eindruck: Ich glaube nicht, dass das im Video Gezeigte auf Deutschland übertragbar wäre.

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Was Belästigung ist, bestimme ich!

Da ich selber ein Hochschulgewächs bin, interessieren mich die Kampagnen gegen “sexuelle Belästigung” im Hochschulbereich besonders. Das Thema hatte achdomina angestoßen.

Definitionsmacht: Belästigung als subjektiv empfundener Sachverhalt

Ich habe weiteres Infomaterial ergoogelt, heute von der Universität Tübingen:

Entscheidend dafür, ob eine Handlung als sexuelle Belästigung zu gelten hat, ist also davon abhängt, wie die/der Betroffene diese empfindet. Mag von einer Person eine Bemerkung als
Kompliment empfunden werden, so kann dieselbe Bemerkung von einer anderen Person als Anzüglichkeit aufgefasst werden. Entscheidend für den Tatbestand der Belästigung ist die
Unerwünschtheit des Verhaltens. Sie muss als solche mitgeteilt werden. Wird ein Verhalten von der belästigenden Person („Das war gar nicht so gemeint“) und der belästigten Person
kontrovers bewertet, sollte die Angelegenheit offen (z.B. im Kollegium, im Kollegen- /innenkreis) diskutiert werden. Die öffentliche Diskussion kann zur Klärung und zum gegenseitigen Verständnis beitragen.

Ich meine, man muss aufpassen, dieses Thema nicht zu hysterisieren. Dazu gehört, genauer hinzuschauen, wie sexuelle Belästigung definiert wird. Nicht jede Kampagne wird einen allumfassenden Begriff davon benutzen. Manche Unis beschränken sich auf Definitionen, wie sie durch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz geltende Rechtslage sind. Damit tun sie gewissermaßen das Nötigste und laden das Thema nicht weiter auf. Andere nutzen die Gelegenheit, um ihren weiten Begriff von Belästigung zu propagieren.

Wie wir wissen, gehört das Konzept Definitionsmacht zu den Türöffnern für ein weitgefassten Belästigungsbegriff. Dieses Konzept sagt aus, dass das Opfer definiert, welchen Schaden es erlitten hat. Es zählt letztlich nur die Definition des Opfers. Das ist eine Konstruktion, die eigentlich mit rechtsstaatlichen Prinzipien nicht verträglich ist, wo man alle Seiten anhören müsse, bevor man über die Schuldfrage urteilt.

In der Broschüre der Uni Tübingen finden wir das DefMa-Konzept wieder. Es sei dann eine Belästigung, wenn der Betroffene das so empfindet. Sprich: Es ist eine rein subjektive Angelegenheit und es nutzt zunächst gar nichts, wenn ich als der “Belästiger” anderes im Sinn gehabt habe. Und so heißt es dann auch: Die einen mögen mein Tun als Kompliment empfinden. Aber sobald es jemand als “Belästigung” labelt, ist es auch eine. Ich kann mich also nie auf Gewohnheiten und Konventionen verlassen. Denn die Tatsache “Belästigung” folgt eben dem individuellen Empfinden. Woran aber orientiere ich dann mein Handeln?

Die Kampagne setzt neue Normen

Es ist eigentlich der Normalfall, dass ich so handle, wie es allgemein üblich ist. Das gilt sowohl für das, was man tun darf, als auch für Verbote. Eine Kultur hat dafür unzählige Regeln, die wir oft allein über die tägliche Routine erlernt haben. Diese Routinen können sich freilich ändern. Eine Norm bekommt dann neue Geltung, wenn ein Verhalten als Normbruch skandalisiert wird und wenn es eine Instanz gibt, die diesen Skandal ahndet. Für viele Normen stellt die Gesellschaft selbst die Instanz da und sie ahndet Normbrüche durch Ächtung und Missbilligung. Im Falle der Belästigung im Raum der Universität ist nun der Gesetzgeber diese Instanz und deren ausführender Arm die Hochschulleitung und die Gleichstellungsbeauftragte.

Diese Kampagnen gegen Belästigung sind damit bereits normensetzende Aktivitäten, weil hier eine Instanz installiert wird, die die neue Norm sanktioniert. Es wird dabei der Anspruch erhoben, dass Konventionen über die Legitimität von Komplimenten etwa nicht mehr gelten. Das individuelle Empfinden soll jetzt mehr Gewicht haben. Ich muss mich als Mann also beim Komplimente machen oder beim Aussenden erotischer Signale immer an dem orientieren, wie mein Gegenüber damit umgeht. Das verkompliziert solche Situationen, denn ich kann auf kein Routinerepertoire im Umgang mit Frauen mehr zurückgreifen. Routinen haben aber eigentlich diese Funktionen, zu entlasten von der steten Neuentwicklung von Aktionen in jeder neuen Situation.

Der Hauch eines objektiven Kriteriums für Belästigung

Immerhin zieht die Uni Tübingen eine gewisse Grenze: Die Unerwünschtheit einer Handlung sei das Kriterium und diese Unerwünschtheit müsse auch “mitgeteilt” werden.

Lässt sich das eigentlich gerichtsfest beweisen, dass man dieses “nein” auch geäußert hat? Oder reicht es, wenn man lediglich behauptet, man habe “nein” gesagt? Diese Fragen hat ja bereits der Rechtsblog Strafakte gestellt, in anderen Zusammenhängen.

Aber sehen wir davon ab. Es gibt also immerhin eine Grenze. Man kann nur dann jemanden der Belästigung zeihen, wenn man ihm vorher mitteilte, dass man sein Verhalten nicht wünsche. Auch die folgenden Aussagen wirken zumindest vordergründig liberal: Falls der Beschuldigte andere Intentionen hatte und die Person nicht belästigen wollte, müsse man dies in einer Diskussion klären.

Aber irgendwie lässt diese Passage mich dann doch ratlos zurück: Zunächst spricht sie anders als ich nicht von “Beschuldigtem”, sondern von der “belästigenden Person”. Das suggeriert, als sei der Fall eigentlich schon klar, obwohl doch erst die Diskussion die Sache klären soll. Und zweitens soll diese Klärung dann auch noch in ÖFFENTLICHER Diskussion, etwa im Kollegenkreis geschehen. Das ist im Zweifel für beide beteiligte Parteien nicht leicht. Es ist schlicht gruselig, sich dem Kollegentribunal stellen zu müssen. Eigentlich wäre hier eine neutrale Instanz, ähnlich einem Richter wünschenswert. Aber gegenüber den Kollegen möchte man sich nicht rechtfertigen müssen. Umgekehrt dürfte ein tatsächliches Opfer einer Belästigung eine solche öffentliche Anhörung auch nicht gerade ermutigend finden.

Und immer wieder Macht

Ganz gruselig wird es in dem Teil, wo es um die Gründe von Belästigung geht. Kurz: Sie werde begünstigt durch Machtverhältnisse. Das ist das übliche Bild: Die Obenstehenden bedrängen die von ihnen Abhängigen.

Das kommt wahrscheinlich auch vor. Was ich hier nur nicht verstehe: Belästigung wird zunächst als das definiert, was die betroffene Person als solche empfindet. Man räumt oben sogar ein, dass dies ein in anderen Kontexten als harmlos geltendes Verhalten sein kann. Es hieß: Belästigung kann auch das sein, was anderswo als Kompliment gilt. Wie kann man dann aber grundsätzlich immer den Machtaspekt als Grund ansehen? Betont wird in Tübingen und anderswo, dass die Belästigung gewöhnlich wenig mit erotischem Interesse und mehr mit Machtausübung zu tun habe. Schön. Aber wenn das Tun anderswo als Kompliment gelten kann, ist es dort auch bereits Mittel der Machtausübung?

Meiner Meinung nach passen die Subjektivität als Definitionsgrundlage und das vermeintliche Wissen über den stets vorliegenden Grund der Machtausübung nicht ganz zusammen. Schließlich sorgt das Konzept Definitionsmacht dafür, dass Belästigung je nach individueller Befindlichkeit bestimmt wird. Und das kann zwangsläufig auch Dinge betreffen, die mit Machtausübung nichts zu tun haben.

Zum Schluss bekommen wir dann noch ein Klischee serviert, das ich niemanden hier vorenthalten möchte. Es ist selbstredend ein Klischee über Männer:

Geht die sexuelle Belästigung von einer auf gleicher Hierarchieebene stehenden Person aus, kann ein solches Verhalten bewusst oder unbewusst dadurch motiviert sein, ein
Dominanzverhältnis aufbauen zu wollen. Oft sehen Männer z. B. ihre berufliche Stellung, ihre soziale Rolle oder ihre männliche Ehre durch die Konkurrenz von „emporstrebenden“ Frauen gefährdet. Durch Angriffe, die sich unter anderem in der Form der sexuellen Belästigung äußern können, wird versucht, Frauen die Lust an der Arbeit/Karriere zu nehmen und sie auf „ihren Platz“ zu verweisen.

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